Abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter! Somit entgehen Ihnen keine Nachrichten von den 4 wichtigsten Agenturen und von über 20 Börsenbriefen.
Jetzt anmelden
ISIN:
CH0009980894
WKN:
969000
Donnerstag, 21. Juni 2012 | 17:01
Von Manuel Priego-Thimmel
FRANKFURT--Schwache Konjunkturdaten haben Europas Börsen am Donnerstag zugesetzt. Es hätte aber schlimmer kommen können. Die Aussicht auf zusätzliche Lockerungsmaßnahmen durch die Zentralbanken und die Hoffnung auf ein energisches Eingreifen der Politik zur Eindämmung der Schuldenkrise verhinderte heftigere Abgaben. Die Anleger richteten bereits die Blicke auf den EU-Gipfel Ende Juni. Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,4 Prozent auf 2.199 Punkte. Für den DAX ging es 0,8 Prozent auf 6.343 nach unten.
Mit der Verlängerung der "Operation Twist", dem Verkauf kurzlaufender US-Staatsanleihen bei gleichzeitigem Kauf von Langläufern, hat die US-Notenbank am Vorabend das von den Märkten erwartete Minimum geliefert. Die Gelddruckmaschine wurde zunächst noch nicht angeworfen. Allerdings kündigte die Federal Reserve an, sie werde die Märkte bei Bedarf weiter unterstützen. Die Aussicht auf weitere Hilfen unterstützte die Märkte. "Auch konzertierte Aktionen der Notenbanken bleiben im Krisenfall auf der Agenda", sagte ein Händler.
Schwache Konjunkturdaten so weit das Auge reicht
Die Federal Reserve rechnet für die kommenden Jahre mit einem schwächeren Wachstum, einer höheren Arbeitslosigkeit und einer gedämpfteren Inflation für die USA. Damit nicht genug. Der vorläufige Einkaufsmanagerindex der Bank HSBC für China ist im Juni auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten gefallen. Bereits den achten Monat in Folge lag der Wert unter der Marke von 50 und stand damit für ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.
Auch der Einkaufsmanagerindex der Eurozone stagnierte deutlich unter 50. Ein ernüchterndes Fazit zog Howard Archer von IHS Global Insight: "Der einzige halbwegs positive Dreh aus diesen Zahlen ist, dass sich die Schrumpfung in den Dienstleistungen und der Produktion nicht noch verschlimmert hat. Das ist wahrlich kein Grund zum Feiern", sagte der Ökonom. Die Daten erhöhten den Druck auf die EZB. Er rechnet mit einer Zinssenkung um 25 auf 75 Basispunkte im Juli. Ein sehr schwacher Philadelphia-Fed-Index aus den USA am Nachmittag rundete das enttäuschende Konjunkturbild ab.
Entspannung in der Peripherie setzt sich fort
Die Hoffnung auf die kommenden Gipfel-Treffen drückte die Renditen in Italien sowie Spanien. "Vielleicht kommen Beschlüsse, nach denen EFSF und ESM direkt an den Bond-Märkten kaufen können", meinte ein Händler zu den Spekulation am Markt. Am Freitag findet ein Treffen zwischen Bundeskanzlerin Merkel mit ihren französischen, italienischen und spanischen Amtskollegen in Rom statt. Spanien nutzte die Entspannungssignale an den Anleihenmärkten und platzierte mit 2,22 Milliarden Euro sogar etwas mehr als geplant.
Auch für Frankreich verliefen die Auktionen gut, das Land konnte sich gegenüber der letzten Auktionen günstiger refinanzieren. Die Renditen spanischer Benchmarkanleihen fielen um 13 Basispunkte auf 6,53 Prozent. Zeitweise fielen diese gar noch kräftiger um mehr als 20 Basispunkte. Für etwas Verstimmung sorgte allerdings die Ankündigung des Sprechers von Joachim Gauck. Der Bundespräsident kommt einer Bitte des Bundesverfassungsgerichts nach und will die gesetzlichen Regelungen zum Rettungsschirm ESM vorerst nicht unterzeichnen.
