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Donnerstag, 26. April 2012 | 16:56
Von Benjamin Krieger
DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Nach zwei starken Tagen sind die europäischen Börsen am Donnerstag etwas aus dem Tritt gekommen. Fed-Chairman Ben Bernanke hatte am Mittwochabend die Geldspritze im Medizinschrank gelassen und damit den Optimisten an den Märkten in die Suppe gespuckt. Die US-Währungshüter verzichten trotz einiger Schwächesignale der Wirtschaft vorerst auf eine dritte Runde von Wertpapierkäufen. Das bremste Europas Aktien im Aufwärtsdrang.
Hinzu kam, dass sich in der Eurozone die Stimmung sowohl der Konsumenten als auch die in der Industrie und in der Wirtschaft nochmals eingetrübt hat. Umfragen lieferten für den Monat April schlechtere Ergebnisse als noch im März. Die meisten Börsen meldeten zum Handelsschluss nachgebende Kurse. Lediglich in Frankfurt, Amsterdam, London und Wien konnten die Leitindizes zulegen.
Überraschend stark gestiegene anstehende Hausverkäufe in den USA stimmten die Investoren am Nachmittag jedoch etwas versöhnlicher. Die Kurse erholten sich von ihren Tiefständen. Der DAX drehte ins Plus und schloss 0,5 Prozent fester bei 6.740 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 schloss wie auch der Stoxx-50 kaum verändert.
Am Devisenmarkt profitierte der japanische Yen von der wieder nachlassenden Risikofreude der Investoren. Er wertete sowohl zum US-Dollar als auch zum Euro auf. Die Gemeinschaftswährung zeigte anfangs zum Dollar Stärke und stieg gegen 10.00 Uhr MESZ mit 1,3265 Dollar auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Anschließend gab der Euro wieder etwas nach.
Gefragt waren abermals Bundesanleihen. Der Bund-Future, ein Terminkontrakt auf Bundesanleihen, konnte nach zwei schwachen Tagen wieder zulegen. Damit wiederholte sich wieder einmal das Szenario der vergangenen Wochen und Monate: Bei abnehmender Risikoneigung an den Finanzmärkten werden Aktien verkauft und Bundesanleihen gekauft - und umgekehrt.
Fresenius trumpft mit Übernahmegebot auf
Für eine faustdicke Überraschung sorgte der sonst eher unauffällige Gesundheitskonzern Fresenius. Die Bad Homburger wollen den Klinikbetreiber Rhön-Klinikum übernehmen und 22,50 Euro je Aktie in bar zahlen. Insgesamt soll der Kaufpreis rund 3,1 Milliarden Euro betragen. Rhön-Klinikum haussierten um fast 45 Prozent, und auch Fresenius-Aktien drehten nach anfänglichen Verlusten ins Plus und schlossen 2,8 Prozent fester.
Ein Paukenschlag waren die Quartalszahlen von VW. Europas größter Autobauer übertraf mit einem überragenden ersten Quartal die Markterwartungen. Die Wolfsburger haben von Januar bis März den Nettogewinn fast verdoppelt auf 3,2 Milliarden Euro. Die Aktie zog um fast 9 Prozent an und riss auch die Papiere von BMW und Daimler mit.
Auch Bayer legte gute Zahlen vor. Das Agrarchemiegeschäft ist stark in die Saison gestartet. Aber auch der wichtigste Teilkonzern HealthCare ist gut gelaufen. Abstriche musste Bayer hingegen beim Kunststoffgeschäft machen. Am Ausblick hält der Konzern fest. "Das zeigt, dass die Konzernleitung konservativ vorgeht", sagt Analyst Edouard Auberry von equinet. Bayer zogen um 1,5 Prozent an.
Licht und Schatten im Bankensektor
Im Bankensektor sorgten Quartalszahlen der Deutschen Bank und der spanischen Bank Santander für Kursverluste. Die Deutsche Bank verfehlte die Erwartungen und blieb bei allen relevanten Kennziffern hinter den Prognosen von Analysten zurück. Deutsche Bank büßten 2,8 Prozent ein. Der Bankensektor war mit einem Verlust von 1,1 Prozent der größte Verlierer.
