Auf die deutliche Anhebung des Kursziels durch die Deutsche Bank reagierte die DocMorris-Aktie am Montag mit einem hohen zweistelligen Kurssprung. Am Dienstag notiert sie aktuell bei rund 10 SFR (Schweizer Franken). Hier stellt sich die Frage: War das der Befreiungsschlag für weitere Kursanstiege?

Kursziel mehr als verdoppelt

Die Deutsche Bank stand dem Schweizer Unternehmen lange Zeit kritisch gegenüber und sah den fairen Wert der Aktie bei lediglich 5,50 SFR. Hauptgrund war die bislang schwache Ertragslage, da DocMorris bislang noch keine nachhaltigen Gewinne erzielen konnte.

Für die weitere Entwicklung zeigen sich die Analysten nun deutlich optimistischer. Die Einstufung wurde auf „Buy“ angehoben und das Kursziel von 5,50 auf 11,50 SFR mehr als verdoppelt.

Analyst Jan Koch begründet dies mit positiven Erwartungen für das zweite Quartal, sinkenden Finanzierungsrisiken sowie dem bislang unterschätzten Wert des TeleClinic-Geschäfts. Zudem sieht er Spielraum für eine Anhebung der Jahresprognose.

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Profitabilität rückt in den Mittelpunkt

Nach Jahren hoher Verluste steht inzwischen nicht mehr das Umsatzwachstum, sondern die Verbesserung der Profitabilität im Fokus.

Für 2025 erwartet das Management einen bereinigten EBITDA-Verlust zwischen 10 und 25 Millionen SFR. Gleichzeitig soll der Umsatz im mittleren einstelligen bis unteren zweistelligen Prozentbereich wachsen.

An den mittelfristigen Zielen hält DocMorris fest. Das Unternehmen strebt ein jährliches Umsatzwachstum von rund 15% sowie eine EBITDA-Marge von 8% an. Der operative Break-even soll weiterhin im Jahr 2026 erreicht werden.

Der Bericht zum zweiten Quartal steht unmittelbar bevor. Dann wird sich zeigen, ob sich die Ertragslage wie erwartet verbessert hat. Auch eine mögliche Anhebung der Jahresprognose dürfte dabei im Fokus der Anleger stehen.

KI soll Kosten senken

Mit seiner „AI-First“-Strategie will DocMorris zahlreiche Prozesse automatisieren und dadurch effizienter gestalten. Der Wettbewerber Redcare Pharmacy hatte zuletzt bereits seine Jahresprognose angehoben.

Im Rahmen des Programms sollen rund 100 Stellen abgebaut werden. Dadurch erwartet das Unternehmen jährliche Einsparungen von rund 15 Millionen SFR. Die einmaligen Umsetzungskosten werden auf etwa 5 Millionen SFR geschätzt.

Bewertung

Die kräftige Kurserholung seit März spiegelt die deutlich verbesserten operativen Perspektiven wider. Auch die deutliche Anhebung des Kursziels durch die Deutsche Bank erscheint vor diesem Hintergrund nachvollziehbar.

Sollte das Unternehmen im Zuge der Quartalszahlen tatsächlich seine Jahresprognose anheben, dürfte dies der Aktie weiteren Rückenwind verleihen.

Ein Teil der positiven Erwartungen dürfte auf dem aktuellen Kursniveau allerdings bereits eingepreist sein.

DocMorris befindet sich operativ auf dem richtigen Weg. Die konsequente Ausrichtung auf eine höhere Profitabilität sowie zusätzliche Effizienzgewinne durch den verstärkten Einsatz von KI sprechen für eine weitere Verbesserung der Ertragslage.

Gelingt es dem Unternehmen, die operative Entwicklung in den kommenden Quartalen zu bestätigen und den Break-even wie geplant zu erreichen, erscheint mittelfristig weiteres Kurspotenzial durchaus realistisch.

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Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens DocMorris. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

ℹ DocMorris in Kürze

  • Die DocMorris AG (WKN: A0Q6J0) gehört zu den führenden E-Commerce-Apotheken.
  • Der Hauptsitz befindet sich in der schweizerischen Stadt Frauenfeld. Das Unternehmen konzentriert sich fast ausschließlich auf den deutschen Markt.
  • Die Aktie wird an der Schweizer Börse gehandelt; die Marktkapitalisierung beträgt 492 Millionen SFR.

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