Der MSCI World gilt für Millionen Anleger als Inbegriff eines sicheren ETF-Investments. Einmal Sparplan einrichten, langfristig investieren und vom Wachstum der Weltwirtschaft profitieren – so lautet das Versprechen. Doch genau dieses Erfolgsrezept birgt aktuell ein Risiko, das viele Sparer übersehen.
Denn wer heute in einen MSCI-World-ETF investiert, kauft nicht automatisch die Welt. Stattdessen fließt ein immer größerer Teil des Geldes in wenige US-Technologiekonzerne, deren Bewertungen inzwischen auf einem außergewöhnlich hohen Niveau liegen. Die Folge: Ausgerechnet Anleger, die möglichst breit streuen und Risiken meiden möchten, setzen stärker denn je auf dieselben Aktien eines gehypten Megatrends.
Der MSCI World wird immer abhängiger von den Tech-Giganten
Der Grund dafür liegt in der Konstruktion des Index. Der MSCI World wird nach Marktkapitalisierung gewichtet. Unternehmen mit einem besonders hohen Börsenwert erhalten automatisch ein höheres Gewicht. Steigen ihre Kurse weiter, wächst ihr Anteil am Index noch stärker.
Genau das ist in den vergangenen Jahren passiert. Die sogenannten Magnificent Seven treiben die Rendite. Vor allem der KI-Boom hat ihre Kurse auf immer neue Höchststände getrieben. Gleichzeitig ist ihr Einfluss auf den MSCI World massiv gewachsen.
Aber auch die übertrieben hohe Kapitalisierung von SpaceX (WKN: A42D4F), das nach Fast-Tack-Regeln in den MSCI-World-Index gedrückt wurde, erhöht das Risiko zusätzlich.
Denkt man weiter, erkennt man daraus ein Mechanismus, den viele Anleger kaum wahrnehmen: Jeder neue ETF-Euro fließt überproportional in genau jene Unternehmen, die bereits am stärksten gestiegen sind.
Kritiker sprechen deshalb von einer selbstverstärkenden Dynamik. Solange die Kurse steigen, funktioniert dieses Prinzip hervorragend. Gerät die Stimmung jedoch ins Wanken, kann dieselbe Konzentration die Verluste erheblich verstärken.
Das bedeutet nicht, dass die großen Technologiekonzerne schlechte Unternehmen wären. Im Gegenteil: Viele erzielen beeindruckende Gewinne, wachsen überdurchschnittlich und verfügen über beeindruckende Wettbewerbsvorteile.
An der Börse entscheidet jedoch nicht nur die Qualität eines Unternehmens, sondern auch der Preis, den Investoren dafür bezahlen. Selbst exzellente Firmen können enttäuschende Renditen liefern, wenn die Erwartungen bereits zu hoch sind.
Wer das Risiko kennt, investiert klüger
Der MSCI World bleibt ein bewährtes Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau. Doch Anleger sollten wissen, dass der Index heute deutlich konzentrierter ist als noch vor einigen Jahren.
Wer regelmäßig investiert, setzt inzwischen stärker auf wenige hoch bewertete US-Tech-Aktien als vielen bewusst ist. Gerade deshalb lohnt es sich, die eigenen Investments besser zu verstehen. Denn erfolgreiche Anleger folgen nicht blind einem Index – sie wissen, welche Chancen und Risiken tatsächlich in ihrem Depot stecken.
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Der Artikel MSCI World: Warum ETF-Sparer ausgerechnet jetzt Geld verlieren könnten! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.