"Letztendlich wird der ESM durchgehen, aber die Nachricht sorgt für Unsicherheiten an den Märkten", kommentierte ein Marktteilnehmer. Der Euro reagierte auf die Aussagen und fiel unter die Marke von 1,26 Dollar. Zuvor hatte bereits die Entscheidung der US-Notenbank, zunächst kein neues Anleihenkaufprogramm aufzulegen, die Einheitswährung belastet. Der Ölpreis setzte derweil den Sturzflug fort, US-Leichtöl sank unter die wichtige Marke von 80 Dollar. Eine schwache Weltwirtschaft und keine neue Liquidität durch die Fed verschreckte Investoren.
Gegen den Trend legten ThyssenKrupp 0,9 Prozent zu. Wie die "FTD" berichtete, sollen die beiden größten chinesischen Stahlkonzerne Hebei und Baosteel Interesse an dem zum Verkauf stehenden Thyssen-Werk in Brasilien haben. Daneben wurden Aktien aus dem Sektor jedoch wegen der sich eintrübenden Konjunkturaussichten verkauft. ArcelorMittal verloren 3 Prozent, für Salzgitter ging es 1,6 Prozent nach unten. KPN verloren gleich 5,3 Prozent. Die Gespräche des niederländischen Telekomkonzern über eine mögliche Fusion seiner Tochter E-Plus mit einem Wettbewerber sind gescheitert.
Europäische Schlusskurse von Donnerstag, den 21. Juni 2012:
===
Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2199,42 -8,07 -0,4% -5,1
Stoxx-50 2353,37 -11,24 -0,5% -0,7
Stoxx-600 248,40 -1,27 -0,5% 1,6
Frankfurt XETRA-DAX 6343,13 -49,00 -0,8% 7,5
London FTSE-100 5566,36 -55,93 -1,0% 0,0
Paris CAC-40 3114,22 -12,30 -0,4% -1,4
Amsterdam AEX 301,64 -1,31 -0,4% -3,5
Athen ATHEX-20 231,75 4,74 +2,1% -12,5
Brüssel BEL-20 2143,09 -9,26 -0,4% 2,9
Budapest BUX 17493,18 -298,05 -1,7% 3,1
Helsinki OMXH-25 1867,61 -17,01 -0,9% -3,8
Istanbul NAT30 73206,77 1379,30 +1,9% 18,7
Kopenhagen OMXC-20 439,99 -0,86 -0,2% 12,8
Lissabon PSI 20 4678,13 -17,50 -0,4% -15,2
Madrid IBEX-35 6796,10 -22,60 -0,3% -20,9
Mailand FTSE-MIB 13751,63 19,47 +0,1% -8,9
Moskau RTS 1326,14 -15,05 -1,1% -4,0
Oslo OBX 361,51 -7,00 -1,9% 1,1
Prag PX 902,10 5,40 +0,6% -1,0
Stockholm OMXS-30 1009,84 -5,14 -0,5% 2,2
Warschau WIG-20 2245,58 -15,18 -0,7% 4,7
Wien ATX 1952,08 -24,02 -1,2% 3,2
Zürich SMI 6012,19 -5,72 -0,1% 1,3
DEVISEN zuletzt '+ - % Do, 8.01 Uhr Mi, 17.45 Uhr
EUR USD 1,2566 -0,92% 1,2682 1,2707
EUR JPY 100,7174 -0,32% 101,0422 100,9826
EUR CHF 1,2010 -0,01% 1,2012 1,2009
USD JPY 80,1450 0,59% 79,6770 79,4550
GBP USD 1,5612 -0,43% 1,5679 1,5739
===
Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com
DJG mpt flf
(END) Dow Jones Newswires
June 21, 2012 13:01 ET (17:01 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.