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DJ MÄRKTE EUROPA Japaner und Belgier bremsen die Börsen

ISIN: CH0009980894
WKN: 969000

Montag, 13. August 2012 | 11:04

Von Benjamin Krieger

Der DAX tut sich am Montag an der 7.000er Marke schwer. Seit einer Woche schon stagniert der Index unter diesem Widerstand. Am Mittag legt der DAX um 0,3 Prozent auf 6.962 Punkte zu. Überraschend schwache japanische Wachstumszahlen und eine Absage des belgischen EZB-Ratsmitglieds Luc Coene an Marktinterventionen der Europäischen Zentralbank (EZB) bremsen die Kurse in ihrem Aufwärtsdrang. Der Euro-Stoxx-50 legt ebenfalls um 0,4 Prozent auf 2.432 Zähler zu.

Am Donnerstag fehlten dem DAX nur elf Zähler, um erstmals seit vier Monaten die Hürde bei 7.000 Punkten zu nehmen. Aus Sicht der technischen Marktanalyse mag die runde Zahl keine große Bedeutung haben. Trotzdem erweisen sich gerade die Tausender-Marken oft als hartnäckige Widerstände. Es könnte also noch ein wenig dauern, bis auch diese Nuss geknackt wird.

In die Suppe spuckt den Aktienbullen jedoch nach wie vor die Konjunktur. In Japan ist das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal mit 0,3 Prozent nicht einmal halb so stark gestiegen wie Volkswirte erwartet hatten. "Das ruft Investoren einmal mehr die Probleme in Erinnerung, mit denen die weltweite Konjunktur zu kämpfen hat", sagt Chris Beauchamp, Marktanalyst von IG Index in London.

Und auch in Sachen Schuldenkrise weht den Börsen der Wind ins Gesicht. Das belgische EZB-Ratsmitglied Luc Coene hat sich gegen weitere Marktinterventionen der Euro-Notenbank ausgesprochen. Coene sagte der Zeitung "L'Echo", EZB-Interventionen nähmen den Druck von den Ländern, notwendige Reformen einzuleiten. Die Hoffnung auf Anleihekäufe durch die EZB hatte die Börsen zuletzt befeuert.

Das griechische Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal um 6,2 Prozent eingebrochen. Damit hat sich die Wirtschaft aber ein wenig besser geschlagen als im ersten Quartal, als das BIP um 6,5 Prozent nachgegeben hatte. Am Euro-Rentenmarkt sind daraufhin die Kurse unter Druck geraten, zehnjährige deutsche und französischen Anleihen geben nach. An der Athener Börse steigt der Leitindex um 0,8 Prozent und hat sich damit an die Spitze der europäischen Börsenplätze gesetzt.

Auch der Euro hat von den Daten aus Griechenland ein wenig profitiert. Die Gemeinschaftswährung auf 1,2325 Dollar gestiegen. Im asiatischen Handel wechselte der Euro im Tief noch mit 1,2261 Dollar den Besitzer. Auch zum Yen und zum Pfund Sterling hat der Euro leicht aufgewertet.

E.ON hat endgültige Ergebnisse zum ersten Halbjahr veröffentlicht. Der operative Gewinn des Stromkonzerns von 6,71 Milliarden Euro deckt sich mit der Konsensschätzung von Analysten. E.ON-Aktien legen um ein Prozent zu. Hasim Sengül von der DZ-Bank sieht E.ON in einem schwierigen Umfeld für Stromproduzenten in einer guten Position. Er bestätigt daher das Votum "Kaufen" für die Aktie.

Die Anteilsscheine von Infineon verbilligen sich um ein Prozent, nachdem die Citigroup die Aktie auf "Neutral" von "Kaufen" abgestuft hat. Die Papiere von Sky Deutschland profitieren dagegen mit einem Kursplus von 4,5 Prozent von einem Bericht im "Spiegel", dem zufolge der Bezahlsender zuletzt besser abgeschnitten hat als von Analysten erwartet. News Corp, zu der auch Dow Jones Newswires und das Wall Street Journal gehören, ist an Sky Deutschland derzeit mit 49,9 Prozent beteiligt.

Aktien des Telekomdienstleisters QSC fallen nach Geschäftszahlen zum zweiten Quartal um mehr als fünf Prozent zurück. Titel des Motorenherstellers Deutz verlieren sieben Prozent auf 3,08 Euro, nachdem die Deutsche Bank das Kursziel für die Deutz-Aktie um 0,50 Euro auf drei Euro gesenkt hat.

Aktien von SolarWorld brechen um mehr als zehn Prozent ein. Nach einem überraschenden Gewinn zum Jahresauftakt geht es für SolarWorld nun wieder steil bergab. Im zweiten Quartal rutschte der Bonner Konzern unerwartet tief in die roten Zahlen und kassierte auch die Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Papiere von SMA Solar fallen im Sog von SolarWorld um zwei Prozent.

In Zürich verlieren Aktien der Bank Julius Bär 5,4 Prozent. Die Schweizer Privatbank kauft von der Bank of America für 860 Millionen Schweizer Franken das Geschäft mit vermögenden Kunden außerhalb der USA. Analysten bezeichnen den Kauf als "komplex" und in Zahlen nur schwer zu bewerten.

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INDEX Stand +-%
Euro-Stoxx-50 2.432,64 +0,39%
Stoxx-50 2.562,68 +0,04%
DAX 6.962,01 +0,25%
FTSE 5.840,60 -0,11%
CAC 3.444,81 +0,27%
EUREX Stand +-Ticks
Bund-Future 142,72% -56

DEVISEN zuletzt '+ - % Mo, 8.00 Uhr Fr, 18.05 Uhr
EUR USD 1,2341 0,46% 1,2284 1,2291
EUR JPY 96,5771 0,41% 96,1827 96,2033
EUR CHF 1,2010 0,00% 1,2010 1,2007
USD JPY 78,2840 -0,02% 78,3030 78,2510
GBP USD 1,5706 0,25% 1,5667 1,5670
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Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com
DJG bek flf

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August 13, 2012 07:04 ET (11:04 GMT)

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