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DJ Europas Börsen reagieren verschnupft auf griechische Odyssee

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Freitag, 10. Februar 2012 | 12:14

FRANKFURT (Dow Jones)--Das endlose Gezerre um Griechenland belastet am Freitag die europäischen Aktienmärkte. Zwar haben sich die griechischen Koalitionäre am Donnerstag auf Sparmaßnahmen geeinigt, doch die Euro-Finanzminister haben für ein neues Hilfsprogramm noch kein grünes Licht gegeben. Ehe neue Milliarden fließen, wollen sie sehen, dass Griechenland seine Reformversprechen auch umsetzt. Der Euro-Stoxx-50 gibt gegen 13.05 Uhr um 1,2 Prozent oder 29 auf 2.493 Punkte nach, der Stoxx-50 sinkt um 0,6 Prozent bzw 15 auf 2.475 Zähler.

Griechenlands Parteien seien immer noch eine schriftliche Zusage schuldig, dass sie auch nach den Wahlen im April die bisher gemachten Reformversprechen einhalten werden, mahnt Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Zudem muss das griechische Parlament den Beschlüssen am Wochenende noch zustimmen. Die Finanzminister der Eurozone planen nun ein neues Treffen am Mittwoch.

Am Nachmittag wird in die USA geschaut. Volkswirte gehen davon aus, dass sich das Handelsbilanzdefizit per Dezember auf 48,50 Mrd USD nach 47,75 Mrd USD ausgeweitet hat. Sollte das Defizit höher ausfallen, dürfte dies nach Aussage eines Marktteilnehmers dazu führen, dass die Wachstumsrate von 2,8 Prozent nach unten revidiert wird.

Barclays leidet unter schwachem Investmentbanking

Die Bankenaktien verlieren 1,6 Prozent und geben damit einen Teil ihrer Gewinne der Vorwochen wieder an. Das schwächere Geschäft im Investmentbanking hat die britische Bank Barclays im vergangenen Jahr belastet. Der einstige Gewinntreiber verbuchte einen Einbruch und ließ den Konzerngewinn um fast ein Zehntel sinken. Ihr kurzfristiges Renditeziel stellte die Bank in Frage und kürzte die Boni für die Mitarbeiter dem Branchentrend folgend deutlich; die Dividende wurde dagegen erhöht. Die Aktie gewinnt gut 2 Prozent. Vor allem französische Bankenwerte verbuchen wegen der griechischen Irrfahrt dagegen Verluste und geben im Schnitt um über drei Prozent nach.

Der Rohstoffsektor verliert 1,8 Prozent, belastet von Verlusten vor allem bei Stahlwerten. Die Geschäftszahlen von ArcelorMittal lassen laut Nomura vermuten, dass kurzfristig kaum höhere Konsensschätzungen zu erwarten sind. Bei ThyssenKrupp halten die Experten die schlechteren Ertragsaussichten für eingepreist. Arcelor verlieren 3 Prozent auf 17,00 Euro, ThyssenKrupp sinken um 3,4 Prozent 22,08 Euro.

Technologiewerte gefragt - Alcatel überrascht mit guten Zahlen

Dagegen ziehen Technologiewerte um 1,1 Prozent an. Mit einem überraschend starken Cashflow hat Alcatel Lucent überzeugt. "Nach den enttäuschenden Zahlen von Ericsson hat damit wohl niemand gerechnet", sagt ein Händler. Die Bilanzstruktur würde sich deutlich verbessern und dürfte damit zu einer Neubewertung in der Aktie führen. Ansonsten seien die Zahlen in Rahmen der Erwartung ausgefallen. Die Aktie haussiert um 15,6 Prozent auf 1,73 Euro zu. Ericsson können um 0,7 Prozent auf 63,00 Euro zulegen.

Der drittgrößte europäische Ölkonzern Total hat im vierten Quartal dank höherer Ölpreise mehr verdient. Die guten Geschäfte in der Ölproduktion haben ein schwächeres Raffineriegeschäft mehr als ausgeglichen. Die Aktienstrategen von Alphaville stellen jedoch heraus, dass Total keine weiteren Details zur Produktionsförderung genannt hat. Die Aktie gibt um 1,1 Prozent auf 40,69 Euro nach, der Energiesektor um 0,1 Prozent.

DJG mif gos

(END) Dow Jones Newswires

February 10, 2012 07:14 ET (12:14 GMT)

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