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A1DAHH
Freitag, 02. September 2011 | 09:12
(durchgehend neu)
Von Natali Schwab
DOW JONES NEWSWIRES
MÜLHEIM (Dow Jones)--Der Chemiehändler Brenntag setzt seine Einkaufstour fort und verstärkt sich im Geschäft mit Öl- und Gaskunden. Für rund 112 Mio GBP übernimmt der Konzern den britischen Spezialchemie-Distributeur Multisol. Die Transaktion soll im November abgeschlossen werden. Von Multisol erwartet sich Brenntag künftig einen deutlichen Wachstumsbeitrag.
Mit Multisol stärke Brenntag ihre Produktpalette im Bereich der Basisöle, sagte Finanzvorstand Jürgen Buchsteiner am Freitag auf einer Telefonkonferenz. Mit der zweiten Produktline, den Schmierstoff-Chemikalien, ergänze Brenntag ihr Portfolio. Multisol vertreibt diese dabei nicht nur, sondern stellt Mischungen und Formulierungen von Schmierstoffen nach Kundenauftrag selbst her. Die Briten konzentrieren sich auf das Wachstumssegment Öl- und Gas. Die Reduzierung von Emissionen ist dabei ein Thema. Strengere Abgasnormen könnten nur durch spezielle Schmierstoffe erfüllt werden. Mit ihrer Neuerwerbung stößt Brenntag nun in dieses lukrative Geschäft vor.
Multisol beschäftigt 170 Mitarbeiter und ist in Großbritannien, Frankreich und Südafrika präsent und verfügt über zusätzliche Vertriebsaktivitäten in Russland, Polen und Spanien. Vor allem in den Regionen in Zentral- und Osteuropa erwartet Brenntag ein deutliches Wachstum bei Schmierstoffen.
Multisol verfüge über langfristige Verträge auch mit großen Unternehmen aus der Öl- und Gasindustrie. Für 2012 erwartet das Unternehmen einen Außenumsatz von 238 Mio GBP sowie ein Bruttoergebnis vom Umsatz von 39 Mio EUR. Für die kommenden Jahre geht Brenntag von einem stetigen Wachstum des Unternehmens aus. Bis 2016 sollen die Erlöse um durchschnittlich 3% jährlich und das Bruttoergebnis vom Umsatz um rund 7% pro Jahr steigen.
Finanziert werden soll die Transaktion, die zu den größeren des akquisitionsfreudigen Unternehmens gehört, in einer Mischung aus verfügbaren Mitteln und zusätzlichen Krediten aus Brenntags bestehenden Finanzierungsvereinbarungen. So verfügt das Unternehmen über Barmittel von 260 Mio EUR sowie eine revolvierende Kreditlinie von 400 Mio EUR. Über den endgültigen Finanzierungsmix will Brenntag noch entscheiden.
Mit dem Neuerwerb ist die Einkaufstour noch nicht beendet, im Gegenteil. CEO Steven Holland sagte während der Telefonkonferenz, Brenntag strebe weitere kleinere, ergänzenden Akquisitionen an. In diesem Jahr hat der MDAX-Konzern dabei schon mehrfach zugeschlagen: So hatte sich Brenntag vor einigen Monaten mit der Übernahme von Zhong Yung (International) Chemical Ltd den Zugang zum chinesischen Markt gesichert und außerdem ihr Geschäft in den USA durch den Zukauf des regionalen Distributeurs für Industriechemikalien G.S. Robins verstärkt.
In einem sehr schwachen Börsenumfeld konnte der Zukauf am Freitag die Brenntag-Aktie nur bedingt stützen. Das Papier verlor 1,07% auf 70,37 EUR. Der MDAX entwickelte sich jedoch unterdurchschnittlich mit einem Minus von 2,7%. Die Euro-Schuldenkrise und schwache Vorgaben aus USA und Asien ließen die Anleger Abstand von den Aktien nehmen. Dabei werteten die Marktteilnehmer den Zukauf als positiv, der gut ins Brenntag-Portfolio passe.
-von Natali Schwab, Dow Jones Newswires;
+49 69 29725119, natali.schwab@dowjones.com
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September 02, 2011 05:12 ET (09:12 GMT)
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