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DJ MÄRKTE EUROPA Papademos-Aussagen bringen die Angst zurück

ISIN: DE0001717049
WKN: 171704

Mittwoch, 23. Mai 2012 | 08:15

FRANKFURT (Dow Jones)--Die sprichwörtlichen zittrigen Hände haben Europas Aktienmärkte weiter im Griff. Sorgten am Dienstag noch die Hoffnungen auf ein positives Ergebnis des informellen Gipfels der Staats- und Regierungschefs der EU für Gewinne, schickt die Angst vor einem Auseinanderbrechen des Euroraums die Kurse zur Wochenmitte wieder gen Süden.

Im frühen Geschäft gibt der Euro-Stoxx-50 um 1,1 Prozent auf 2.169 Punkte nach, für den DAX geht es um 1,3 Prozent auf 6.349 Punkte nach unten. Dabei sind vor allem Finanzwerte und Zykliker "Brief", für Grundstoffaktien geht es im europäischen Schnitt um 3,1 Prozent nach unten, Bankenpapiere verlieren im Mittel 1,7 Prozent.

"Derzeit ist der Markt leider nur etwas für Trader", sagt ein Händler. Denn selbst wenn es die Kurse schafften, sich weiter zu erholen, werde die nächste Abwärtswelle spätestens vor den Wahlen in Griechenland zuschlagen. "Denn in dieses noch nicht vernünftig prognostizierbare Ereignis wird aus aktueller Sicht keiner wirklich 'long' hineingehen wollen."

Als Grund für den neuerlichen Stimmungseinbruch nennen Börsianer Aussagen des ehemaligen Athener Ministerpräsidenten Lucas Papademos. Im Gespräch mit Dow Jones Newswires bezeichnete er die Gefahr eines Austritts seines Landes aus dem Gemeinsamen Währungsgebiet als real. Vorbereitungen zur Eindämmung der Konsequenzen eines solchen Schritts würden bereits getroffen.

Niedrige Erwartungen an Brüsseler EU-Gipfel

Bereits im späten dienstäglichen Geschäft an Wall Street sorgten die Einlassungen für einen ordentlichen Dämpfer, der sich am Mittwoch an den asiatischen Aktienmärkten fortsetzte. Dem üblichen "Risiko-aus-Reflex" entsprechend kam der Euro zum Dollar unter Druck und reichte mit 1,2646 Dollar im Tagestief nahe an das Jahrestief von 1,2624 Dollar heran. Auch andere als riskant geltende Devisen wie die australische Landeswährung gaben Territorium zum Greenback preis. Die als sicherer Hafen geltenden deutschen Bund-Futures ziehen im frühen Geschäft dagegen kräftig an.

Im Zentrum des Interesses steht das Brüsseler Sondertreffen der Staats- und Regierungschefs der EU am Abend. "Die eigentlichen Ergebnisse dürften eher mau ausfallen und kaum für mehr Risikoappetit an den Märkten sorgen", sagt allerdings Lutz Karpowitz, Devisenanalyst bei der Commerzbank. Neue Vorschläge zur Wachstumsförderung seien unwahrscheinlich, vielmehr dürften seiner Einschätzung nach bereits bekannte Pläne der EU-Kommission wiederbelebt werden.

"Dazu gehören Investitionshilfen durch die Europäische Investitionsbank und Hilfen aus dem EU-Strukturfonds ebenso, wie so genannte Projekt-Bonds der EU-Kommission, die Privatinvestoren bei Infrastrukturprojekten unterstützen sollen", erklärt Karpowitz. Diese Projekt-Bonds hätten aber nichts mit Eurobonds zu tun, ein Thema, das auf dem Gipfel aber kaum eine Rolle spielen werde, nachdem es von deutscher Seite bereits abgelehnt worden sei.

SAP-Zukauf kommt zwiespältig an

Mit Blick auf die Einzelwerte dominiert der neuerliche Zukauf von SAP die Gespräche in den Handelsräumen. Die Walldorfer setzen ihre Shopping-Tour fort und übernehmen für 4,3 Milliarden Dollar den auf Cloud-Lösungen spezialisierten Informationsdienstleister Ariba. Für das Unternehmen aus dem Silicon Valley, das zuletzt 444 Millionen Dollar umsetzte, bietet SAP 45 Dollar je Aktie. Das ist ein Aufschlag von 20 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag.

Mit der Akquisition kämen die Walldorfer zwar dem Ziel eines Umsatzes von 2,0 Milliarden Euro mit Cloud-Lösungen bis 2015 näher, meint Mirko Maier, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Allerdings weise das Produktportfolio in diesem Bereich mittlerweile manche Überlappung auf, deren Bereinigung SAP beschäftigen werde. Noch dazu sei der Kaufpreis wie bei SuccessFactors vergleichsweise hoch. Die SAP-Aktie verbilligt sich um 2,2 Prozent auf 46,76 Euro.

Pfeiffer Vacuum geben um 6,4 Prozent auf 82,27 Euro nach. Allerdings bringt der Anlagenbauer am Mittwoch eine Dividende von 3,15 Euro je Aktie unter die Anleger. Gemessen am Schlusskurs des Vortags ist das ein Abschlag von 3,6 Prozent.

Platzierung lastet auf London Stock Exchange

Die Platzierung der Anteile von UniCredit und Intesa Sanpaolo an der London Stock Exchange (LSE) lässt deren Aktien um 7 Prozent nachgeben. Insgesamt veräußern die beiden italienischen Banken 11,5 Prozent am Börsenbetreiber. "Nach dem Rückfall der LSE-Aktie unter 1.000 Pence sind die Banken vermutlich nervös geworden", sagt ein Händler. Die Kurserholung der vergangenen Tage hätten sie dann zum Anlass für die Platzierung genommen. Immerhin habe sich die LSE-Aktie seit Jahresbeginn um fast 30 Prozent erholt.


DEVISEN zuletzt + - % 0.00 Uhr Di, 18.00 Uhr
EUR USD 1,2635 -0,4% 1,2679 1,2729
EUR JPY 100,3706 -1,0% 101,4108 101,8512
EUR CHF 1,2010 -0,0% 1,2012 1,2011
USD JPY 79,4435 -0,7% 79,9825 79,9755
GBP USD 1,5724 -0,3% 1,5765 1,5775

DJG jej ros

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