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ISIN:
DE000A0LD6E6
WKN:
A0LD6E
Donnerstag, 06. Oktober 2011 | 09:54
(Aussagen aus der Telefonkonferenz in Absatz 6 und 7 und Aktienkurs im Absatz 2)
Von Heide Oberhauser-Aslan
DOW JONES NEWSWIRES
DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der Pharmaverpackungsspezialist Gerresheimer hat im dritten Quartal Umsatz und Ergebnis stärker gesteigert als erwartet und der Aktie zu einem Kurssprung verholfen. Für einen Wachstumsschub sorgten vor allem die Erlöse mit medizinischen Kunststoffsystemen. Wegen des starken Erlösanstiegs im Quartal hob der Konzern auch seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr an. Erwartet wird nun ein Umsatzanstieg zu konstanten Wechselkursen von 7% bis 8%. Bislang waren 6% bis 7% in Aussicht gestellt worden. Die bereinigte EBITDA-Marge wird weiter bei etwa 20% prognostiziert.
Die Anleger honorierten die guten Zahlen. Das Gerresheimer-Papier lag um 11.26 Uhr um 6,6% im Plus und notierte bei 31,29 EUR.
Wie das Unternehmen am Donnerstag bekannt gab, kletterte der Konzernumsatz in den Monaten Juni bis August um 9,9% auf 285 Mio EUR, von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Mittel nur mit 275 Mio EUR gerechnet. Das bereinigte EBITDA legte im Konzern dank einem deutlichen Anstieg im Bereich Plastic Systems um 7% auf 57 Mio EUR zu, geschätzt wurden 56 Mio EUR. Das Konzernergebnis kletterte um 36% auf 19,2 Mio EUR.
Gut liefen die Geschäfte von Gerresheimer vor allem im Geschäftsbereich Plastic Systems. Deutlich gewachsen sei hier das Geschäft in den Bereichen Insulin-Pen-Systeme, Inhalatoren und Diagnostik, hieß es. Auch das Im März 2011 erworbene südamerikanische Unternehmen Vedat trug nach Angaben des Unternehmens zur positiven Umsatzentwicklung bei.
Wieder auf Kurs sieht sich Gerresheimer auch im Röhrenglasgeschäft (Tubular Glass). Die Sparte hatte im ersten Halbjahr wegen einer Produktionsumstellung bei vorfüllbaren Spritzen nur begrenzte Kapazitäten zur Verfügung, was zu einem Umsatzrückgang geführt hatte. Im dritten Quartal lag der Umsatz nur noch um 1,2% unter dem entsprechenden Vorjahr. Das bereinigte EBITDA blieb mit 15,6 Mio EUR aber noch um 15% unter dem Vorjahreswert. Die positiven Effekte aus der steigenden Kapazitätsauslastung bei der Spritzenproduktion hätten sich wegen der geringeren Produktivität noch nicht vollumfänglich ausgewirkt, hieß es.
Das margenschwache Laborglasgeschäft, dessen Zukunft im Konzern offen ist, konnte seine EBITDA-Marge im Quartal leicht verbessern. Die Sparte profitierte von der Verlagerung von Geschäftsaktivitäten im Vorjahr aus den USA nach Mexiko und China.
Gerresheimer sieht sich mit seinem Geschäftsmodell gut gerüstet für weiteres profitables Wachstum. Gerade in unsicheren Zeiten zahle sich die Fokussierung auf hochwertige Pharmaverpackungen, intelligente Darreichungsformen wie beispielsweise vorfüllbare Spritzen oder Insulin Pens aus, sagte Vorstandsvorsitzender Uwe Röhrhoff bei einer Telefonkonferenz. "Wir sehen nach wie vor großes Wachstumspotenzial in diesem Segment", erklärte der Manager. Gute Wachstumschancen sieht Röhrhoff zudem bei Primärverpackungen für Arzneimitteln in den Schwellenländern. Die Pharmamärkte vor allem für Nachahmermedikamente expandierten dort stark, sagte er. In den Schwellenländern soll der Umsatz bis 2013 gegenüber 2010 auf 200 Mio EUR verdoppelt werden, bekräftigte er.
Zu den schon länger angekündigten Zukaufplänen in Nordamerika und in den Schwellenländern hielt sich Röhrhoff noch bedeckt. Akquisitionen seien für Gerresheimer weiter ein "Top-Thema", sagte der Manager. Eine hohe Priorität liege dabei unverändert in den Schwellenländern. "Dort sei das Unternehmen derzeit sehr umtriebig. Gerresheimer interessiere sich auch immer noch sehr stark für den nordamerikanischen Markt und schaue sich Projekte dort an. Derzeit sei aber noch kein Projekt abschlussreif, sagte der Manager.
Analysten der LBBW sprachen von starken Quartalszahlen bei Gerresheimer. Das Unternehmen sei für seine Jahresziele auf gutem Weg.
-Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires;
+49 (0)69 29725 113, heide.oberhauser@dowjones.com
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