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DJ MÄRKTE EUROPA Zwischen Hoffen und Bangen

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Montag, 28. Mai 2012 | 10:17

FRANKFURT (Dow Jones)--Die jüngsten Umfrageergebnisse vor den Abstimmungen in Athen und Dublin haben Europas Börsen auf breiter Front mit Gewinnen in den Pfingstmontag starten lassen. Im Verlauf des Vormittags rückte dann aber die zunehmend prekäre Lage des spanischen Bankensystems stärker in den Fokus und lässt die Gewinne abschmelzen. Im Zentrum steht dabei die angeschlagene Bankia, das drittgrößte Kreditinstitut der Iberer. Deren Aktien brechen in Madrid in der Spitze um knapp 30 Prozent ein. Der Euro-Stoxx-50 hingegen steigt um 0,7 Prozent auf 2.178 Punkte, für den DAX geht es um 0,8 Prozent auf 6.392 Punkte nach oben.

Dass die Nea Dimokratia in Griechenland in der Wählergunst wieder die Nase vorn hat, ist auf der Habenseite zu verbuchen. Anders als das linksgerichtete Syriza-Bündnis unterstützt die bürgerliche Partei das mit der Troika aus EU, EZB und IWF ausgehandelte Sparpaket. Befeuert wird die "Risiko-an-Stimmung" auch von Prognosen, nach denen sich die Iren bei dem anstehenden Referendum für den europäischen Fiskalpakt aussprechen werden. Wie Portugal ist das wie Spanien unter einem maroden Bankensektor leidende Land bereits unter den Rettungsschirm von EU und IWF geschlüpft.

Wie bei solchen Großwetterlagen üblich, zieht auch der Euro an und steigt zum Greenback im Tageshoch auf 1,2626 Dollar. Am Freitag wurde die Gemeinschaftswährung im Tagestief noch mit 1,2516 Dollar gehandelt. Die als sicherer Hafen geltenden deutschen Bund-Futures zeigen sich hingegen etwas leichter, der Kontrakt mit Fälligkeit im Juni verliert 22 Ticks auf 144,13 Prozent.

Spanien wird zur Achillesferse

"Diese Konstellation kann sich aber mit jeder neuen Meldung um 180 Grad drehen. Der Markt hat keine eigene Richtung, sondern wird nur von Schlagzeilen getrieben", sagt ein Börsianer. Gegen den Trend verliert in Madrid der IBEX 0,2 Prozent auf 6.532 Punkte, kein anderer wichtiger Index notiert europaweit im Minus. Neben den Hellenen entwickeln sich in den vergangenen Tagen immer mehr die Spanier zur Achillesferse des Euroraums. So wird die Rettung der angeschlagenen Bankia immer teurer, sie soll jetzt 19 Milliarden Euro kosten. Ursprünglich hatte die spanische Regierung 5 Milliarden Euro angesetzt, anschließend 15 Milliarden Euro.

Damit wäre diese Rettungsaktion die größte in der Geschichte des Landes und entspräche der doppelten Summe, die die Iberer bislang in die Sanierung ihres Bankensystems gesteckt haben. Bankia, die am Freitag ausgesetzt waren, werden erstmals nach dem Bekanntwerden des tatsächlichen Hilfsbedarfs wieder gehandelt und brechen um 11,5 Prozent auf 1,40 Euro ein. Im Tagestief haben sie bereits die 1,11 Euro gesehen. BBVA fallen um 0,6 Prozent auf 4,90 Euro zurück, Santander verbilligen sich um 0,8 Prozent auf 4,52 Euro.

Wie die Zeitung El Mundo schreibt, schätzt die Regierung den Finanzbedarf für drei weitere Banken auf mindestens 30 Milliarden Euro. Dabei handele es sich um die Institute Catalunya Caixa, Novagalicia und Banco de Valencia, die jüngst vom Staat übernommen wurden. Um die Kosten zu senken, könne sich Spanien an den Euro-Rettungsfonds EFSF wenden, so das Blatt weiter. Die Analysten von Nomura erwarten gar, dass der Sektor eine Kapitalspritze von 50 bis 60 Milliarden Euro benötigen könnte.

Vor diesem Hintergrund steigen die Prämien für Versicherungen gegen den Ausfall fünfjähriger Staatsanleihen der Iberer auf 553 Basispunkte und damit den höchsten Stand seit dem 21. Mai. Die Rendite zehnjähriger spanischer Staatsanleihen zieht um 16 Basispunkte auf 6,43 Prozent an. Nach der vorangegangenen Rally stehen auch die Versorger europaweit unter Druck, der Index gibt um 0,6 Prozent nach.

Keine Impulse von Wall Street

Die Impulse am Nachmittag dürften überschaubar bleiben, denn an der Weltleitbörse an Wall Street bleiben die Handelstische wegen des "Memorial Day" unbesetzt. Auch in Österreich und der Schweiz sind die Aktienmärkte wegen des Pfingstmontags geschlossen.

Nachrichten zu Einzelwerten muss man ansonsten suchen wie weiland Diogenes mit der Laterne. Im frühen Geschäft fallen in der zweiten Reihe allerdings Hochtief auf, für die es um 2,0 Prozent auf 37,32 Euro nach oben geht. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hat sich Finanzvorstand Peter Sassenfeld optimistisch für das zweite Quartal gezeigt. "Mit 50 Milliarden Euro haben wir nun einen Rekord-Auftragsbestand, der uns Beschäftigung für rund zwei Jahre sichert", erklärte der Manager.

Deutsche Wohnen geben um 0,6 Prozent auf 11,91 Euro nach. Das Immobilienunternehmen baut den Bestand an Wohnungen deutlich aus und übernimmt von der Barclays Bank rund 23.500 Wohneinheiten. Der Transaktion liegt ein Enterprise Value von 1,235 Milliarden Euro zugrunde, der Kauf soll sowohl mit Eigen- als auch mit Fremdkapital finanziert werden.

Diageo ziehen in London um 0,8 Prozent auf 1.526 Britische Pence an. Der Spirituosenproduzent übernimmt für rund 300 Millionen Britische Pfund in bar die Cachaca-Marke Ypioca. Das Label für Zuckerrohrschnaps brachte es zuletzt auf einen Umsatz von rund 60 Millionen Britischen Pfund. Zwar sei der Zukauf klein und nicht billig, dessen ungeachtet stärke er jedoch das Portfolio der Qualitätsmarken von Diageo.

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INDEX Stand +-%
Euro-Stoxx-50 2.182,46 +0,95%
Stoxx-50 2.299,89 +0,68%
DAX 6.402,74 +0,99%
FTSE 5.412,51 +1,14%
CAC 3.085,08 +1,22%
EUREX Stand +-Ticks
Bund-Future 144,02 -33

DEVISEN zuletzt '+ - % Mo, 8.00 Uhr Fr, 18.00 Uhr
EUR USD 1,2595 -0,04% 1,2600 1,2517
EUR JPY 99,9347 -0,09% 100,0264 99,7082
EUR CHF 1,2022 0,01% 1,2020 1,2006
USD JPY 79,3510 -0,03% 79,3770 79,6425
GBP USD 1,5706 -0,02% 1,5710 1,5648
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May 28, 2012 06:17 ET (10:17 GMT)

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