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DJ MÄRKTE EUROPA Erneute Kursverluste an Europas Börsen

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WKN: 969000

Mittwoch, 16. Mai 2012 | 16:50

FRANKFURT (Dow Jones)--Einmal mehr schlossen die europäischen Börsen mit negativen Vorzeichen. Die Investoren verlieren mehr und mehr das Vertrauen in die Eurozone und damit in die europäische Wirtschaft. Der Aktienmarkt in Spanien schloss auf dem niedrigsten Stand seit neun Jahren. Paris konnte sich dem Trend entziehen, nachdem die Auktion französischer Staatsanleihen am Vormittag gut über die Bühne gegangen war. Der Euro-Stoxx-50 schloss um 0,2 Prozent leichter bei 2.175 Punkten, nach einem neuen Jahrestief bei 2.143 Punkten im frühen Handel.

Frankreichs erste Auktion unter Hollande beruhigt

Die erste Anleihe-Auktion unter Präsident Hollande in Frankreich stabilisierte den Markt für europäische Staatsanleihen. Französische Langläufer wurden gut nachgefragt, die Rendite fünfjähriger Papiere sank auf 1,72 von 1,83 Prozent. Einige Marktbeobachter werten dies als Vertrauensvotum für den neuen Präsidenten und seine Ankündigung einer mehr wachstumspotentialen Politik. "Die Renditen sind noch niedriger als beim letzten Mal. Das zeigt, dass Frankreich weiter als sicherer Hafen in einem risikofreien Markt gesehen wird", kommentierte Jean Francois Robin, Chef Stratege von Nations.

Auch die Lage bei den Anleihen Spaniens entspannte sich deutlich: Zehnjährige spanische Renditen fielen von 6,46 Prozent am Morgen auf 6,25 Prozent zurück. In Italien touchierten die zehnjährigen Staatsanleihen die 6-Prozent-Marke, um bei 5,80 Prozent zu schließen.

EZB für Verbleib Griechenlands in der Eurozone

Die Europäische Zentralbank (EZB) und ihr Präsident Mario Draghi wollen Griechenland im Euro halten. "Während wir unsere Aufgabe fortsetzen, die Preisstabilität zu gewährleisten, möchte ich ausdrücklich unseren Wunsch ausdrücken, dass Griechenland in der Eurozone bleibt", so Draghi. Nach den gescheiterten Koalitionsgesprächen in Athen vergrößern sich die Befürchtungen vor einem Auseinanderfallen des Euroraums. "Die Verträge sehen keinen Austritt aus der Gemeinschaftswährung vor, also ist es nicht an der EZB, so etwas zu entscheiden", betonte Draghi. Zu einem möglichen Austritt Griechenlands wollte sich der EZB-Präsident nicht äußern.

Spanische Aktien notieren so niedrig wie seit neun Jahren nicht mehr

Kein Halten scheint es momentan am spanischen Aktienmarkt zu geben. Auch wenn es im Tagesverlauf zu einer gewissen Beruhigung am Markt für spanische Staatsanleihen gekommen war, hält der Abverkauf bei den Aktien an. Seit Jahresbeginn hat das Aktienbarometer IBEX-35 bereits 22 Prozent an Wert verloren. Vor einem knappen Jahr, am 1. Juni, notierte der Index noch bei 10.549 Punkten. Innerhalb der letzten zwölf Monate hat der Index damit rund 36 Prozent am Wert eingebüßt.

Rohstoff-Sektor mit BHP-Aussagen unter Druck

Bei Rohstoffen kamen warnende Töne vom Minen-Riesen BHP Billiton: Der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Jacques Nasser, sprach von wachsender Unsicherheit. "Man hat langsam das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren", so Nasser. Auch die Preise für Rohöl und andere Rohstoffe stehen unter Druck, was die Zweifel am weiteren Wachstum der Weltwirtschaft zeigt. Der Rohstoff-Sektor verlor 1,2 Prozent. BHP Billiton gaben um 0,9 Prozent nach.

EADS und Luxus laufen gegen den Markt

Gegen den Markt gaben Luxuswaren-Hersteller wie die schweizerische Riechmond weiter Gas. Unter ihrem Dach versammeln sich Marken wie Carter und Dunhill. Nach guten Geschäftszahlen schloss die Aktie um fester 8 Prozent fester bei 57,65 Franken. "Sie haben die Prognosen übertroffen und zeigen die Preisstellung des Unternehmens", lobt ein Analyst von Kehler.

Die robuste Nachfrage nach Flugzeugen, höhere Preise und Verbesserungen im operativen Geschäft haben Umsatz und Gewinn von EADS im ersten Quartal zwar in die Höhe getrieben. Die optimistischen Gewinnprognosen der Analysten verfehlte der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern jedoch. Belastend wirkten sich Reparaturkosten für die Risse an den Großraum Flugzeugen A380 aus. Die Aktie schloss 0,6 Prozent fester bei 28,92 Euro.

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Europäische Schlussindizes am Mittwoch, 16. Mai:

. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2175,34 -3,33 -0,2% -6,1
. Stoxx-50 2294,57 -16,77 -0,7% -3,2
. Stoxx-600 244,40 -1,36 -0,6% -0,1
Frankfurt XETRA-DAX 6384,26 -16,80 -0,3% 8,2
London FTSE-100 5405,25 -32,37 -0,6% -2,9
Paris CAC-40 3048,67 9,40 +0,3% -3,5
Amsterdam AEX 294,99 -1,25 -0,4% -5,6
Athen ATHEX-20 206,16 -6,19 -2,9% -22,2
Brüssel BEL-20 2103,81 0,62 +0,0% 1,0
Budapest BUX 16538,14 -339,32 -2,0% -2,6
Helsinki OMXH-25 1912,86 -16,37 -0,8% -1,5
Istanbul NAT30 69500,25 907,19 +1,3% 12,6
Kopenhagen OMXC-20 440,45 1,04 +0,2% 13,0
Lissabon PSI 20 4983,93 -93,80 -1,9% -11,0
Madrid IBEX-35 6700,70 -89,20 -1,3% -22,8
Mailand FTSE-MIB 13283,55 -27,81 -0,2% -12,0
Moskau RTS 1373,82 -26,95 -1,9% -0,6
Oslo OBX 370,32 -1,51 -0,4% 3,6
Prag PX 875,60 -0,40 -0,1% -3,9
Stockholm OMXS-30 986,94 -12,29 -1,2% -0,1
Warschau WIG-20 2119,73 8,58 +0,4% -1,2
Wien ATX 1908,69 -1,26 -0,1% 0,9
Zürich SMI 5872,73 7,57 +0,1% -1,1


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EUR USD 1,2743 0,37% 1,2696 1,2768
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May 16, 2012 12:50 ET (16:50 GMT)

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