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514000
Donnerstag, 14. Juni 2012 | 09:23
Von Madeleine Nissen
KÖNIGSTEIN--Der Finanzvorstand der Deutschen Bank hat von den Ratingagenturen mehr Transparenz gefordert, um verlorengegangenes Vertrauen wieder herzustellen. "Ich denke, Ratingagenturen sollten künftig sehr umsichtig bei der Änderung ihrer Bewertungsmethoden sein und diese gut kommunizieren", sagte Finanzvorstand Stefan Krause. Die Abstufungen in den vergangenen Monaten vieler europäischer Länder und Banken habe Kritik ausgelöst, sagte er.
Die Agenturen hatten als Reaktion auf die schärferen Kapitalanforderungen die Berechnungen von Eigenkapital in ihren Ratings angepasst. Auch als Folge hiervon purzelten viele Bewertungen nach unten.
S&P-Manager Stefan Best verteidigte die Änderungen der Ratingmethodik. "Wir sind jetzt auf einem Niveau, wo Basel III noch hin will", sagte Best. Die Agenturen hätten aus der Krise gelernt, erklärte er die schärferen Beurteilungsmaßstäbe.
Kritisiert werden die Ratingagenturen auch wegen ihrer Marktmacht. Mit 95 Prozent der Marktanteile sind Moody´s, Standard & Poor´s und Fitch Ratings die dominierende Macht. Die Dominanz geht sogar soweit, dass institutionellen Investoren teils per Gesetz vorgeschrieben wird, dass sie nur in Produkte anlegen dürfen, die von mindestens einer dieser drei Agenturen bewertet wurden.
Auch er gehöre zu den Kritikern der Ratingagenturen, sagte Deutsche-Bank-Finanzvorstand Krause. "Ich habe einige böse Briefe an Standard & Poor's geschrieben", bekannte er, als er das Wort an Best übergab. Der S&P-Manager zeigte sich jedoch davon unbeeindruckt und spielte den Ball zurück. Die Banken hätten massive Liquiditätsrisiken in Kauf genommen, kritisierte er. "Die Banken haben Aktiva auf die Bilanz genommen, die sie nicht auf die Bilanz nehmen durften".
Kontakt zur Autorin: madeleine.nissen@dowjones.com
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June 14, 2012 05:23 ET (09:23 GMT)
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