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DJ UPDATE: Commerzbank will wieder Dividende zahlen

ISIN: DE0008032004
WKN: 803200

Mittwoch, 23. Mai 2012 | 10:40

--Aufsichtsrat verteidigt Rücknahme der Gehaltsdeckelung für Vorstand

--Vorratsbeschluss für rund 2,5 Mrd EUR Kapitalerhöhung in nächsten fünf Jahren

--Risikovorsorge soll 2012 unter 1,7 Milliarden Euro liegen


(NEU: weitere Hintergrundinformationen, Kritik an höheren Gehältern)

Von Alexandra Edinger
DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Commerzbank will nach Jahren der Flaute wieder eine Dividende an die Aktionäre zahlen. Im kommenden Jahr sollte es endlich soweit sein, stellte Commerzbank-Chef Martin Blessing auf der Hauptversammlung in Aussicht. Trotz der erfreulichen Ankündigung gab es Kritik einiger Aktionäre. Während die Anteilseigner seit Jahren leer ausgehen, bewilligte der Aufsichtsrat Blessing und dem Rest des Vorstands höhere Gehälter - die Stimmung ist gereizt.

Deutschlands zweitgrößte Bank hatte zuletzt im Jahr 2008 eine Dividende ausgeschüttet - ein Euro je Aktie wurde gezahlt. Allerdings waren seinerzeit wesentlich weniger Commerzbank-Aktien auf dem Markt. Somit können Aktionäre für 2013 sicherlich nicht mit einem so reichlichen Geldsegen rechnen.

Eine Dividende wäre für die Aktionäre aber dennoch grundsätzlich eine gute Nachricht, schließlich hatte es zuletzt 2008 eine Ausschüttung gegeben. Das Bankhaus musste vom Bankenrettungsfonds SoFFin 2008 und 2009 mit insgesamt 18,2 Milliarden Euro gestützt werden. Davon hat die Commerzbank 2011 bereits den Großteil zurückgezahlt. Der Rest des SoFFin Geldes liegt in einer stillen Einlage von rund 1,7 Milliarden Euro. Der Bankenrettungsfonds hält rund 25 Prozent der Commerzbank-Aktien.

Von der Europäische Bankenaufsicht (EBA) wurde Ende 2011 bei der Commerzbank eine Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro ermittelt. Diese Lücke hat die Commerzbank zum Ende des ersten Quartals wieder geschlossen und Blessing kündigte auf der Hauptversammlung an, die Kapitalpuffer des Instituts jetzt noch weiter auszubauen.

Für die ersten Zwischenrufe auf der Hauptversammlung sorgte der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus-Peter Müller. Er verteidigte die Entscheidung des Aufsichtsrats, die Deckelung für die Gehälter der Vorstände aufzuheben. Dabei habe es sich keineswegs um eine Gehaltserhöhung, sondern lediglich um die Umsetzung des 2010 gebilligten Vergütungssystems gehandelt. "Ich halte die Entscheidung des Aufsichtsrates, die Deckelung der Vorstandsgehälter nicht zu verlängern für unbedingt geboten", sagte Müller. Die Gehälter seien seit 2008 "signifikant unterhalb des Marktniveaus angesiedelt". Ohne die Begrenzung steigen die Gehälter signifikant an.

Im Restrukturierungsgesetz vom Dezember 2010 war eine Aufhebung der Begrenzung der Vorstandsgehälter für den Fall vorgesehen, dass die Commerzbank entweder die stillen Einlagen voll verzinst oder mindestens die Hälfte der Staatshilfen zurückzahlt. Da letzteres von der zweitgrößten deutschen Bank umgesetzt wurde, bestand kein Grund mehr für die den Aufsichtsrat, die Gehaltsdeckelung für 2012 zu verlängern.

Als Vorratsbeschluss lässt sich Blessing auf der Aktionärsversammlung die Erhöhung des Grundkapitals Genehmigung. Innerhalb der kommenden fünf Jahre kann die Bank das Grundkapital dann um bis zu rund 2,5 Milliarden Euro erhöhen. Damit könnte die Commerzbank damit bei Bedarf die verbliebenen stillen Einlagen des SoFFin sowie die stille Einlage der Allianz von rund 750 Millionen Euro in Aktien umwandeln. Denkbar wäre aber auch eine Rückzahlung der stillen Einlagen durch eine Kapitalerhöhung, erläuterte Blessing.

Außerdem will der Commerzbank-Chef bei der Risikovorsorge für sein Haus 2012 unter 1,7 Milliarden Euro bleiben. 2011 waren es rund 1,4 Milliarden Euro gewesen. Bei der Roadmap 2012 hatte das Unternehmen noch rund 2 Milliarden Euro für diesen Posten vorgesehen.

Zudem will Blessing bei den Kosten weiter auf die Bremse treten. Unter den geplanten 7,6 Milliarden Euro will er im Gesamtjahr 2012 bleiben. Im Vorjahr waren es noch rund 8 Milliarden Euro gewesen.


-Von Alexandra Edinger, Dow Jones Newswires;
+49 69 29 725 112, alexandra.edinger@dowjones.com

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May 23, 2012 06:40 ET (10:40 GMT)

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