
Kanadas Wirtschaft verzeichnete im Januar einen moderaten Zuwachs: das Bruttoinlandsprodukt stieg gegenüber Dezember um 0,1%, teilte Statistics Canada mit.
Der Anstieg folgte auf ein Plus von 0,2% im Vormonat und lag über den Analystenerwartungen, die von stagnierendem Wachstum ausgingen.
Eine Vorabschätzung deutete auf ein Wachstum von 0,2% im Februar hin, die Behörde warnte jedoch, dass frühe Schätzungen in der Regel noch revidiert werden können.
Gütersektoren steigern Produktion, Fertigung schwächelt
Die Produktion der güterproduzierenden Sektoren, die etwa ein Viertel der Wirtschaft ausmachen, wuchs im Januar um 0,2% und damit im gleichen Tempo wie im Dezember.
Bergbau, Steinbruchbetrieb sowie Erdöl- und Erdgasförderung sowie das Baugewerbe waren die Haupttreiber des Wachstums. Das Baugewerbe expandierte damit den dritten Monat in Folge.
Die verarbeitende Industrie, der zweitgrößte Beitrag zur monatlichen BIP-Entwicklung, ging um 1,4% zurück und drehte damit die im Dezember verzeichneten Zuwächse um.
Dienstleistungen stocken, Immobilien und Verkehr schrumpfen
Das Wachstum im Dienstleistungssektor war im Januar unverändert, was einen fragilen Jahresbeginn unterstreicht.
Großhandel, Verkehr und Immobilien schrumpften und machten damit Gewinne im Einzelhandel, im Finanz- und Versicherungswesen sowie im Bildungsbereich zunichte. Neun der 20 Wirtschaftssektoren verzeichneten im Monat ein Wachstum.
Ausblick und politische Implikationen
Die Wirtschaft hat unter den Folgen der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle auf Sektoren wie Stahl, Automobil, Aluminium, Holz und Kupferprodukte gelitten, was die Produktion im Fertigungssektor belastet.
Ausnahmen im Rahmen des Freihandelsabkommens zwischen den USA, Mexiko und Kanada haben andere Bereiche gestützt, doch das Gesamtwachstum blieb gedämpft und die Wirtschaft schrumpfte im vierten Quartal.
Ökonomen warnen, dass das Wachstum in den kommenden Monaten einen größeren Rückschlag erleiden könnte, da erhöhte Rohölpreise – getrieben durch den Krieg im Iran – die Konsumausgaben belasten und die Inflation anheizen.
Diese Dynamik könnte auch die Bank of Canada unter Druck setzen, die Zinsen zu erhöhen, trotz der breiteren wirtschaftlichen Schwäche.
Der moderate Anstieg im Januar und die vorläufige Einschätzung für Februar deuten auf einen zurückhaltenden Jahresbeginn hin, wobei die Gütersektoren den Großteil der Dynamik liefern, während die Dienstleistungen ins Stocken geraten.
Entscheidend dafür, ob dieser frühe Aufschwung anhält, wird weitgehend sein, wie sich Energiepreise und Handelsbedingungen entwickeln.
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