Für viele Anleger ist die Dividende mehr als nur ein netter Bonus: Sie ist ein Versprechen. Ein Versprechen auf Stabilität, Verlässlichkeit und Ertrag, auch in schwierigen Zeiten.

Genau dieses Versprechen hat BASF (WKN: BASF11) über Jahrzehnte geprägt. Nach der Rekorddividende von 3,40 Euro aus dem Jahr 2023 folgte jedoch die Ernüchterung: Zuletzt betrug die Dividende des weltgrößten Chemiekonzerns nur noch 2,25 Euro. Damit nicht genug: Sie verharrt auf gemindertem Niveau.

Was muss also passieren, um zu alter Stärke zurückzufinden? Und wie wahrscheinlich ist eine Rückkehr zur Dividende von 3,40 Euro?

Warum die Traumdividende von BASF schon länger wackelt

Die BASF galt lange Zeit als Musterbeispiel für aktionärsfreundliche Ausschüttungen. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Ausschüttung mehr als verfünffacht. Regelmäßig lag die Einstandsrendite bei über 5 %. Heute sind es deutlich weniger.

Die Rekorddividende von 3,40 Euro spiegelt jedoch eine Phase wider, die heute wie ein Ausnahmezustand wirkt. Damals profitierten die Ludwigshafener von außergewöhnlich hohen Chemiepreisen, starker globaler Nachfrage und vergleichsweise moderaten Energiekosten.

Heute sieht die Lage deutlich komplexer aus. Die Energiepreise in Europa bleiben strukturell hoch, was die Wettbewerbsfähigkeit belastet. Gleichzeitig schwächelt die Nachfrage aus wichtigen Märkten wie China.

Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten und ein insgesamt zähes Konjunkturumfeld. Das Ergebnis sind Margendruck und sinkende Gewinne – Gift für jede Dividendenfantasie.

Die Reduzierung der BASF-Ausschüttung auf 2,25 Euro ist daher nicht ein Zeichen von temporärer Schwäche als vielmehr ein Schritt in Richtung Realität. Der Konzern priorisiert Investitionen und Bilanzstabilität, insbesondere im Hinblick auf den Umbau zu nachhaltigeren Geschäftsmodellen.

Der Blick richtet sich nach China

Der Aufbau des neuen Verbundstandorts in Zhanjiang ist zwar kostenintensiv, soll aber langfristig das Wachstum antreiben und die Marktpositionierung sichern. Dies könnte zumindest mal ein guter Indikator dafür sein, dass es in Zukunft – abseits der typischen Zyklen – wieder aufwärtsgehen kann.

Doch wie realistisch ist eine Rückkehr zur alten Dividendenhöhe? Dafür müssten meiner Meinung nach mehrere Faktoren zusammenkommen. 

Erstens wäre eine spürbare Erholung der globalen Industrienachfrage erforderlich. Zweitens müssten dauerhaft niedrigere Energiepreise in Europa erreicht werden oder eine erfolgreiche Verlagerung energieintensiver Produktion müsste stattfinden. Drittens wären operative Effizienzsteigerungen notwendig, die die BASF bereits angestoßen hat.

All das erscheint mir möglich, ist jedoch noch in weiter Ferne, um in den Zahlen ablesbar zu sein. Zudem könnten die Risiken erhöht sein. Transformation bedeutet Unsicherheit, und mehr Geschäft in autokratisch geführten Ländern bedeutet ein erhöhtes operatives Risiko.

Kurz gesagt: Die 3,40 Euro sind kein unerreichbarer Traum, aber sie sind an Bedingungen geknüpft, die derzeit alles andere als selbstverständlich sind.

Geduld statt Gier: Was Anleger jetzt wissen müssen

Wer heute also bei der BASF auf eine schnelle Rückkehr zur alten Dividendenhöhe spekuliert, wird vermutlich enttäuscht werden. BASF befindet sich mitten in einem strukturellen Wandel, der Zeit kostet. 

Dennoch dürfte die Aktie für Einkommensinvestoren interessant sein, denn auch 2,25 Euro entsprechen – je nach Kurs – einer attraktiven Rendite. Aktuell sind es 4,2 %, leicht weniger als der Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Die eigentliche Chance liegt daher weniger in einer schnellen Dividendenerhöhung als in der Kombination aus solider Basisrendite und langfristigem Turnaround-Potenzial. Wer Geduld mitbringt, könnte am Ende mit etwas Glück doppelt profitieren: von steigenden Gewinnen und wieder wachsenden Ausschüttungen.

Der Artikel 3,40 Euro BASF-Dividende und 6,4 % Rendite: So schnell kriegst du sie! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.