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DE0005557508
WKN:
555750
Montag, 17. Oktober 2011 | 10:09
STUTTGART (Dow Jones)--Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat gegen Mitarbeiter von Volkswagen und der Telekom-Tochter T-Systems Anklage wegen des Verdachts der Bestechung und Bestechlichkeit in einem besonders schweren Fall erhoben. Betroffen seien insgesamt fünf Männer, davon zwei Mitarbeiter des Autoherstellers und drei ehemalige Mitarbeiter beziehungsweise Berater des Telekommunikationskonzerns, erklärte die Strafverfolgungsbehörde am Montag.
Laut den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft wollte die Telekom einen Mitte 2010 ausgelaufenen Sponsor-Vertrag beim VfL Wolfsburg, dem VW-Werksclub, im Wert von 16 Mio EUR nur verlängern, sofern Europas größter Autobauer als Gegenleistung Großaufträge im Volumen von 345 Mio EUR an die Bonner vergibt. Es kam jedoch nie zum Abschluss des Vertrages.
Die Causa an sich ist nicht neu. Bereits im Februar hatte die Staatsanwaltschaft Stuttgart die Ermittlungen in diesem Zusammenhang aufgenommen. Ins Rollen gekommen waren diese durch die Deutsche Telekom selbst. Dem Konzern waren Unregelmäßigkeiten bei der Tochter T-Systems, die potenziellen Geschäftskunden wie VW eine Vielzahl von Dienstleistungen bei Telefon und Internet anbietet, aufgefallen. Der DAX-Konzern trat deshalb an die Staatsanwaltschaft heran, Bürodurchsuchungen folgten.
Laut der Staatsanwaltschaft werden sich die fünf Angeschuldigten nun wegen gemeinschaftlicher Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr in einem besonders schweren Fall vor Gericht verantworten müssen. Die nicht vorbestraften Verdächtigen sind zwischen 48 und 67 Jahre alt und nach Angaben der Strafverfolgungsbehörde nicht geständig. Über einen Verhandlungstermin wurde noch nicht entschieden.
Ein Volkswagen-Sprecher erklärte, das Unternehmen sei an einer vollständigen Aufklärung des Sachverhalts interessiert. Da das Verfahren laufe, könne man sich nicht weiter äußern. "Grundsätzlich sehen wir kein Problem darin, dass Lieferanten von Volkswagen auch Sponsoring-Verträge mit dem VfL Wolfsburg abschließen", ergänzte er. Im Februar hatte es aus Wolfsburg geheißen, dass sich den Erkenntnissen zufolge weder einzelne Mitarbeiter noch das Unternehmen bereichert hätten und es auch keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten beim VfL Wolfsburg gebe.
-Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires; +49 - (0)69 297 25 114;
nico.schmidt@dowjones.com
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October 17, 2011 06:09 ET (10:09 GMT)
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