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DJ Commerzbank-Aktien von Kapitalerhöhung belastet - Analysten optimistisch

ISIN: DE0008032004
WKN: 803200

Montag, 23. Mai 2011 | 08:43

FRANKFURT (Dow Jones)--Die am Sonntagabend angekündigte milliardenschwere Kapitalerhöhung und der damit verbundene Verwässerungseffekt haben die Aktien der Commerzbank am Montagvormittag um 5% auf 3,74 EUR nach unten geschickt. Analysten bewerten den Kursabschlag angesichts der starken Verwässerung und des wegen der Staatsschuldenkrise schwachen Marktumfelds als relativ moderat. Über die kommenden Monate trauen sie der Commerzbank-Aktie sogar deutliches Aufwärtspotenzial zu.

Analyst Michael Rohr von der Silvia Quandt Research GmbH etwa empfiehlt die Commerzbank-Aktien zum Kauf. Am morgigen Dienstag werden die Aktie ohne Bezugsrechte für die neuen Aktien gehandelt, weshalb die Aktie laut Rohr auf etwas mehr als 3 EUR fallen sollte. "Bis zum Jahresende sollte die Aktie den Wert des Bezugsrechts von 0,84 EUR aber wieder aufholen, also in Richtung 4 EUR steigen", so Rohr.

Als Hauptgrund führt er die günstige Bewertung an. Die Commerzbank-Aktie notiere bei einem für 2012 geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6 unter dem europäischen Branchenschnitt von 7. "Auch das im Zuge der Kapitalerhöhung steigende Indexgewicht dürfte für Kaufinteresse in der Aktie sorgen", so Rohr weiter.

Analyst Olaf Kayser traut den Commerzbank-Aktien ebenfalls eine kurzfristige Aufwärtsbewegung zu. "Alle negativen Faktoren sind zumindest im Moment mehr als eingepreist." Dabei räumt er ein, dass die Commerzbank "sicherlich ein wenig Pech damit hat, dass das Pricing der neuen Aktien in eine wieder aufflammende Euro-Diskussion nach der S&P-Warnung für Italien am Freitag hineingekommen ist". Dies habe für den schwachen Start in den Handel am Montag gesorgt. Die Commerzbank ist über ihre Tochter Eurohypo stark in den Staaten Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien engagiert.

Am Sonntagabend hatte die Commerzbank erwartungsgemäß den zweiten Schritt ihrer milliardenschweren Kapitalerhöhung bekannt gegeben, um sich vom Staatstropf zu lösen. Demnach wird sie rund 2,44 Mrd neue Aktien zu einem Bezugspreis von 2,18 EUR anbieten. Insgesamt will die zweitgrößte deutsche Bank damit 5,3 Mrd EUR erlösen. Angesichts des hohen Abschlags von rund 45% auf den Schlusskurs am Freitag wird sich die Zahl der Commerzbank-Aktien von aktuell 2,7 Mrd nahezu verdoppeln.

Altaktionäre können für elf alte Aktien zehn neue zeichnen, die Bezugsfrist wird vom 24. Mai 2011 bis voraussichtlich zum 6. Juni andauern. Im Rahmen der Kapitalerhöhung holt sich die Bank rund 4 Mrd EUR vom Markt, sprich von den alten und von neuen Aktionären. Um seinen Anteil von 25% plus einer Aktie zu halten, wird der Bankenrettungsfonds SoFFin zusätzlich 1,3 Mrd EUR seiner Stillen Einlage in Aktien wandeln.

Anfang April hatte die teilverstaatlichte Bank angekündigt, die seinerzeit 16,2 Mrd EUR umfassende Stille Einlage des SoFFin bis zum Sommer auf unter 2 Mrd EUR zu drücken und damit beinahe vollständig abzulösen. Den mit 11 Mrd EUR größten Brocken der Rückführung stemmt die Commerzbank mit einer zweistufigen Kapitalerhöhung. Mit Schritt eins tilgte sie bereits 5,7 Mrd EUR durch die Ausgabe von Pflichtwandelanleihen, die bereits in Aktien gewandelt wurden. Zusätzlich zu den Kapitalerhöhungsmaßnahmen will das Institut 3,3 Mrd EUR aus der eigenen Substanz zur Rückführung der Stillen Einlage aufbringen.

Analysten hatten zuletzt wiederholt den hohen Verwässerungseffekt der Kapitalmaßnahmen kritisiert. Gleichzeitig hoben sie aber positiv hervor, dass sich die Commerzbank dadurch von Staatsabhängigkeit lösen kann.

Von Eyk Henning und Klaus Brune; Dow Jones Newswires;
+49 (069) 29725 108, eyk.henning@dowjones.com
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(END) Dow Jones Newswires

May 23, 2011 04:43 ET (08:43 GMT)

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