Die AMD-Aktie steht mitten in einer ereignisreichen Woche, da das Unternehmen auf seiner jährlichen KI-Konferenz voraussichtlich weitere wichtige Neuigkeiten präsentieren wird. Nach der Bekanntgabe von Microsoft als neuem Großkunden richtet sich der Blick nun auf mögliche zusätzliche Partnerschaften, die das Wachstum im Geschäft mit KI-Beschleunigern weiter antreiben könnten.
Bedeutende Partnerschaft mit Microsoft
AMD hat unmittelbar vor seiner Entwicklerkonferenz „Advancing AI“ in San Francisco einen wichtigen Erfolg vermeldet. Microsoft setzt künftig auf die neue Helios-Rackscale-Plattform des Chipherstellers. Die Lösung kombiniert Instinct-MI455X-Grafikprozessoren, EPYC-Venice-Prozessoren, Pensando-Netzwerktechnik sowie die ROCm-Softwareplattform und richtet sich an den Einsatz in groß angelegten KI-Trainings- und Inferenzsystemen. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von 8% und nähert sich damit wieder ihrem Allzeithoch.
Welche finanziellen Dimensionen die Vereinbarung besitzt, ist bislang allerdings nicht bekannt. Gerade diese Frage dürfte für Investoren von besonderer Bedeutung sein.
Spekulationen über weiteren Milliardenauftrag
Der Zeitpunkt der Microsoft-Ankündigung sorgt für Aufmerksamkeit. Da die eigentliche KI-Konferenz erst wenige Tage später beginnt, wird am Markt darüber spekuliert, dass AMD noch eine größere Nachricht vorbereiten könnte.
Als möglicher Kandidat gilt das KI-Unternehmen Anthropic. Branchenbeobachter von SemiAnalysis berichten, dass AMD an einer umfangreichen Vereinbarung mit dem Unternehmen arbeiten könnte. Eine offizielle Bestätigung gibt es bislang zwar nicht, dennoch würden entsprechende Verträge gut zur aktuellen Expansionsstrategie von Anthropic passen.
Das Unternehmen wächst rasant und erreichte bereits im Mai einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von rund 47 Milliarden US-Dollar. Angesichts der erwarteten weiteren Expansion dürfte auch der Bedarf an leistungsfähiger KI-Hardware deutlich steigen.
Frühere Großverträge bilden starke Ausgangsbasis
Bereits im vergangenen Jahr hatte AMD milliardenschwere Vereinbarungen mit OpenAI und Meta geschlossen. Beide Projekte sollen Kapazitäten von jeweils mehr als fünf Gigawatt umfassen und ab der zweiten Jahreshälfte 2026 anlaufen.
Nach bisherigen Schätzungen könnten diese Verträge zusammen jährliche Chipumsätze von mehr als 40 Milliarden US-Dollar ermöglichen. Ein weiterer Großkunde würde die Position von AMD im Wettbewerb um den KI-Markt zusätzlich stärken.
Kapitalmaßnahmen bleiben wichtiger Faktor
Ein zentraler Aspekt möglicher neuer Verträge betrifft deren Finanzierung. Bei den Vereinbarungen mit OpenAI und Meta hatte AMD Optionsrechte ausgegeben, die bei Erreichen bestimmter Meilensteine zu einer Verwässerung der bestehenden Aktionäre führen könnten. Insgesamt stehen bis zu 160 Millionen Aktien im Raum, sofern unter anderem ein Aktienkurs von 600 US-Dollar erreicht wird.
Vor diesem Hintergrund wäre ein weiterer Großauftrag ohne vergleichbare Kapitalmaßnahmen ein positives Signal. Vorstandschefin Lisa Su hatte zuletzt erklärt, dass künftige KI-Verträge möglichst ohne die Ausgabe zusätzlicher Optionsrechte abgeschlossen werden sollen. Die bislang veröffentlichten Informationen zur Microsoft-Vereinbarung deuten in diese Richtung, auch wenn finanzielle Einzelheiten weiterhin fehlen.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Mehrere Analysten halten eine Vereinbarung mit Anthropic inzwischen für realistisch. Jefferies bezeichnete Anthropic bereits als entscheidenden Einflussfaktor für die weitere Kursentwicklung der AMD-Aktie. GF Securities veröffentlichte sogar ein Kursziel von 640 US-Dollar und begründete dies mit der Erwartung weiterer Großaufträge im KI-Geschäft.
