
Die Aktien der HDFC Bank standen in diesem Jahr unter anhaltendem Druck, fielen um mehr als 26 % und hinkten sowohl den Wettbewerbern als auch dem Gesamtmarkt hinterher, während Brokerhäuser nach der scharfen Korrektur zunehmend positiv gegenüber der Aktie werden.
Die jüngste Underperformance veranlasste das globale Brokerhaus JPMorgan dazu, die Aktie von „Neutral“ auf „Overweight“ hochzustufen und verwies auf ein derzeit günstigeres Chance‑Risiko‑Verhältnis.
Die Gesellschaft hat ein Kursziel von ₹1,010 festgelegt, was ein Potenzial von rund 33 % gegenüber dem aktuellen Kurs impliziert.
Separat bekräftigte Jefferies sein „Buy“-Rating auf die Bank und bestätigte ein Kursziel von ₹1,240, das ein Aufwärtspotenzial von etwa 64 % ausweist.
Bewertungen fallen auf Mehrjahrestief
JPMorgan stellte fest, dass die Bewertung der HDFC Bank auf ihr niedrigstes Niveau seit der Fusionsankündigung im April 2022 korrigiert wurde.
Die Aktie notiert nun bei rund 1,5‑fachem des geschätzten FY28 Kurs‑/Buchwerts und erreicht damit ein 16‑Jahres‑Tief für den Kreditgeber.
Der Rückgang der Bank war deutlich ausgeprägter als der ihrer Wettbewerber.
Während die ICICI Bank seit Jahresbeginn um etwa 8 % gefallen ist und der Nifty 50 rund 13 % verloren hat, ist die HDFC Bank im selben Zeitraum um über 24 % eingebrochen.
Folglich notiert die Aktie nun auf Basis des 12‑Monats vorausschauenden Kurs‑/Buchwerts mit einem Abschlag von 17 % gegenüber der ICICI Bank — eine Umkehrung gegenüber dem historischen Aufschlag und eine attraktivere Bewertung für Investoren.
Treiber der Erholung im Fokus
JPMorgans Heraufstufung stützt sich auf drei Schlüsselfaktoren, die eine Trendwende in der Kursentwicklung unterstützen könnten.
Erstens erwartet das Brokerhaus eine Erholung des gesamtwirtschaftlichen Kreditwachstums, die die Kreditvergabe im gesamten Bankensektor ankurbeln könnte.
Zweitens sieht es Spielraum für eine Verbesserung des Return on Assets (RoA), da teurere Refinanzierungen schrittweise durch günstigere Einlagen ersetzt werden könnten, wodurch Margendruck abnimmt.
Drittens positionieren die solide Bilanzqualität in Prüfungen und das robuste Einlagengeschäft der Bank sie in einem volatilen makroökonomischen Umfeld gut, in dem Investoren typischerweise große, gut kapitalisierte Kreditgeber bevorzugen.
Das Brokerhaus fügte hinzu, dass ein angespanntes Einlagenumfeld die Ergebnisse kurzfristig weiter belasten könnte; seine FY26–FY28‑Schätzungen liegen leicht unter dem Konsens, doch scheint ein Großteil dieses Risikos bereits eingepreist zu sein.
Jefferies zählt die Bank zu den Top-Picks im Sektor
Das Brokerhaus zählt die Bank weiterhin zu seinen Top‑Picks im Sektor.
Jefferies hob hervor, dass die jüngste Underperformance der Aktie durch Sorgen über Führungswechsel und die mögliche Auswirkung geopolitischer Spannungen in Westasien getrieben wurde.
Der unerwartete Rücktritt des Teilzeit‑Vorsitzenden Atanu Chakraborty Anfang dieses Monats verstärkte die Unsicherheit bei Anlegern.
Chakraborty nannte Unterschiede in Bezug auf „Werte und Ethik“, was einen scharfen Ausverkauf auslöste, der innerhalb weniger Handelssitzungen Milliarden an Börsenwert auslöschte.
Obwohl die Bank und Aufsichtsbehörden klargestellt haben, dass es keine Governance‑ oder finanziellen Unregelmäßigkeiten gibt, hat der Vorfall die Anlegerstimmung vorsichtig gehalten.
Ausblick hängt von Klarheit und Umsetzung ab
Jefferies erklärte, die Bewertungen blieben attraktiv: Die Aktie notiere bei rund 1,6‑fachem des geschätzten bereinigten Buchwerts für FY27 und bei etwa dem 13‑fachen der Gewinne – Niveaus, die im Vergleich zu großen privaten Wettbewerbern einen Abschlag aufweisen.
Das Brokerhaus fügte hinzu, dass die Sensitivität gegenüber höheren Kreditkosten und langsamerem Umsatzwachstum offenbar beherrschbar sei, während die starke Kreditqualität und das Profil der Eigenkapitalrendite der Bank eine gewisse Widerstandsfähigkeit bieten.
Analysten sind der Ansicht, dass mehr Klarheit über Entwicklungen auf Vorstandsebene, einschließlich der Ernennung eines neuen Vorsitzenden und der Verlängerung der Amtszeit des CEO, als wichtige Katalysatoren für eine Neubewertung dienen könnte.
Die Aktien der HDFC Bank notierten am Montag rund 2,8 % tiefer, was die anhaltende Volatilität widerspiegelt, während Langfristanleger die sich verbessernden Fundamentaldaten gegen kurzfristige Unsicherheiten abwägen.
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