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969000
Montag, 17. Oktober 2011 | 10:17
FRANKFURT (Dow Jones)--Etwas fester zeigen sich die europäischen Aktienmärkte am Montagmittag. Positiv werten Händler den Ausgang des G-20-Treffens vom Wochenende. Die Politiker aus der Eurozone haben erneut ihre Bereitschaft unterstrichen, entschieden gegen die Schuldenkrise in der Eurozone vorzugehen. Die fehlenden Details sollen nun im Rahmen des EU-Gipfels am kommenden Wochenende bekanntgeben werden. "Die Politiker haben deutlich gemacht, dass sie das Märchen von der griechischen Rückzahlungsfähigkeit nicht weiter strapazieren wollen, aber nächste Woche müssen auch konkrete Fakten geliefert werden", kommentiert ein Händler. Der Euro-Stoxx-50 steigt gegen 12.07 Uhr um 0,5% oder 11 auf 2.366 Punkte, der Stoxx-50 legt um 0,5% oder 10 auf 2.281 Zähler zu.
Der Markt setzt auf einen höheren Schuldenschnitt auf griechische Staatsschulden von nun rund 50%. Daneben dürfte es zu einer Rekapitalisierung des Bankensektors kommen. Hier wurde zuletzt ein Betrag von 100 Mrd bis 200 Mrd EUR genannt. Weiter wird nach einer Möglichkeiten gesucht, den Wirkungsgrad des Rettungsschirms EFSF zu erhöhen.
Nach Einschätzung von Holger Schmieding, Chefvolkswirt bei der Berenberg Bank, ist fraglich, ob die europäische Herangehensweise funktionieren wird. Suki Mann, Kreditstratege der Societe Generale, empfiehlt, erst den Ausgang des Gipfels abzuwarten. Sollte dieser nicht ausreichend Fortschritte in der Schuldenkrise zeitigen, könnte das die Märkte bis zum Jahresende belasten.
Bei den US-Konjunkturdaten stehen der Empire State Index als erster Frühindikator für Oktober und die Industrieproduktion im September am Nachmittag an. Sie sollten die robusten Konjunkturzahlen vom Freitag bestätigen. "Wenn beide Daten die Schätzungen überbieten, dürften die Aktienmärkte weiter zulegen", prognostiziert ein Händler.
Risikofreude steigt - Zykliker gesucht
Zyklische Aktien sind erneut erste Wahl an Europas Aktienmärkten. Autowerte steigen 1,5%, Basic Resources 2,1%, Bauwerte 1,7% und die Chemie-Titel im Schnitt um 1,2%. Defensive Werte werden umgekehrt links liegen gelassen: Die Pharma- und Nahrungsmittel-Werte verlieren im Schnitt 0,6%. "Das G-20-Treffen hat die Hoffnung verstärkt, dass die Schuldenkrise bewältigt werden kann und ein Absturz der Wirtschaft ausbleibt", meint ein Händler.
Konsolidierung in der Finanzbranche geht weiter
Auch Finanzwerte legen zu. Der Index der Versicherer steigt um 1,2%, der der Banken um 1%. Der Markt geht von besseren Quartalszahlen bei Citigroup und Wells Fargo aus. Beide legen am Mittag ihre Daten vor. Die Abstufung von BNP Paribas durch Standard & Poor's am Freitagabend lastet nicht auf der Aktie. Sie steigt um 0,8% auf 32,56 EUR. Kräftig nach oben geht es vor allem mit italienischen Banken; die Hoffnung auf eine Stützung durch die europäischen Maßnahmen treibt UniCredit um 2,9% und Intesa um 2,5%.
Royal Bank of Scotland legen um 3,7% auf 25,16 p zu. Laut "Sunday Times" will die Bank 5.000 Stellen im Investment Banking streichen, dies wären 3.000 Stellen mehr als noch im August angekündigt. Laut "FTD" will AXA in Deutschland 1.500 Stellen streichen. "Banken und Versicherungen werden in den nächsten Quartalen mit Kostensenkungen versuchen, die Belastungen der Schuldenkrise wenigstens teilweise zu kompensieren", sagt ein Händler. AXA gewinnen 0,7% auf 11,01 EUR.
Gleichzeitig dürfte sich der Trend zu Käufen und Verkäufen von Beteiligungen in der Branche fortsetzen. "Diejenigen Akteure, die vergleichsweise wenig beschadet von der Krise sind, werden nach günstigen Übernahmezielen suchen", sagt der Händler. In dieses Bild passe, dass Barclays den Kauf von fünf regionalen spanischen Banken prüfe. Barclays steigen 1,8% auf 179,25 p. Zudem will Credit Agricole Kreisen zufolge ihre Private-Equity-Sparte abstoßen. Credit Agricole legen 1,5% zu auf 5,27 EUR.
Erste Quartalszahlen quer durch alle Branchen
Auch Quartalszahlen ziehen nun Aufmerksamkeit auf sich. So steigen Philips 1,5% auf 15,02 EUR. "Mit den angekündigten 4.500 Stellenstreichungen und 800 Mio EUR Einsparungen hat Philips die Sparmaßnahmen konkretisiert", sagt ein Händler. Beim Umsatz hätten die Sparten Gesundheit und Beleuchtung die Konsensprognose leicht übertroffen. Beim EBITA lägen sowohl Consumer Lifestyle als auch das Beleuchtungsgeschäft über den Konsensschätzungen.
Kühne + Nagel rücken trotz schwacher Zahlen um 0,3% auf 105,30 CHF vor. Das Logistikunternehmen hat mit einem Gewinn je Aktie von 1,20 CHF die Konsensschätzung von 1,30 CHF deutlich verfehlt. Sowohl Seefracht als auch Luftfracht und Kontraktlogistik haben dabei enttäuscht. Bei der Seefracht ist von geringen Margen und sehr niedrigen Frachtraten die Rede.
BP steigen nach einem günstigen Deal mit Anadarko Petroleum um 5,4% auf 438,85 p. Die beiden Unternehmen haben sich über ihre Forderungen im Zusammenhang mit der havarierten Ölbohrplattform Deepwater Horizon geeinigt. Damit sei der Weg nun frei für ein endgültiges Übereinkommen mit der US-Regierung. "Indem Mitsui und Anadarko teilweise die Haftung übernehmen, nimmt die Wahrscheinlichkeit von Strafzahlungen (für BP) ab", sagt der Händler.
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(END) Dow Jones Newswires
October 17, 2011 06:17 ET (10:17 GMT)
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