Die Aktie der Nebius Group hat nach unseren mehrfachen Kauftipps zu Beginn des Jahres zuletzt eine bemerkenswerte Neubewertung erlebt. Anleger setzen zunehmend darauf, dass sich das Unternehmen von einem spekulativen KI-Cloudanbieter zu einem zentralen Betreiber leistungsstarker Recheninfrastruktur für künstliche Intelligenz entwickelt.
Vom GPU-Vermieter zum Infrastrukturkonzern
Die jüngsten Quartalszahlen unterstreichen, dass sich das Geschäftsmodell von Nebius deutlich weiterentwickelt. Während das Unternehmen lange vor allem als Anbieter von GPU-Kapazitäten wahrgenommen wurde, rückt inzwischen der Aufbau einer umfassenden KI-Infrastrukturplattform in den Vordergrund. Entscheidend sind dabei weniger kurzfristige Gewinne als vielmehr Ausbaugeschwindigkeit, Energieversorgung, Auslastung und langfristige Finanzierung.
Besonders aussagekräftig bleibt die Entwicklung der verfügbaren Stromkapazität. Nach mehr als 3,5 Gigawatt vertraglich gesicherter Leistung im ersten Quartal erhöhte Nebius seine Prognose für Ende 2026 auf über 4 Gigawatt KI-Kapazität. Noch im August 2025 lag die Zielmarke bei etwas mehr als einem Gigawatt. Die Dynamik zeigt, wie stark die Nachfrage den Ausbau inzwischen beschleunigt.
Eigene Infrastruktur gewinnt strategische Bedeutung
Mehr als drei Viertel der gesicherten Stromkapazität entfallen inzwischen auf eigene Infrastruktur statt auf angemietete Anlagen. Damit verbessert sich die langfristige Kostenstruktur erheblich. Für Investoren wird zunehmend relevant, dass künftig nicht allein Grafikprozessoren über den Unternehmenswert entscheiden, sondern auch Grundstücke, Kühlsysteme, Stromversorgung und Rechenzentrumsarchitektur.
Während GPUs vergleichsweise schnell an Wert verlieren, könnte die Energieinfrastruktur selbst zu einem langfristigen strategischen Vermögenswert werden. Nebius kontrolliert derzeit zwei große KI-Rechenzentrumsprojekte mit jeweils 1,2 Gigawatt Leistung in Missouri und Pennsylvania sowie eine weitere Anlage mit 310 Megawatt in Finnland.
Bis Jahresende sollen laut Unternehmensplanung zwischen 800 Megawatt und einem Gigawatt ans Netz angeschlossen werden. Dieser Schritt gilt als entscheidend, da erst angeschlossene Infrastruktur tatsächlich Umsätze generiert.
Wiederkehrende Umsätze wachsen mit hoher Geschwindigkeit
Auch die Entwicklung der jährlich wiederkehrenden Umsätze bestätigt den Expansionskurs. Die ARR-Erlöse im KI-Cloudgeschäft stiegen im ersten Quartal auf 1,9 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 674 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 54 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Bemerkenswert ist dabei, dass der Ausbau der Infrastruktur bislang nicht schneller verläuft als deren Monetarisierung. Für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet Nebius eine weitere deutliche Beschleunigung und peilt ARR-Erlöse zwischen sieben und neun Milliarden Dollar an.
Nachfragebasis verbreitert sich deutlich
Besonders auffällig entwickelte sich zuletzt die Projektpipeline des Unternehmens. Während der Umsatz um 75 Prozent zulegte, vervielfachte sich die Pipeline im Quartalsvergleich um das 3,5-Fache. Für stark wachsende Technologieunternehmen ist ein solcher Verlauf ungewöhnlich, da sich die Wachstumsraten mit zunehmender Größe häufig abschwächen.
Die Nachfrage kommt inzwischen aus zahlreichen Branchen wie Gesundheitswesen, Robotik, Finanztechnologie, klassischen Unternehmen sowie KI-nativen Modellen und Inferenzanwendungen. Das deutet darauf hin, dass Nebius nicht allein von einzelnen Hyperscalern abhängig bleibt.
Milliardenvertrag mit Meta eröffnet zusätzlichen Spielraum
Strategisch besonders bedeutend erscheint die Zusammenarbeit mit Meta Platforms im Umfang von 27 Milliarden Dollar. Der Vertrag besteht aus zwei Komponenten. Zwölf Milliarden Dollar entfallen auf langfristig reservierte Rechenleistung für Meta. Weitere 15 Milliarden Dollar ermöglichen Nebius jedoch, Teile der Infrastruktur flexibel an andere Kunden zu vergeben.
Dadurch entsteht ein zusätzlicher Schutz gegen Unterauslastung. Gleichzeitig eröffnet die Struktur Chancen auf höhere Erlöse, falls sich die Knappheit bei KI-Infrastruktur in den kommenden Jahren weiter verschärft.
