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DE0005773303
WKN:
577330
Mittwoch, 08. August 2012 | 07:00
-- Umsatz und Ergebnis sinken im Zweitquartal
-- Abschreibungen, Zinsen und Investitionen für Flughafenausbau belasten
-- Analysten hatten etwas bessere Zahlen erwartet
-- Ausblick für 2012 bestätigt
(NEU: Vorstand, Markt, Details)
Von Kirsten Bienk
Das Nachtflugverbot auf dem Frankfurter Flughafen und die nachlassende Nachfrage nach Luftfrachttransporten belasten den Flughafenbetreiber Fraport. Umsatz und Gewinn fielen im zweiten Quartal trotz höherer Passagierzahlen unter das Vorjahresniveau und liegen etwas unter den Erwartungen von Analysten. Belastet wurden die Frankfurter auch von Kosten für den Ausbau des Rhein-Main-Drehkreuzes. An der Jahres-Prognose hält Fraport aber fest.
Während die Einnahmen in den Monaten April bis Ende Juni nur geringfügig fielen, sank der Gewinn überproportional. Weitere Investitionen und Abschreibungen infolge des Ausbaus des Frankfurter Flughafens drückten das Ergebnis um mehr als 10 Prozent. Die höheren Passagierzahlen infolge der neuen Landebahn konnten die Belastungen nicht kompensieren. Schlecht lief es erneut beim Frachtgeschäft, das unter der schwächelnden Konjunktur leidet.
Diese entgegengesetzte Entwicklung schreibt sich auch im Juli fort. Im Hauptreisemonat fertigte der Flughafenbetreiber an seinem Heimatstandort Frankfurt 3,7 Prozent mehr Passagiere ab als im Vorjahresmonat. Das Luftfrachtvolumen sank indes um 7,6 Prozent.
Da Fraport die Belastungen im zweiten Quartal bereits weitgehend einkalkuliert hatte, wurde auch die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. In Frankfurt soll die Zahl der Passagiere um etwas weniger als vier Prozent wachsen und den operativen Gewinn über das Vorjahresniveau heben. Das Nachsteuerergebnis dürfte sich sich wegen hoher Zinsen aber nicht verbessern. Für die Aktionäre bedeutet dies aller Voraussicht nach eine unveränderte Dividende von 1,25 EUR.
Im Markt trafen die Quartalszahlen trotz der etwas verfehlten Erwartungen zunächst nicht auf großes Interesse. "Der Rückgang im Cargo-Geschäft durch Konjunktur und Nachtflugverbot war bereits öfters thematisiert worden", sagte ein Händler. Eine Überraschung sei das Minus beim Nettogewinn daher nicht.
Bei Fraport steht das reisestarke dritte Quartal noch aus. Von Juli bis Ende September erzielen Flughäfen, Fluggesellschaften und Reiseveranstalter traditionell den Großteil ihrer Gewinne.
Die deutschen Flughäfen leiden derzeit unter der europäischen Wirtschaftskrise und der deutschen Luftverkehrsteuer. Nur noch jeder zweite Airport konnte nach Angaben ihres Verbandes im ersten Halbjahr seine Passagierzahlen steigern. Insgesamt ergab sich nur ein Plus von 2 Prozent. Der Cargoumschlag reduzierte sich um mehr als 4 Prozent.
Die zu Jahresbeginn 2011 eingeführte Luftverkehrsteuer veranlasst viele deutsche Reisende, ihre Flüge von grenznahen Flughäfen anzutreten und diese dort auch zu beenden. Die meisten Urlauber wandern zu den niederländischen Airports Maastricht und Eindhoven ab.
Kontakt zur Autorin: kirsten.bienk@dowjones.com
DJG kib kla
(Mehr zu diesem Thema und weitere Berichte und Analysen zu aktuellen Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auf www.WSJ.de, dem deutschsprachigen Online-Angebot des Wall Street Journal.)
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August 08, 2012 03:00 ET (07:00 GMT)
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