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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 17:00
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Angst vor einem Auseinanderbrechen des Euroraums hat die europäischen Börsen am Mittwoch unter Druck gesetzt. Aussagen des ehemaligen griechischen Ministerpräsidenten Lucas Papademos versetzten die Märkte in Angst und Schrecken. Im Gespräch mit Dow Jones Newswires bezeichnete er die Gefahr eines Austritts seines Landes aus dem Gemeinsamen Währungsgebiet als real. Vorbereitungen zur Eindämmung der Konsequenzen eines solchen Schritts würden bereits getroffen. "Das ist ein purer Angst-Trade", sagte ein Händler. Die Marktteilnehmer flüchteten aus allen risikobehafteten Anlagen und schichteten in Anleihen um. Der Euro-Stoxx-50 verlor 2,7 Prozent auf 2.134 Punkte, für den DAX ging es um 2,3 Prozent auf 6.286 Punkte nach unten.
Auf bahnbrechende Beschlüsse der Politik sollten Anleger derzeit besser nicht setzen. "Es wird eine breite Debatte geben, aber keine Entscheidungen", dämpfte der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, Erwartungen an den EU-Gipfel in Brüssel. Das Sondertreffen der Staats- und Regierungschefs beginnt am Abend. Marktteilnehmer hatten in den vergangenen Tagen die Hoffnung auf Weichenstellungen zur Bewältigung der Schuldenkrise geäußert. "Die Ergebnisse dürften eher mau ausfallen und kaum für mehr Risikoappetit an den Märkten sorgen", sagte Lutz Karpowitz, Devisenanalyst der Commerzbank. Der Euro sackte am frühen Abend auf 1,2550 Dollar. "Der Druck kommt von amerikanischer Seite, wo man die Entwicklung in Europa mit großer Skepsis betrachtet", sagte ein Händler.
Gefragt waren dagegen deutsche Staatsanleihen. Selbst ungünstige Konditionen hielten Anleger nicht vom Kauf ab. Am Vormittag wurden für 5 Milliarden Euro zweijährige Schatzanweisungen an den Markt gebracht. Dabei bot Deutschland den Anlegern erstmals außer der vermeintlichen Sicherheit nichts - der Kupon lautete auf Null. Gute US-Immobiliendaten gingen unter. Die Neubauverkäufe haben ihren Aufwärtstrend im April fortgesetzt und damit die Stabilisierung unterstrichen. "Das Niveau, auf dem sich diese Erholung abspielt, ist immer noch erschreckend niedrig. Dennoch gewinnt die beginnende Erholung des US-Immobilienmarktes an Kontur", sagte Volkswirt Heinrich Bayer von der Postbank.
Konjunkturzykliker unter Druck
Deutliche Verluste erlitten die Aktien von Unternehmen, die am Tropf der Konjunktur hängen. Marktteilnehmer sorgen sich, dass die Schuldenkrise die Wirtschaft mit nach unten zieht. Selbst Musterknabe Deutschland dürfte davon nicht verschont bleiben. Siemens-Chef Peter Löscher hat für Deutschland ein schwächeres Wachstum als in den ersten sechs Monaten vorausgesagt. Die Aktie verlor 2 Prozent auf 66,26 Euro. Schlimmer erwischte es Philips, die um 5,2 Prozent auf 14,46 Euro einbrachen. Der Vorstand hatte sich auf einer Investorenkonferenz skeptisch zur Konjunkturlage in Europa geäußert.
SAP kauft weiter teuer zu
Ein neuerlicher Zukauf von SAP fand viel Aufmerksamkeit und weniger Wohlwollen. Die Walldorfer setzen ihre Shopping-Tour fort und wollen für 4,3 Milliarden Dollar den Informationsdienstleister Ariba übernehmen. Für das US-Unternehmen, das zuletzt 444 Millionen Dollar umsetzte, bietet SAP 45 Dollar je Aktie. Das ist ein Aufschlag von 20 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag.
Mit der Akquisition käme SAP zwar dem Ziel eines Umsatzes von 2,0 Milliarden Euro mit Cloud-Lösungen bis 2015 näher, meinte Mirko Maier, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Allerdings weise das Produktportfolio in diesem Bereich mittlerweile manche Überlappung auf, deren Bereinigung SAP beschäftigen werde. Noch dazu sei der Kaufpreis wie bei SuccessFactors vergleichsweise hoch. Die Aktien schlug sich mit minus 0,9 Prozent auf 47,38 Euro trotzdem wacker.
Übernahmegerüchte und Hochstufungen sorgen für Gewinne
Auch Metro gehörten mit 0,3 Prozent Abschlag auf 23,75 Euro zu den stärkeren Werten. "Metro werden von Carrefour gestützt", meinte ein Händler. Die Aktien des französischen Konkurrenten profitierten mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 14,40 Euro von einer "doppelten Hochstufung". Die Analysten der Credit Suisse hatten den Wert auf "Outperform" von "Underperform" gestuft.
Symrise zogen deutlich an. Ein Händler begründete dies mit einem Artikel im "Aktionärsbrief" aus dem Hause Bernecker. Dort wurde eine mögliche Übernahme durch Henkel thematisiert. Bei Henkel wollte man sich dazu nicht äußern, während ein Sprecher von Symrise die Spekulationen zurückwies. Anleger, die auf das Gerücht setzten, bewiesen trotzdem einen guten Riecher. Die Aktien des Aromenspezialisten stiegen um 4,5 Prozent auf 23,70 Euro.
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. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2134,05 -58,80 -2,7% -7,9
. Stoxx-50 2251,62 -43,45 -1,9% -5,0
. Stoxx-600 239,51 -5,25 -2,1% -2,1
Frankfurt XETRA-DAX 6285,75 -149,85 -2,3% 6,6
London FTSE-100 5266,41 -136,87 -2,5% -5,4
Paris CAC-40 3003,27 -80,82 -2,6% -5,0
Amsterdam AEX 289,16 -6,79 -2,3% -7,5
Athen ATHEX-20 195,46 -4,31 -2,2% -26,2
Brüssel BEL-20 2089,49 -52,92 -2,5% 0,3
Budapest BUX 16230,31 -517,24 -3,1% -4,4
Helsinki OMXH-25 1869,55 -70,17 -3,6% -3,7
Istanbul NAT30 66429,83 -1811,13 -2,7% 7,7
Kopenhagen OMXC-20 437,87 -9,33 -2,1% 12,3
Lissabon PSI 20 4718,54 -131,20 -2,8% -16,5
Madrid IBEX-35 6661,30 -220,80 -3,3% -24,8
Mailand FTSE-MIB 12960,87 -495,16 -3,7% -14,1
Moskau RTS 1275,64 -46,56 -3,5% -7,7
Oslo OBX 358,09 -13,50 -3,6% 0,1
Prag PX 878,10 -4,20 -0,5% -3,6
Stockholm OMXS-30 974,56 -25,97 -2,6% -1,3
Warschau WIG-20 2038,14 -61,61 -2,9% -5,0
Wien ATX 1920,19 -48,60 -2,5% 1,5
Zürich SMI 5817,91 -92,29 -1,6% -2,0
DEVISEN zuletzt + - % Mi, 8.46 Uhr Di, 18.00 Uhr
EUR USD 1,2561 -0,89% 1,2673 1,2729
EUR JPY 99,7160 -1,06% 100,7832 101,8512
EUR CHF 1,2010 0,00% 1,2010 1,2011
USD JPY 79,3935 -0,17% 79,5270 79,9755
GBP USD 1,5691 -0,45% 1,5762 1,5775
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May 23, 2012 13:00 ET (17:00 GMT)
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