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Jetzt anmeldenMontag, 19. Dezember 2011 | 13:41
Auch wenn der Markt auf die Beschlüsse des letzten EURO-Krisengipfels nicht wirklich positiv reagiert, so muss ich doch sagen, dass ich eigentlich mit dem Ergebnis zufrieden bin.
Das hat wenig mit dem Ergebnis des Gipfels an sich zu tun, denn dass eine Fiskalunion wirklich so anstrebenswert ist, kann ich derzeit noch nicht glauben. Da wird das „Monster“ aus Brüssel noch viel größer und bestimmt dann unmittelbar unseren Lebensalltag.
Was mich positiv stimmt ist aber, dass sich etwas tut. Im Gegensatz zu den anderen Regionen wie Nordamerika oder auch Japan, versucht man wenigstens eine Lösung zu finden. Ob es die richtigen Wege sind, die beschritten werden und ob man nicht wieder auf dem halben Weg stehen bleibt, ist eine andere Frage. Aber es wird auf jeden Fall versucht, etwas zu unternehmen und das ist ein großer Vorteil gegenüber den anderen weltweiten Problemzonen.
Natürlich wäre es mir lieber gewesen, wir würden unser Geldsystem total reformieren, aber das können wir von unserer jetzigen politischen Elite nicht erwarten, denn die brauchen dieses Geldsystem um ihre „Machtspielchen“ zu finanzieren.
Wenn uns jetzt die EZB mit Anleihenkäufen nicht ganz im Stich lässt, dann kann es durchaus sein, dass Europa das Schlimmste hinter sich hat. Denn eines dürfen wir nicht vergessen: Aktien sind derzeit sehr billig und auch die letzten Konjunkturdaten sprechen für eine nicht allzu harte Wirtschaftslandung im nächsten Jahr. Auch den schwachen Euro sehe ich derzeit positiv, denn dieser unterstützt unseren Export.
Die nächsten Wochen werden sicher noch sehr ungemütlich werden, aber wir sollten langsam überlegen, welche Positionen wir kaufen sollten.
Sonderspekulation Griechenlandanleihen:
In den nächsten Tagen wird es sehr spannend für alle Anleihenbesitzer von Griechenland bzw. solche, die es vielleicht noch werden wollen. Hier könnte sich eine Sonderspekulation ergeben. Es wird derzeit intensiv zwischen den Banken und Griechenland verhandelt. Morgen werden sich die Vertreter wieder in Paris treffen. Die Details der Einigung sollten bis Freitag stehen.
Fix dürfte der 50 %ige Schuldenschnitt sein. Die Details könnten so lauten, dass alte Griechenlandanleihen aller Laufzeiten, in eine oder mehrere neue Anleihen mit unterschiedlicher Laufzeit umgewandelt werden. Als Zinssatz wird derzeit von Griechenland 4,5 % angeboten. Die Banken fordern 8 %. Ich könnte mir vorstellen, dass die Wandlung der alten Anleihen in einen Mix von mehreren neuen Anleihen mit unterschiedlicher Laufzeit und damit unterschiedlichen Zinssätzen erfolgen könnte. Das würde vereinfacht bedeuten, ein Inhaber von 100.000 Euro Griechenlandanleihen erhält das Angebot, seine Anleihen in 15.000 Euro mit einer Laufzeit von 3 Jahren und 15.000 Euro mit einer Laufzeit von 7 Jahren und 20.000 Euro in Anleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren umzuwandeln. Die Zinssätze wären natürlich für diese Anleihen unterschiedlich und daher könnten beide Seiten mit ihren Forderungen befriedigt werden.
Ob die Anleihen mit einer besonderen Garantie wie z. B. vom ESM Rettungsfonds ausgestattet sind, kann derzeit noch nicht gesagt werden, würde jedoch am Markt deutlich helfen. Auch eine Cash-Komponente ist nicht ausgeschlossen. Das heißt, man erhält für seine alten Anleihen 10 % bis 20 % Cash und den Rest dann in neuen Anleihen. Auch dies würde die Attraktivität des Angebotes unterstützen.
Wo ist jetzt die Spekulation?
Eigentlich gibt es zwei Spekulationschancen.
1. Griechenlandspekulation: Wir wandeln im Schuldenschnitt
Die meisten Griechenlandanleihen notieren zwischen 10 % und 35 %. Das heißt, bei einem Schuldenschnitt von 50 % würden diese Anleihen in neue Anleihen im Nominalwert von 50 % umgewandelt werden.