Übrigens: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.
Bewertung bleibt trotz Kursanstieg vertretbar
Nach dem Anstieg der Aktie auf über 500 US-Dollar betrachten viele Marktteilnehmer die Bewertung inzwischen als anspruchsvoll. Gleichzeitig wird häufig übersehen, dass AMD bereits vor den möglichen neuen KI-Geschäften langfristig einen Gewinn je Aktie von mehr als 20 US-Dollar in Aussicht gestellt hatte.
Die aktuellen Analystenschätzungen erwarten für 2028 einen Gewinn von knapp 19 US-Dollar je Aktie. Damit würde die Aktie derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 27 bewertet.
Sollte AMD das ursprünglich avisierte Gewinnniveau von über 20 US-Dollar erreichen, würde sich dieses Bewertungsniveau entsprechend relativieren. Zusätzliche Großaufträge von Microsoft und möglicherweise Anthropic könnten die Gewinnentwicklung darüber hinaus weiter verbessern.
Zusätzliche Phantasie berechtigt
Ein weiterer KI-Großauftrag mit einem jährlichen Volumen von mehr als 20 Milliarden US-Dollar würde die bereits erwarteten Erlöse erheblich ausweiten. Zusammen mit den bestehenden Vereinbarungen könnten sich zusätzliche GPU-Umsätze von mehr als 60 Milliarden US-Dollar ergeben. Hinzu kämen Schätzungen von über 40 Milliarden US-Dollar im Bereich KI-Prozessoren, sodass sich insgesamt zusätzliche Erlöse von mehr als 100 Milliarden US-Dollar ergeben könnten.
Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2025 erzielte AMD einen Umsatz von rund 35 Milliarden US-Dollar. Das klassische Geschäft mit PCs, Gaming und Embedded-Lösungen erwirtschaftete dabei knapp 20 Milliarden US-Dollar und würde durch das KI-Geschäft erheblich ergänzt.
Quartalszahlen liefern den nächsten Prüfstein
Nur wenige Wochen nach der KI-Konferenz legt AMD am 4. August die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Analysten rechnen derzeit mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,61 US-Dollar, was einem Anstieg von 235 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Beim Umsatz werden 11,3 Milliarden US-Dollar erwartet und damit ein Plus von rund 47 Prozent.
Diese Ergebnisse dürften zeigen, wie schnell sich die Investitionen in das KI-Geschäft bereits in den Unternehmenszahlen widerspiegeln.
Trotz Chancen bleiben Risiken bestehen
Trotz der positiven Perspektiven bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten. AMD muss zunächst die bereits vereinbarten Großaufträge mit OpenAI und Meta erfolgreich umsetzen und die dafür benötigten KI-Chips in großem Umfang liefern.
Zudem entwickelt sich der Wettbewerb im KI-Markt äußerst dynamisch. Insbesondere die rasanten Fortschritte chinesischer KI-Modelle sowie die dominante Marktstellung von Nvidia sorgen für hohen Wettbewerbsdruck. Während AMD im ersten Quartal Rechenzentrumsumsätze von 5,8 Milliarden US-Dollar erzielte, bewegt sich Nvidia inzwischen auf ein erwartetes Quartalsniveau von nahezu 100 Milliarden US-Dollar zu.
Sollte das Wachstum des KI-Marktes hinter den Erwartungen zurückbleiben oder sich einzelne Großprojekte verzögern, könnte sich dies deutlich auf die Bewertung der AMD-Aktie auswirken.
Die bevorstehende KI-Konferenz könnte für AMD zu einem weiteren wichtigen Impulsgeber werden. Sollten neben Microsoft tatsächlich weitere Großkunden wie Anthropic gewonnen werden, würden sich die langfristigen Wachstumsperspektiven und die Ertragsaussichten des Unternehmens nochmals deutlich verbessern. Wir hatten bereits den deutlichen Kursrücksetzer vergangene Woche als Kaufchance interpretiert und halten neue Allzeithochs in den kommenden Wochen für gut vorstellbar.
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