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DJ MÄRKTE EUROPA Aufflammende Schuldenkrise belastet

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WKN: 969000

Freitag, 20. Juli 2012 | 16:37

Von Michael Fuchs

Die europäischen Börsen sind am Freitag unter Druck gekommen. Auf den Anstieg der Vortage folgte eine Welle von Gewinnmitnahmen. Dahinter stand aber mehr als der Wunsch, sich mit Gewinnen ins Wochenende zu verabschieden. Nachdem sie in den vergangen Tagen etwas in den Hintergrund getreten war, ist die europäische Schuldenkrise wieder aufgeflammt. Zwei Nachrichten sorgten für Unruhe: Zunächst bat die hochverschuldete spanische Region Valencia die Regierung in Madrid um Hilfe, wenig später wurde bekannt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) griechische Staatsanleihen vorerst nicht mehr als Sicherheiten akzeptieren will. Zudem sprach Finanzminister Wolfgang Schäuble von "gravierenden Ansteckungsgefahren" durch Spanien für die gesamte Eurozone. Der Euro-Stoxx-50 sackte um 2,8 Prozent auf 2.237 Punkte ab, der DAX kam mit 1,9 Prozent auf 6.630 Punkte blauäugig davon.

Euro fällt auf Zwei-Jahres-Tief

Der Euro erlitt deutliche Verluste und markierte zum Dollar ein Zweijahrestief. Am frühen Abend lag er bei 1,2167 Dollar. Die Renditen zehnjähriger spanischer Anleihen erreichten den höchsten Stand seit Einführung des Euro und sendeten damit ein Warnsignal. Es gab aber eine noch beunruhigendere Entwicklung. Die Rendite zweijähriger spanischer Anleihen schnellte um mehr als sechs Basispunkte auf 5,7 Prozent, die für fünfjährige Anleihen um vier Basispunkte auf 6,7 Prozent. Der Abstand zwischen fünfjährigen und zehnjährigen Papieren hat sich in den vergangenen Wochen damit um mehr als einen vollen Prozentpunkt verringert. "Sollte sich das fortsetzen, dann bedeutet das ein Überschwappen der Probleme am langen Ende auf die kürzeren Laufzeiten. Das hat sich auch so in Griechenland abgespielt", sagte Richard Gilhooly von TD Securities.

Vodafone leidet unter Eurokrise

Die europäische Schuldenkrise macht auch vor den vermeintlich konjunkturstabilen Telekomunternehmen nicht halt. Vodafone hat im ersten Quartal 7,7 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahr. Die starke Konzentration auf die europäischen Märkte machte dem größten Mobilfunkanbieter der Welt zu schaffen. Die Aktie verlor 1,7 Prozent. Die zuletzt stark gestiegene Telekom-Aktie purzelte sogar um 4,2 Prozent.

Den Versorgeraktien machten Analysten den Garaus. RWE fielen um fast sechs Prozent, nachdem die UBS die Aktie auf "Verkaufen" gesenkt hatte. Im Fahrwasser verloren auch E.ON knapp vier Prozent, obwohl die UBS das Kursziel für die Aktie um zwei auf 19 Euro erhöht hatte.

Zukauf von Heineken in Asien schmeckt den Anlegern

Gefragt war dagegen die Aktie von Heineken. Der Getränkekonzern will den Anteil am asiatischen Bierbrauer Asia Pacific Breweries (APB) aufstocken. Für rund 4,1 Milliarden Dollar wollen die Niederländer, die bereits 41,9 Prozent der APB-Aktien besitzen, weitere 40 Prozent der Papiere kaufen. Diese sind in den vergangenen drei Tagen bereits um mehr als 20 Prozent nach oben geschossen auf 42 Singapur-Dollar. Heineken bietet 50 Singapur-Dollar je Aktie. APB hat mit Marken wie "Tiger Beer", "Baron's Strong Brew" und "Archipelago" im vergangenen Jahr knapp 3 Milliarden Singapur-Dollar umgesetzt. Die Heineken-Aktie legte um 0,8 Prozent zu.

Technologiewerte profitieren von guten US-Vorgaben - Solarwerte erholen sich

Technologiewerte schlugen sich ebenfalls recht gut. Sie profitierten damit von den Zahlen von Microsoft und Google, die beide die Schätzungen übertroffen hatten. Die Aktie von SAP gab nur um 0,8 Prozent auf 50,58 Euro nach. Kräftige Kursgewinne verbuchten die Aktien von Solarworld und SMA-Solar, die um 9,5 und 12,3 Prozent zulegten. Umweltminister Peter Altmaier erwägt ein Antidumpingverfahren gegen China zur Unterstützung der heimischen Solarindustrie.


.===
. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2237,33 -65,12 -2,8% -3,4
. Stoxx-50 2446,45 -36,65 -1,5% 3,2
. Stoxx-600 258,17 -3,69 -1,4% 5,6
Frankfurt XETRA-DAX 6630,02 -128,37 -1,9% 12,4
London FTSE-100 5651,77 -62,42 -1,1% 1,5
Paris CAC-40 3193,89 -69,75 -2,1% 1,1
Amsterdam AEX 319,75 -2,73 -0,9% 2,3
Athen ATHEX-20 228,05 1,61 +0,7% -13,9
Brüssel BEL-20 2249,84 -43,23 -1,9% 8,0
Budapest BUX 17353,93 44,48 +0,3% 2,2
Helsinki OMXH-25 1877,37 -41,42 -2,2% -3,3
Istanbul NAT30 74426,00 1394,97 +1,9% 20,6
Kopenhagen OMXC-20 473,19 -3,85 -0,8% 21,3
Lissabon PSI 20 4857,94 -103,72 -2,1% -13,5
Madrid IBEX-35 6632,60 -386,30 -5,8% -27,1
Mailand FTSE-MIB 13067,22 -599,27 -4,4% -13,4
Moskau RTS 1393,50 -28,73 -2,0% 0,8
Oslo OBX 393,19 -2,54 -0,6% 10,0
Prag PX 898,00 -11,80 -1,3% -1,4
Stockholm OMXS-30 1041,56 -9,14 -0,9% 5,4
Warschau WIG-20 2172,56 -26,36 -1,2% 1,3
Wien ATX 1954,59 -51,89 -2,6% 3,3
Zürich SMI 6284,81 -38,83 -0,6% 5,9


DEVISEN zuletzt '+ - % Fr, 8.03 Uhr Do, 18.03 Uhr
EUR USD 1,2166 -0,74% 1,2258 1,2259
EUR JPY 95,4952 -0,84% 96,3090 96,3476
EUR CHF 1,2008 -0,01% 1,2010 1,2011
USD JPY 78,4970 -0,11% 78,5850 78,5930
GBP USD 1,5623 -0,52% 1,5705 1,5716
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Kontakt zum Autor: michael.fuchs@dowjones.com

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July 20, 2012 12:37 ET (16:37 GMT)

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