Abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter! Somit entgehen Ihnen keine Nachrichten von den 4 wichtigsten Agenturen und von über 20 Börsenbriefen.
Jetzt anmelden
ISIN:
CH0009980894
WKN:
969000
Freitag, 15. Juni 2012 | 15:51
Hinweise auf massive Eingriffe der Notenbanken haben der Griechenland-Wahl ihren Schrecken genommen und die Aktienkurse sowie den Euro am Freitag nach oben getrieben. Meldungen, nach denen sich die Notenbanken auf einen möglichen "Grexit" vorbereiten, beruhigten die Nerven der Investoren. Euro-Stoxx-50 und DAX gewannen zwischen 1,4 und 1,5 Prozent. Der Euro stieg zum Handelsschluss an den Aktienmärkten Richtung 1,2650 US-Dollar.
Die Spekulanten sehen keinen Sinn mehr darin, den Euro anzugreifen. "Die Aussicht, der Feuerkraft aller Zentralbanken entgegentreten zu müssen, nimmt ihnen die Angriffslust", meinen die Analysten von Wellenreiter-Invest.
Aus Sicht der Börse bleibt eine Regierungsbildung der Nea Dimokratia zusammen mit Pasok das Wunschergebnis. Beide Parteien unterstützen das mit der Troika ausgehandelte Bailout-Paket. Holger Schmieding, Chefvolkswirt bei der Berenberg Bank, beziffert bei diesem Wahlausgang den Verbleib Griechenlands in der Eurozone bis Ende des Jahres mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent.
Ein Sieg der linksradikalen Syriza wiederum könnte die Notenbanken kurzfristig zu einer konzertierten Aktion aufrufen. Damit könnte ein Kurssturz im Euro oder bei den Aktienkursen vermieden werden. Die Syriza-Partei unter Tsipras nimmt die Position der überwältigenden Mehrheit der griechischen Bevölkerung ein: Euro ja, Spardiktat aus Brüssel nein danke. Ohne Spar- und Reformprogramm wird es aber nicht gehen. Also würde auch Tsipras den Kompromiss suchen müssen. Die Börse in Athen legte nach dem Aufwärtsschub vom Donnerstag noch einmal 1,9 Prozent zu.
Zur verbesserten Stimmung am Aktienmarkt trägt aber auch die Hoffnung auf weitere konjunkturstimulierende Maßnahmen der Notenbanken unabhängig vom Ausgang des Rennens in Hellas bei. Marktbeobachter gehen zunehmend davon aus, dass US-Notenbankchef Ben Bernanke in der kommenden Woche eine neue Runde quantitativer Lockerung einläuten wird. Zudem hat der Gouverneur der Bank of England, Mervyn King, erklärt, dass die sich verschlechternden Wirtschaftsaussichten für zusätzliche geldpolitische Maßnahmen der Notenbank sprächen.
Bank- und Bau-Aktien profitieren von Hoffnungen auf neue Programme
Pläne der britischen Regierung und der Bank of England zur Stützung des heimischen Bankensektors führten zu erheblichen Kursaufschlägen bei Bankenaktien. Insgesamt 100 Milliarden Pfund sollen dazu verwendet werden, eine Kreditklemme zu verhindern bzw. um die Wirtschaft zu unterstützen. "Die Maßnahmen sollten helfen, den Druck auf den Bankensektor zu lindern", sagt Capital Economics. Barclays stiegen um 4,2 Prozent, Lloyds Bank um 5,2 Prozent und RBS um 8,5 Prozent. Daneben waren zyklische Branchen gefragt, allen voran die Bau-Aktien, die im besonderem Maß von Konjunktur-Programmen profitieren würden. Der Index der Baubranche stieg um 2,6 Prozent. Vinci und Lafarge fuhren jeweils Kursgewinne von etwa 4 Prozent ein.
Carrefour beendet sein Gastspiel in Griechenland. Zwei Tage vor den entscheidenden Parlamentswahlen kündigte die französische Supermarktkette an, sie werde ihre Beteiligung an ihrer griechischen Tochter dem Joint-Venture-Partner Marinopoulos verkaufen. Die Franzosen wappnen sich damit für einen möglichen Ausstieg des Landes aus der Eurozone. An der Börse stieg die Aktie um 5,8 Prozent auf 14,48 Euro. Ein Verlassen des Landes liegt im Trend. Auch der Großbank Credit Agricole wird nachgesagt, sie könnte im Ernstfall das Land im Regen stehen lassen.
Gewinne mitgenommen wurden bei den so genannten sicheren Häfen, den konjunkturabhängigen Titeln der Nahrungsmittel- und Pharma-Branche. Ihre Sektoren-Indizes verzeichneten gegen den Trend leichte Abschläge.
Europäische Schlussbörsen vom Freitag, 15. Juni
.===
. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2178,56 30,35 +1,4% -6,0
. Stoxx-50 2321,53 18,40 +0,8% -2,0
. Stoxx-600 244,23 2,39 +1,0% -0,1
Frankfurt XETRA-DAX 6229,41 90,80 +1,5% 5,6
London FTSE-100 5478,81 11,76 +0,2% -1,6
Paris CAC-40 3087,62 55,17 +1,8% -2,3
Amsterdam AEX 297,58 5,60 +1,9% -4,8
Athen ATHEX-20 213,77 7,84 +3,8% -19,3
Brüssel BEL-20 2118,95 15,54 +0,7% 1,7
Budapest BUX 17256,16 404,11 +2,4% 1,7
Helsinki OMXH-25 1827,88 45,97 +2,6% -5,9
Istanbul NAT30 70195,08 -61,63 -0,1% 13,8
Kopenhagen OMXC-20 431,19 2,46 +0,6% 10,6
Lissabon PSI 20 4447,57 115,58 +2,6% -17,0
Madrid IBEX-35 6696,00 23,00 +0,3% -21,6
Mailand FTSE-MIB 13390,69 306,07 +2,3% -11,3
Moskau RTS 1326,29 25,99 +2,0% -4,0
Oslo OBX 360,93 8,97 +2,5% 0,9
Prag PX 885,50 9,60 +1,1% -2,8
Stockholm OMXS-30 977,53 5,88 +0,6% -1,0
Warschau WIG-20 2233,38 25,53 +1,2% 4,1
Wien ATX 1926,30 38,21 +2,0% 1,8
Zürich SMI 5911,82 3,31 +0,1% -0,4
DEVISEN zuletzt '+ - % Fr, 8.40 Uhr Do, 18.00 Uhr
EUR USD 1,2634 0,00% 1,2635 1,2613
EUR JPY 99,4296 -0,23% 99,6630 99,9947
EUR CHF 1,2009 -0,01% 1,2010 1,2010
USD JPY 78,6850 -0,26% 78,8910 79,2800
GBP USD 1,5651 0,68% 1,5546 1,5536
===
Kontakt zum Autor: herbert.rude@dowjones.com
DJG thru raz
(END) Dow Jones Newswires
June 15, 2012 11:51 ET (15:51 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.