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Freitag, 17. August 2012 | 16:41
Von MICHAEL FUCHS
Die europäischen Aktienbörsen haben vor dem Wochenende noch einmal die Muskeln spielen lassen. Dem DAX gelang erstmals seit April wieder der nachhaltige Anstieg über 7.000 Punkte. "Die Märkte haben sich für die Sonnenseite entschieden", meinte Kintai Cheung von Credit Agricole. Gute Vorgaben der US-Börsen ließen die europäischen Aktienmärkte nicht kalt. Dank eines neuen Allzeithochs der Apple-Aktie zog die Technologiebörse Nasdaq weiter an. Der Euro-Stoxx-50 gewann 0,6 Prozent auf 2.472 Punkte, der DAX legte um 0,6 Prozent auf 7.041 Stellen zu.
Euphorie kam aber nicht auf. Ein Marktteilnehmer kritisierte die Zähigkeit des Anstiegs. Mit dem September stehe zudem ein schwieriger Börsenmonat bevor. Angesichts der europäischen Schuldenkrise, die jederzeit wieder aufflackern kann, werde es zunehmend riskanter.
Neue US-Konjunkturindikatoren fielen ordentlich aus. Der Michigan-Index zur Verbraucherstimmung verbesserte sich, wenn auch von niedrigem Niveau aus. Der Index der Frühindikatoren legte nach einem Rückgang im Vormonat ebenfalls zu. Die Daten bestätigten damit das Bild einer moderaten Erholung der US-Wirtschaft. Allerdings erreichten die Inflationserwartungen des Michigan-Index den höchsten Stand seit März. Damit erhielten die Hoffnungen auf neue quantitative Maßnahmen der US-Notenbank einen Dämpfer. Das belastete den Euro, der von seinem Tageshoch bei 1,2374 Dollar zurückfiel und am Abend bei 1,2321 Dolllar lag.
Bankaktien bauen ihre Gewinne aus
Gefragt waren die Bankwerte, die bereits am Vortag deutlich zugelegt hatten. "Angela Merkel hat gestern ihre Unterstützung für die Eurozone bekräftigt. Das hat Hoffnungen geweckt, dass die europäische Politik bei der Bekämpfung der Krise zusammenarbeitet", meinte Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets. Die Aktie von Banca Monte dei Paschi ragte mit einem Gewinn von 17,6 Prozent am italienischen Aktienmarkt hervor. Grund waren Aussagen des Chairman Alessandro Profumo. In einem Interview mit einem Fernsehsender hatte Profumo gesagt, der größte Aktionär der Bank, die Fondazione Monte dei Paschi mit 37,5 Prozent Anteil, könnte die Beteiligung verringern. Das wiederum könnte der angeschlagenen Bank den Einstieg neuer Investoren bescheren.
Autowerte legen zu
Auch die Automobilwerte kamen nach einigen schwächeren Tagen wieder ins Laufen. Sie sind Profiteure der Euro-Schwäche. Kräftig steigende Exporte haben der Eurozone im Juni einen hohen Handelsbilanzüberschuss beschert, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat auf Basis erster Schätzungen mitteilte. Der Automobilsektor zog um 2,1 Prozent an.
Auffallend stark entwickelten sich auch die Stahlwerte. Die Salzgitter-Aktie legte um 5,4 Prozent zu. Die Analysten der NordLB meinen, das Unternehmen habe sich im zweiten Quartal wegen seiner Spezialisierung auf höherwertige Stahlprodukte in einem schwierigen Marktumfeld gut behaupten können. Die LBBW empfiehlt die Aktie nach den hohen Kursverlusten der vergangenen Monate sogar zum Kauf. Auch bei dem ausgebluteten Titel von Klöckner & Co wurde zugegriffen. Die Aktie des Stahlhändlers gewann fünf Prozent.
Die Lufthansa-Aktie erholte sich im Handelsverlauf und gab mit 0,4 Prozent nur moderat nach. Zwar hatte sich der Vorstand der Airline am Donnerstagabend nicht mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo auf höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen geeinigt. Die Gefahr von Flugausfällen ist aber zunächst gebannt, denn die Flugbegleiter verzichten vorerst auf einen Streik. Sie wollen sich am Verhandlungstisch einigen und warten auf ein verbessertes Angebot von Deutschlands größter Airline.
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. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2471,53 15,00 +0,6% 6,7
. Stoxx-50 2576,35 7,42 +0,3% 8,7
. Stoxx-600 272,83 1,61 +0,6% 11,6
Frankfurt XETRA-DAX 7040,88 44,59 +0,6% 19,4
London FTSE-100 5852,42 17,91 +0,3% 5,1
Paris CAC-40 3488,38 7,89 +0,2% 10,4
Amsterdam AEX 335,77 2,02 +0,6% 7,5
Athen ATHEX-20 231,38 3,09 +1,4% -12,7
Brüssel BEL-20 2389,71 19,49 +0,8% 14,7
Budapest BUX 17711,08 -175,47 -1,0% 4,3
Helsinki OMXH-25 2051,51 20,55 +1,0% 5,6
Istanbul ISE NAT. 30 80419,61 1096,31 +1,4% 30,3
Kopenhagen OMXC-20 493,87 -2,98 -0,6% 26,7
Lissabon PSI 20 4849,98 58,74 +1,2% -10,7
Madrid IBEX-35 7417,30 143,70 +1,9% -11,7
Mailand FTSE-MIB 15092,75 162,45 +1,1% 0,0
Moskau RTS 1427,24 -5,72 -0,4% 3,3
Oslo OBX 408,39 3,00 +0,7% 14,2
Prag PX 948,10 7,10 +0,8% 4,1
Stockholm OMXS-30 1091,45 13,41 +1,2% 10,5
Warschau WIG-20 2313,69 -30,25 -1,3% 7,9
Wien ATX 2106,08 21,19 +1,0% 11,3
Zürich SMI 6529,34 10,91 +0,2% 10,0
DEVISEN zuletzt '+ - % Fr, 8.05 Uhr Do, 18.00 Uhr
EUR USD 1,2319 -0,26% 1,2352 1,2357
EUR JPY 97,9720 -0,05% 98,0172 97,9450
EUR CHF 1,2010 0,01% 1,2009 1,2009
USD JPY 79,5150 0,20% 79,3600 79,2550
GBP USD 1,5697 -0,10% 1,5712 1,5739
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Kontakt zum Autor: michael.fuchs@dowjones.com
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August 17, 2012 12:41 ET (16:41 GMT)
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