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581005
Mittwoch, 22. Februar 2012 | 17:21
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Deutsche Börse AG wird an die Börsenmakler, die sogenannten Spezialisten, künftig höhere Anforderungen stellen. Dies sei Thema einer turnusmäßigen Sitzung mit den Maklern. Damit bestätigte der Börsenbetreiber im Grundsatz einen Bericht von Dow Jones Newswires.
Wörtlich spricht die Börse von "erhöhten ökonomischen und unternehmerischen Anforderungen" an die Spezialisten, ohne Details zu den geplanten Änderungen zu nennen.
Nach Einschätzung von Beobachtern soll damit offenbar der Konsolidierungsdruck auf die Börsenmakler erhöht werden. Dies könnte eine Reihe von Zusammenschlüssen oder Übernahmen auslösen, heißt es von mit den Vorgängen vertrauten Personen.
Die Börse wünscht sich eigenen Angaben zufolge ein "differenziertes Serviceangebot und hohe Handelsqualität im Interesse der Investoren und Emittenten", das die Spezialisten anbieten müssten. Dies gelte gerade vor dem Hintergrund der Finanzkrise, durch die die Kapitalbeschaffung über die Börse immer wichtiger werde - vor allem für den Mittelstand.
"Die Börse stellt die Weichen für die finale Neuordnung der Börsenlandschaft", so eine mit der Sache vertraute Person. Künftig sollen die Spezialistenfirmen mindestens acht Händler beschäftigen und ein Eigenkapital von mindestens 5 Millionen Euro vorweisen, heißt es in den Marktkreisen.
Derzeit sind die Anforderungen deutlich niedriger und abhängig von Status der Spezialistengesellschaft - Vollbank, Teilbank oder einfacher Finanzdienstleister. Daneben besteht eine Hinterlegungspflicht für die bei den Geschäften eingegangenen Risiken.
Offenbar vom Tisch ist vorerst die Kündigung der Spezialisten-Verträge zum 30. September. Nun heißt es, die Börse könnte den Maklern zunächst bis zum 30. Juni Zeit geben, sich auf die neuen Anforderungen einzustellen. Möglich sei auch, dass eine Nachfrist gewährt werde.
Unter den Spezialisten dürften die Änderungen eine neue Welle von Zusammenschlüssen und Übernahmen auslösen. Einige Häuser erfüllen die Eigenkapitalanforderungen nicht und beschäftigen zu wenige Händler. Zusammenschlüsse zwischen kleineren Firmen gelten allerdings als schwierig, weil das Management dann vermutlich zu groß und zu teuer würde.
Andererseits betreuen einige Spezialisten zu wenig Wertpapiere. Derzeit teilen sich etwa 15 Spezialisten-Firmen mehrere tausend Wertpapiere. Als möglich gilt nun, dass börsenzugelassene Spezialisten ihre Wertpapiere an größere Gesellschaften verpachten oder ihre Verträge an sie verkaufen.
Allerdings gilt auch die Situation einiger größerer Spezialisten als schwierig. In Trendmärkten mit kontinuierlich steigenden oder sinkenden Kursen fallen häufig Verluste an, weil die Firmen mit einer Mindeststückzahl für bestimmte Angebots- oder Nachfragepreise einstehen müssen.
Das könnte sich nun ändern: "Sollte die Börsenlandschaft weiter konsolidieren, entsteht irgendwann ein Oligopol in der Börse", meint eine andere mit der Sache vertraute Person. Dann könnten die verbleibenden Spezialisten höhere Gebühren durchsetzen - zu Lasten der Anleger.
-Von Herbert Rude, Dow Jones Newswires,
+49(0)69-29725217, herbert.rude@dowjones.com
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(END) Dow Jones Newswires
February 22, 2012 12:21 ET (17:21 GMT)
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