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ISIN:
DE0007164600
WKN:
716460
Freitag, 14. Oktober 2011 | 10:59
(durchgehend neu mit weiteren Details sowie Analysten- und Marktreaktion)
Von Jörn Rehren
DOW JONES NEWSWIRES
WALLDORF (Dow Jones)--Am Softwarehersteller SAP ist der befürchtete Konjunkturabschwung in Europa bisher komplett vorbeigegangen. Im dritten Quartal haben die Walldorfer sowohl ihren Gewinn als auch die richtungweisenden Lizenzerlöse gesteigert. Außerdem hat der DAX-Konzern die erst im Sommer erhöhte Gesamtjahresprognose bestätigt. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf die am Freitag überraschend vorgelegten Zahlen.
Von Juli bis September sind die Softwareerlöse, die für die Zukunft stabile Wartungsumsätze generieren und deshalb von Analysten stark beachtet werden, um 28% auf 841 Mio EUR gestiegen. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Schnitt mit 100 Mio EUR weniger gerechnet. Die software- und softwarebezogenen Serviceerlöse (Non-IFRS) kletterten um 14% auf 2,69 Mrd EUR und lagen damit ebenfalls klar über den Erwartungen der Experten.
Damit untermauert die Walldorfer Softwareschmiede ihre trotz Finanzkrise und allgemeiner Konjunktursorgen zuletzt immer wieder geäußerte Zuversicht für ihr Geschäft. Auch die guten Ergebnisse des Konkurrenten Oracle insbesondere beim Lizenzwachstum hatten unter Experten schon für Optimismus gesorgt.
Das Betriebsergebnis verbesserte sich auf Non-IFRS-Basis um 23% auf 1,13 Mrd EUR, während Analysten lediglich 1 Mrd EUR erwartet hatten. Die operative Marge auf Non-IFRS-Basis machte im dritten Quartal einen Satz um 2,9 Prozentpunkte auf 33,0% und befindet sich damit schon in der Zielzone für das Gesamtjahr.
Auf IFRS-Basis entwickelten sich der operative Gewinn aufgrund der teilweise aufgelösten Rückstellung wegen möglicher Strafzahlungen an Oracle noch besser. Das Betriebsergebnis stieg um 145% auf 1,76 Mrd EUR. Auch dies übertraf deutlich die Prognosen, selbst wenn man die von den Analysten nicht berücksichtigte Zuschreibung von 723 Mio EUR abzieht.
Ein kalifornisches Bezirksgericht hatte Anfang September die ursprüngliche Strafzahlung von 1,3 Mrd USD an Oracle für Copyright-Vergehen der früheren SAP-Tochter TomorrowNow als überzogen bezeichnet und auf 272 Mio USD gesenkt. SAP hatte die zuerst verhängte Strafe Anfang des Jahres komplett zurückgestellt, die Bilanz aber jetzt der neuen Sachlage angepasst. Allerdings liegt es noch in den Händen von Oracle, ob der Prozess tatsächlich zu einem Abschluss kommt oder nochmals aufgerollt wird.
Am Ausblick für das Gesamtjahr hält SAP angesichts einer sehr starken Pipeline fest. Die Walldorfer erwarten bei den Software- und softwarebezogene Serviceerlösen ein Plus am oberen Ende der Spanne von 10% bis 14%. Das Betriebsergebnis soll weiterhin im oberen Bereich von 4,45 Mrd bis 4,65 Mrd EUR liegen. Die operative Marge soll um 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte steigen. Im Vorjahr lag sie bei 32,0%. Die Prognosen sind immer währungsbereinigt und auf Non-IFRS-Basis. Endgültige Zahlen will SAP am 26. Oktober vorlegen.
Ein Analyst, der namentlich nicht genannt werden will, spricht in einer ersten Reaktion von einem sehr guten dritten Quartal für SAP. "Das margenstarke Neugeschäft mit Software-Lizenzen liegt rund 14% über dem Konsens, das ist die eine wichtige Botschaft", sagt der Analyst. Die zweite positive Nachricht sei der bestätigte Ausblick, weil sich dann auch das aus saisonaler Sicht wichtigste vierte Quartal gut entwickeln dürfte.
Am Aktienmarkt kommt der Quartalsausweis gut an. Ein Händler kommentiert, dass es klug gewesen sei, so gute Zahlen vorzuziehen, um dafür die entsprechende Aufmerksamkeit zu bekommen. Er glaubt, dass die Aktie kommende Woche von Analysten massiv hochgestuft und das Jahreshoch um 45 EUR angreifen werde. Das Papier steigt gegen 12.58 Uhr in einem freundlichen Gesamtmarkt um 2,8% auf 41,67 EUR.
-Von Jörn Rehren, Dow Jones Newswires;
+49 (0)69 - 29725 115, joern.rehren@dowjones.com
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(END) Dow Jones Newswires
October 14, 2011 06:59 ET (10:59 GMT)
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