Verkauft wurden auch die Aktien von Santander. Die Analysten der Citigroup zeigen sich enttäuscht von den Zahlen der spanischen Bank. Das Geschäft in Großbritannien sei schwach gelaufen. Die Aktie fiel um 3,4 Prozent. Besser sah es bei Barclays aus. Der Vorsteuergewinn der britischen Bank liegt deutlich über den Schätzungen. Die Aktie legte um 1 Prozent zu.
Umsätze und Aktienkurs von Alcatel-Lucent brechen ein
Alcatel-Lucent erlitten einen Kurseinbruch. Händler machten das schwache operative Ergebnis dafür verantwortlich. Anders als beim schwedischen Konkurrenten Ericsson, der am Mittwoch starke Zahlen veröffentlicht hatte, brachen bei Alcatel die Umsätze in Nordamerika um 12 Prozent ein. Der Kurs stürzte daraufhin um fast 17 Prozent ab.
Von schwachen Ergebnissen sprachen Händler und Analysten auch beim britischen Pharmakonzern AstraZeneca. Die Aktien fielen in London um mehr als 6 Prozent zurück. Der Londoner Leitindex FTSE-100 schaffte es dennoch ins Plus, gestützt vor allem von den Kursgewinnen der Ölkonzerne Royal Dutch Shell und BP. Erstere übertraf mit den Ergebnissen im ersten Quartal die Prognosen. Letztere legt am Dienstag Zahlen vor, die Aktie wurde in Erwartung ebenfalls guter Ergebnisse gekauft. Royal Dutch Shell stiegen um 3,3 Prozent und BP um 2,8 Prozent.
Gekauft wurden zudem nach guten Quartalsergebnissen die Aktien des Lebensmittelkonzerns Unilever, die sich in Amsterdam um 2,9 Prozent verteuerten, sowie die des französischen Handelskonzerns PPR, die an der Pariser Börse um fast 5 Prozent stiegen.
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. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2322,69 -0,22 -0,0% 0,3
. Stoxx-50 2410,21 3,44 +0,1% 1,7
. Stoxx-600 257,20 0,24 +0,1% 5,2
Frankfurt XETRA-DAX 6739,90 35,40 +0,5% 14,3
London FTSE-100 5748,72 29,83 +0,5% 3,2
Paris CAC-40 3229,32 -4,14 -0,1% 2,2
Amsterdam AEX 310,55 2,55 +0,8% -0,6
Athen ATHEX-20 267,25 -1,52 -0,6% 0,9
Brüssel BEL-20 2209,90 -33,30 -1,5% 6,1
Budapest BUX 18184,64 -38,88 -0,2% 7,1
Helsinki OMXH-25 2069,51 -29,51 -1,4% 6,6
Istanbul NAT30 73013,95 1025,77 +1,4% 18,3
Kopenhagen OMXC-20 456,98 -0,45 -0,1% 17,2
Lissabon PSI 20 5192,55 -77,49 -1,5% -6,9
Madrid IBEX-35 7118,90 -91,80 -1,3% -18,0
Mailand FTSE-MIB 14509,96 -96,47 -0,7% -3,8
Moskau RTS 1574,61 -8,81 -0,6% 13,9
Oslo OBX 390,81 1,86 +0,5% 9,3
Prag PX 930,20 -5,00 -0,5% 2,1
Stockholm OMXS-30 1035,01 -6,66 -0,6% 4,8
Warschau WIG-20 2209,63 23,74 +1,1% 3,0
Wien ATX 2094,96 5,29 +0,3% 10,7
Zürich SMI 6122,41 -28,16 -0,5% 3,1
DEVISEN zuletzt + - % Do, 8.00 Uhr Mi, 18.00 Uhr
EUR USD 1,3232 0,01% 1,3231 1,3210
EUR JPY 106,9573 -0,40% 107,3855 107,4171
EUR CHF 1,2018 0,01% 1,2017 1,2018
USD JPY 80,8330 -0,41% 81,1650 81,3350
GBP USD 1,6183 0,03% 1,6178 1,6146
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(END) Dow Jones Newswires
April 26, 2012 12:56 ET (16:56 GMT)
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