Profitabilität verbessert trotz hoher Investitionen
Die Geschäftszahlen widersprechen zunehmend der Annahme, Nebius sei lediglich ein kapitalintensiver Infrastrukturbetreiber mit schwachen Margen. Die Umsatzkosten sanken von 49 auf 26 Prozent des Umsatzes. Gleichzeitig reduzierten sich die Entwicklungskosten deutlich, ebenso wie Vertriebs- und Verwaltungsausgaben.
Das bereinigte EBITDA der KI-Cloudsparte erreichte 174 Millionen Dollar bei einem Umsatz von knapp 390 Millionen Dollar. Daraus ergibt sich eine Segmentmarge von rund 45 Prozent. Für ein Unternehmen im massiven Infrastrukturaufbau sind solche Werte bemerkenswert.
Belastend wirken derzeit allerdings die hohen Abschreibungen auf GPUs und Rechenzentren. Die Abschreibungs- und Amortisationskosten summierten sich auf 212 Millionen Dollar und entsprachen damit mehr als der Hälfte des Gesamtumsatzes. Ursache ist der extrem schnelle Ausbau der Infrastruktur, dessen wirtschaftlicher Nutzen bilanziell zeitversetzt sichtbar wird.
Nvidia stärkt die Position von Nebius
Zusätzlichen Rückenwind erhält Nebius durch die enge Zusammenarbeit mit Nvidia. Das Unternehmen erhielt die Exemplar-Cloud-Auszeichnung für GB300-NVL72-Server und soll künftig weltweit Vera-Rubin-NVL72-Cluster installieren.
Im aktuellen Marktumfeld hängen GPU-Lieferungen zunehmend von strategischen Partnerschaften ab. Sollte Nvidia unabhängige KI-Infrastrukturbetreiber künftig stärker als eigenständige Partner behandeln, könnte dies die Marktstellung von Nebius erheblich stärken.
Hohe Bewertung setzt fehlerfreie Umsetzung voraus
Die Börse bewertet Nebius inzwischen klar als zukünftigen Großanbieter von KI-Infrastruktur. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 53 Milliarden Dollar erscheint die Aktie auf Basis der aktuellen Umsätze ambitioniert bewertet.
Sollte das Unternehmen jedoch bis Ende 2026 tatsächlich ARR-Erlöse von rund acht Milliarden Dollar erreichen und gleichzeitig operative Margen von etwa 40 Prozent halten, würde sich das finanzielle Profil deutlich in Richtung eines infrastrukturbasierten Hyperscaler-Partners verschieben.
Entscheidend bleibt allerdings, dass Ausbaugeschwindigkeit, Auslastung und Preisniveau im Gleichgewicht bleiben. Bereits kleinere Verzögerungen beim Kapazitätsaufbau könnten zu einer kritischeren Neubewertung durch den Markt führen.
Finanzierung und Differenzierung bleiben Risiken
Besonderes Augenmerk gilt der Finanzierung des weiteren Ausbaus. Bislang gelingt es Nebius, Investitionen teilweise über Vorauszahlungen und Finanzierungsvereinbarungen mit Kunden zu stemmen. Eine stärkere Finanzierung über neue Aktienemissionen könnte jedoch die langfristige Gewinnentwicklung je Aktie belasten.
Darüber hinaus muss das Unternehmen seine Software- und Inferenzangebote weiterentwickeln, um sich langfristig stärker von Wettbewerbern abzugrenzen.
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Seit unserem „Buy“ Mitte Februar konnte die Nebius-Aktie bis zur laufenden Wochen im Hoch +160% Kursgewinn verzeichnen. Schon früher im Jahr hatten wir das Papier als einen der „Top-Titel“ für das laufende Jahr identifiziert.
Das Unternehmen entwickelt sich zunehmend zu einem strategisch wichtigen Anbieter im globalen Markt für KI-Infrastruktur. Die starke Nachfrage, der massive Kapazitätsausbau und die enge Nvidia-Anbindung stützen die Wachstumsstory, auch wenn die hohe Bewertung künftig kaum Raum für operative Fehler lässt.
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Nebius in Kürze
- Nebius (WKN: A1JGSL) mit Sitz in Amsterdam ist ein Technologieunternehmen, das KI-Cloud-Infrastruktur anbietet.
- Das Unternehmen betreibt Rechenzentren und verkauft Rechenleistungen und sonstige Mehrwertdienste an große Tech-Konzerne.
- Zudem besitzt Nebius zahlreiche Beteiligungen an Technologieunternehmen, darunter Avride (Robotaxis), TripleTen (Edtech-Plattform), Toloka (KI-Trainingsdaten) und Clickhouse (Datenbankmanagement).
- Nebius wurde 1989 als Holding für die russische Suchmaschine Yandex gegründet. 2024 wurde das komplette Russlandgeschäft aufgrund des Ukrainekrieges veräußert.
- Nebius notiert an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist ca. 54 Milliarden US$ wert.
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