Die Erholung der Gerresheimer-Aktie setzt sich am Donnerstagmorgen mit einem Kursplus von über +4% fort. Seit seinem Mehrjahrestief vor rund drei Monaten hat sich der Kurs des Verpackungsspezialisten bereits über +70% erholt. Wird diese Erholung weitergehen oder oder ist sie schon zu weit gegangen?

Ein aktivistischer Investor geht an Bord

Es gibt einen Hinweis darauf, dass die Kurserholung der Gerresheimer-Aktie noch weitergehen könnte, und zwar der Einstieg der Investmentgesellschaft Active Ownership. Wie der Name bereits zum Ausdruck bringt, handelt es sich bei Active Ownership um einen aktivistischen Investor, der bekannt dafür ist, bei kriselnden Unternehmen das Management umzukrempeln und Strategiewechsel zu erzwingen.

Active Ownership hat sich inzwischen direkt und indirekt 16,85% der Gerresheimer-Anteile gesichert. Erst vor wenigen Tagen kaufte der Investor ein weiteres Aktienpakt im Wert von rund 7,5 Millionen € bei einem Kurs von 28,25 € je Aktie (also etwas über dem aktuellen Kursniveau).

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Eine Investmentbank geht von Bord

Gegen eine Erholung spricht jedoch die jüngste Neubewertung der Gerresheimer-Aktie durch die Investmentbank Jefferies. Sie stufte nicht nur das Rating der Aktie von „Kaufen“ auf „Halten“ herab, sondern senkte auch das Kursziel deutlich von 34,10 auf 26,80 €.

Nach Einschätzung der Jefferies-Analysten zeigen die Endmärkte von Gerresheimer eine anhaltende Schwäche. Das macht die weitere Geschäftsentwicklung des Verpackungsunternehmens schwer berechenbar, so die Investmentbanker.

Vom Aufwärts- in den Seitwärtstrend

Der Mitte April begonnene, steile Aufwärtstrend der Gerresheimer-Aktie ist letzte Woche zu Ende gegangen. Erst wenn der Kurs das 3-Monatshoch bei 28,50 € überspringt, könnte sich dieser Trend fortsetzen. Sofern das nicht gelingt, ist eher mit einem Übergang in einen Seitwärtstrend zu rechnen.

Superbullen und Grizzlybären

Wie schwer die Bewertung der Gerresheimer-Aktie aktuell ist, zeigt die Bandbreite der Analysten-Kursziele. Sie reicht von derzeit 12,50 € (Metzler) bis 46,00 € (JPMorgan). Während die Bären demnach mit einem Downside von über -50% rechnen, sehen die Bullen ein Upside von mehr als +70%.

Ich sehe aufgrund der starken Kurserholung der letzten Wochen kein allzu großes Potenzial mehr in der Gerresheimer-Aktie. Das Forward-KGV liegt inzwischen bei 20. Für ein Unternehmen, dass kaum mehr Wachstumspotenzial hat, ist mir dieser Wert zu hoch. Hinzu kommt die Unsicherheit rund um die Vorlage des Jahresabschlusses und die Untersuchung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

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Für Anleger mit einem großen Risikoappetit ist die Gerresheimer-Aktie nach wie vor eine heiße Turnaround-Wette. Allen anderen Anlegern rate ich aufgrund des meiner Meinung nach inzwischen begrenzten Aufwärtspotenzials von einem Investment ab.

ℹ Gerresheimer in Kürze

  • Die Gerresheimer AG (WKN: A0LD6E) stellt Spezialprodukte in den Bereichen Glas und Kunststoff insbesondere für die Pharma- sowie Healthcare-Industrie her und gilt als weltweit führender Schlüssellieferant für diese Branchen. Die Produkte reichen vom Insulin-Pen bis zu Ampullen, aber auch schnöde Parfümflakons gehören zum Portfolio.
  • Der Hauptsitz ist in Düsseldorf, daneben ist der Konzern weltweit mit Standorten in Europa, Asien und Amerika vertreten.
  • Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell 930 Millionen €.

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