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DJ MÄRKTE EUROPA Neuer Urnengang in Griechenland belastet Börsen

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WKN: 969000

Dienstag, 15. Mai 2012 | 16:45

FRANKFURT (Dow Jones)--Das Drama in Griechenland hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Bemühungen um eine Regierungsbildung im dem südeuropäischen Land sind gescheitert. Mitte Juni wird es Neuwahlen geben. Derzeit sieht es danach aus, als ob sich dann die linksradikale Syriza mit großer Mehrheit durchsetzen wird. Diese hat bereits angekündigt, die Sparvereinbarungen mit EU und IWF aufzukündigen. Damit droht dem Land die baldige Pleite und möglicherweise ein Ende in der Eurozone. Die Anleger sorgen sich vor allem um eine eventuelle Ansteckung nach Spanien und Italien.

Börsen und Euro werden wegen Griechenland abverkauft

Die Nachrichten aus Griechenland führten zu schweren Kursverlusten an Europas Börsen. Für den Euro-Stoxx-50 ging es 1,1 Prozent auf 2.179 Punkte nach unten, der CAC verlor 0,6 Prozent auf 3.039 und der DAX 0,8 Prozent auf 6.401 Punkte. Schlimm erwischte es die Börsen in Mailand und Madrid. Der MIB gab 2,6 Prozent auf 13.311 nach, mit 13.263 Punkten wurde ein neues Jahrestief markiert. Der IBEX hielt sich mit einem Minus von 1,6 Prozent auf 6.700 Punkte zwar etwas besser, fiel aber dennoch auf Stände vom März 2009.

Die sich verschärfende Schuldenkrise ist natürlich Gift für den Euro. Die Gemeinschaftswährung verlor rund 1 Cent auf Niveaus um 1,2750 Dollar. Im Handel stellt man sich auf weitere Verluste in den kommenden Tagen ein. Ein Test der Marke von 1,25 Dollar gilt als ausgemachte Sache. Die Angst vor Ansteckungen nach Spanien und Italien verschärfte natürlich die Fluchtbewegung aus den Anleihemärkten der Peripherie. Die Zinsen auf italienische Benchmarkanleihen sprangen um 16 Basispunkte (Bp) auf 5,84 Prozent nach oben, für die entsprechenden spanischen Titel ging es 12 Bp auf 6,30 Prozent nach oben.

Während die Anleger die Peripherie zum Teil fluchtartig verlassen, kann sich der deutsche Anleihenmarkt dem Ansturm kaum noch erwehren. Zwar verbuchten auch Bundesanleihen am Dienstag minimale Verluste, mit einem Zins von 1,47 Prozent rentieren sie aber so niedrig wie seit 1871 nicht mehr. Selbst in der Niedrigzinsphase zwischen 1890 und 1900 lagen sie über drei Prozent und damit weit höher als die jetzigen Stände. Wie lange diese Situation anhalten kann, ist ungewiss. Spätestens wenn die Kreditwürdigkeit Deutschlands in Frage gezogen wird, droht Ungemach.

Dieser Moment scheint noch nicht gekommen. Ein überraschend starkes Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus Deutschland macht deutlich, dass sich Europa derzeit mit zwei Geschwindigkeiten bewegt. Während die Peripherie mit einer sich vertiefenden Rezession kämpft, wächst Deutschland im ersten Quartal mit einem respektablen Tempo von 0,5 Prozent. In Italien schrumpfte die Wirtschaft dagegen um 0,8 Prozent.

Banken-Abstufung durch Moody's für Italien nicht hilfreich

Auch die Ratingagentur Moody's hat in Italien zugeschlagen. Die Agentur hat gleich 26 Banken heruntergestuft. Moody's begründete den Schritt mit Blick auf den Staat, nicht mit der Finanzstärke der Banken selbst. Der Umfang staatlicher Hilfe, den Banken bei finanziellen Schwierigkeiten erwarten könnten, sei gesunken. Der Schritt war von den Anlegern erwartet worden. Dennoch verloren Unicredit - bedingt vor allem durch die Schwäche im Bankensektor nach den Nachrichten aus Griechenland - 5,5 Prozent auf 2,53 Euro. Intesa Sanpaolo gaben trotz guter Zahlen um 5,5 Prozent nach.

ThyssenKrupp mit Erholungsrally im späten Geschäft

Eine Berg- und Talfahrt legten ThyssenKrupp hin. Nachdem die Aktie nach Zahlen und einem als enttäuschend bezeichneten Ausblick über weite Strecken Tagesverlierer im DAX waren, legte die Aktie im späten Geschäft eine beeindruckende Rally hin. Der Stahlkonzern sieht sich nach Alternativen für seine amerikanischen Stahlwerke um. Ein möglicher Verkauf des Problemkindes kam im Handel gut an, selbst falls sich dieser als kostspielig erweisen sollte. "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende", sagte ein Händler. Das Papier gewann 1,6 Prozent auf 16,01 Euro und war damit zusammen mit adidas Tagesgewinner im DAX.


Europäische Schlussindizes am Dienstag, 15. Mai:

Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2178,67 -23,28 -1,1% -6,0
Stoxx-50 2311,34 -13,21 -0,6% -2,5
Stoxx-600 245,76 -1,67 -0,7% 0,5
Frankfurt XETRA-DAX 6401,06 -50,91 -0,8% 8,5
London FTSE-100 5437,62 -27,90 -0,5% -2,3
Paris CAC-40 3039,27 -18,72 -0,6% -3,8
Amsterdam AEX 296,24 -1,81 -0,6% -5,2
Athen ATHEX-20 212,35 -9,43 -4,3% -19,8
Brüssel BEL-20 2103,19 -31,36 -1,5% 0,9
Budapest BUX 16877,46 -131,86 -0,8% -0,6
Helsinki OMXH-25 1929,24 -33,46 -1,7% -0,7
Istanbul NAT30 68593,06 -410,81 -0,6% 11,2
Kopenhagen OMXC-20 439,41 -4,22 -1,0% 12,7
Lissabon PSI 20 5078,60 -94,67 -1,9% -9,3
Madrid IBEX-35 6809,40 -108,70 -1,6% -21,8
Mailand FTSE-MIB 13311,36 -349,51 -2,6% -11,8
Moskau RTS 1400,77 -0,96 -0,1% 1,4
Oslo OBX 371,83 1,75 +0,5% 4,0
Prag PX 876,00 -17,20 -1,9% -3,9
Stockholm OMXS-30 999,22 -5,65 -0,6% 1,2
Warschau WIG-20 2111,15 -25,97 -1,2% -1,6
Wien ATX 1909,95 -54,79 -2,8% 1,0
Zürich SMI 5865,16 -10,50 -0,2% -1,2


DEVISEN zuletzt '+ - % Di, 8.45 Uhr Mo, 18.23 Uhr
EUR USD 1,2771 -0,64% 1,2854 1,2844
EUR JPY 102,3587 -0,31% 102,6784 102,5797
EUR CHF 1,2010 -0,02% 1,2012 1,2010
USD JPY 80,1450 0,32% 79,8925 79,8300
GBP USD 1,6021 -0,55% 1,6109 1,6118


DJG mpt ros

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May 15, 2012 12:45 ET (16:45 GMT)

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