Als Beispiel: Sie kaufen 100.000 Nominale der 2013 Griechenlandanleihe mit einem Kurswert von 27 %. Das heißt, sie investieren 27.000 Euro + Zinsen für diese Anleihe. Nach Umwandlung bzw. Annahme des Angebotes zum Schuldenschnitt würden 50.000 Nominale einer neuen Griechenlandanleihe erhalten. Diese neue Anleihe, die dann hoffentlich mit einer Garantie eines EU-Rettungsschirms ausgestattet ist, würde dann nahezu bei 100 % notieren. Damit würden Sie Anleihen mit einem Kurswert von 50.000 Euro besitzen. Ihr kurzfristiger Gewinn würde daher bei rund 85 % innerhalb weniger Wochen liegen.
Das Risiko variiert je nach Ausstattung des Schuldenschnitts, also welche Anleihen es gibt, ob mit Garantie und/oder Cashquote.
2. Griechelandspekulation: Wir halten die Anleihe bis nach dem Schuldenschnitt und hoffen auf eine Tilgung bei 100 %
Die zweite Spekulation ist risikoreicher, aber auch um ein vielfaches spannender, denn der Schuldenschnitt ist freiwillig. Das heißt eigentlich, dass man zu diesem nicht gezwungen werden kann. Sollte der Schuldenschnitt so, wie derzeit geplant, durchgeführt werden, sinkt natürlich das Risiko, dass Griechenland die Anleihen nicht bedienen kann. Auch wird durch den Schuldenschnitt das Volumen der einzelnen Emission deutlich sinken, sodass die Wahrscheinlichkeit einer pünktlichen und vollständigen Rückzahlung steigt. Die zweite Spekulation ist also, dass man die Anleihen nicht beim Schuldenschnitt andient, sondern auf die vollständige Rückzahlung hofft. Dafür bieten sich natürlich Anleihen mit einer sehr kurzen Restlaufzeit an. In 2012 muss Griechenland drei Anleihen im Volumen von 38 Mrd. zurückzahlen. Die Kurse liegen derzeit zwischen 48 % (März-Anleihe), 36,65 % (Mai-Anleihe) und 34 % (August-Anleihe).
Die März-Anleihe notiert mir schon eindeutig zu hoch, dass ich noch auf diese spekulieren möchte. Daher sind für mich nur die Mai- und August-Anleihen 2012 interessant. Hier würde sich ein Gewinnpotential von 36 % oder 47 % im Falle des Schuldenschnitts und 172 % bzw. 194 % im Falle der Rückzahlung ergeben. Die Anleihen verfügen auch über eine ausreichende Liquidität.
Das Chancen-Risiko-Verhältnis halte ich in diesem Fall für ausgesprochen interessant.
Solon ist pleite!
Leider wurde gestern das Gewissheit, was ich schon länger befürchtet habe. Die Konsolidierung am Solarmarkt reißt jetzt auch die ersten größeren Spieler in den Abgrund. So schlimm sich das auch anhört, so wichtig ist dieser Prozess für den Markt, denn nur so kann für die anderen Marktteilnehmer ein profitables Geschäft möglich sein. Ich fürchte, dass der Konsolidierungsprozess noch mindestens sechs Monate laufen wird und je mehr Unternehmen den Geschäftsbetrieb einstellen, umso schneller werden auch die „Überlebenden“ feststehen.
Ich glaube, dass wir in sechs Monaten exzellente Chancen zum Einstieg in diesen Markt sehen werden. Leider sind wir über eine Anleihe auch von dieser Pleite betroffen, jedoch ist die Gewichtung so gering, dass dieser Ausfall leicht verkraftbar ist.
Kurs auf
Ihr
Joachim Brunner
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Laut §34b Wertpapierhandelsgesetz (Deutschland) und gemäß § 48f Abs. 5 BörseG (Österreich) möchten wir darauf hinweisen, dass Mitarbeiter oben genannte Griechenlandanleihe 08/2012 halten und somit ein Interessenskonflikt besteht.
Achtung: Dieser Börsenbrief stellt nur die persönliche Meinung von Joachim Brunner dar und ist auf keinen Fall mit einer Finanzanalyse gleichzustellen. Bevor Sie irgendwelche Investments tätigen, ist eine professionelle Beratung durch ihre Bank unumgänglich
Joachim Brunner ist Berater des First Junior Zertifikates (WKN LS1JEX) und des Fonds PI global one (WKN 0A0636) und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Portfolio Invest in Salzburg. Es ist daher möglich, dass sich die in diesem Artikel beschriebenen Aktien im Fonds/Depot bzw. dem dazugehörigen Index befinden
Ein weiterer Interessenskonflikt könnte dahin auch gegeben sein, da die beschriebenen Unternehmen möglicherweise auch Kunden der internationalen Nachrichtenagentur IRW-Press sein könnten, die sich im Eigentum der Herausgeberin (IR-WORLD.com Finanzkommunikation GmbH) befindet.
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