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Sind die Griechen noch zu retten?

Montag, 07. November 2011 | 11:58

Letzte Woche gab es noch einen Hoffnungsschimmer, dass wir zumindest für ein paar Wochen Beruhigung auf den Märkten sehen könnten. Mit dem freiwilligen Schuldenerlass, kann zwar das Problem nicht gelöst werden, aber es war ein Schritt in die richtige Richtung und man hätte den Großspekulanten des Spekulationsinstruments CDS (Kreditversicherung) beraubt.

Am Montag kam es dann anders, denn der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou will ein offizielles Referendum über das Rettungspaket abhalten lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Griechen dem Rettungspaket zustimmen werden, ist dabei gering, denn das Volk hat genug von den Sparmaßnahmen (was man auch irgendwie verstehen kann).

Die Märkte reagierten sofort mit einem massiven Einbruch, denn vorbei ist es mit der Ruhe und die Nervosität ist zurück. Die westlichen Politiker verstehen die Welt nicht mehr und auch die EU-Bevölkerung fragt sich zu Recht, wieso ein Politiker abstimmen lassen will, wenn man ihm gerade mehr als 100 Mrd. Euro Schulden erlassen hat und gleichzeitig noch ein milliardenschweres Hilfspaket mit auf den Weg gibt, um sein Land auf Vordermann zu bringen.

Über die Ursachen, warum dass der griechische Ministerpräsident macht, kann man nur rätseln, aber ich kann den Griechen auch verstehen. Griechenland ist in den letzten Jahrzehnten in Korruption und Bürokratie versumpft. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt vom Staat und muss selbst für einen raschen Arzttermin „Schmiergeld“ bezahlen. Steuerhinterziehung ist ein Volkssport und wird als normal angesehen. So wundert es auch nicht, dass die staatliche Pensionskasse in den letzten Jahren 8 Mrd. Euro Pensionen an Personen ausbezahlt hat, die bereits verstorben sind. Das Geld haben sich die Angehörigen eingesteckt. Bei einem Volk, das rund 10 Mio. Einwohner fasst, ist das eine beträchtliche Summe und so spiegelt sie genau die Situation wieder, die derzeit in Griechenland vorherrscht.

Was war also der Hintergedanke von Herrn Papandreou?

Eine Möglichkeit ist natürlich, dass er die Nase davon voll hat, immer der „Buhmann“ zu sein, denn das Referendum ist ein politischer Selbstmord. Aber dann kann er immer sagen, er habe das Volk abstimmen lassen und dieses habe „Nein“ gesagt. Er geht dann wahrscheinlich in Pension und verdient sich dabei eine „goldene Nase“.

Eine andere Möglichkeit ist natürlich auch, dass er die EU zu weiteren Zugeständnissen zwingen will. Auch diese Möglichkeit hat seinen Charme, denn so kann er immer noch von den anderen EU-Staaten verlangen, die Bedingungen so abzuändern, dass sein Volk zustimmen wird. Dazu müsste die EU wohl die bereits getätigten Zusagen verdoppeln und die gesamten Schulden der Griechen übernehmen. Ein klassischer Fall von „der Schwanz wedelt mit dem Hund“

Was passiert, wenn Griechenland aber abstimmt und „Nein“ sagt?

Dann wird Griechenland wahrscheinlich den EURO-Raum verlassen und eine eigene Währung einführen, die dann in einer hohen Inflation untergeht! Dass würde zu einer massiven Entschuldung führen, aber auch die Wirtschaft enorm unter Druck bringen. Natürlich würde auch hier die EU mit einen Aufbauprogramm einspringen und wieder rund 50 bis 100 Mrd. Euro verbraten.

Der Tag, an dem Griechenland aus dem EURO austritt, würde für einen massiven Kursanstieg des EURO´s sorgen, was natürlich gerade den Export der Länder des alten DM-Blocks belasten würde und wahrscheinlich in einer Rezession enden würde, außer andere EU-Staaten wie Italien, Frankreich oder Spanien kommen dermaßen in Schwierigkeiten, dass sie das neue Griechenland im EURO-Raum werden (was sehr wahrscheinlich ist).

Kurzfristig können wir mit keiner Lösung rechnen, außer der griechische Ministerpräsident übersteht die Vertrauensfrage am Freitag im Parlament nicht und er ruft Neuwahlen aus. Dann kann alles sehr schnell gehen, denn bei der nächsten Wahl wird sicher kein EU-Befürworter gewinnen und dann wird Griechenland wahrscheinlich früher aus dem EURO austreten, als nach einer Volksbefragung.

Wir können also gespannt abwarten, was sich in den nächsten Tagen beim G20 Gipfel und in Griechenland abspielen wird. Verspielt haben aber die Griechen in jedem Fall, denn jeder EU-Bürger denkt sich wohl zu Recht - „Die Spinnen die Griechen!“

Wir sehen uns dieses Wochenende auf der Edelmetallmesse in München am Stand 1.61! Ich freue mich schon auf Ihr kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Joachim Brunner

Damit Sie den Smallcap Investor auf jeden Fall erhalten, tragen Sie unbedingt "Redaktion Smallcap-Investor" mit der E-Mail-Adresse "redaktion@smallcap-investor.de" als Kontakt in Ihr Adressbuch ein!

Laut §34b Wertpapierhandelsgesetz (Deutschland) und gemäß § 48f Abs. 5 BörseG (Österreich) möchten wir darauf hinweisen, dass Mitarbeiter keine der oben beschriebenen Anleihen halten und somit kein Interessenskonflikt besteht.

Achtung: Dieser Börsenbrief stellt nur die persönliche Meinung von Joachim Brunner dar und ist auf keinen Fall mit einer Finanzanalyse gleichzustellen. Bevor Sie irgendwelche Investments tätigen, ist eine professionelle Beratung durch ihre Bank unumgänglich.

Joachim Brunner ist Berater des First Junior Zertifikates (WKN LS1JEX) und des Fonds PI global one (WKN 0A0636) und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Portfolio Invest in Salzburg. Es ist daher möglich, dass sich die in diesem Artikel beschriebenen Aktien im Fonds/Depot bzw. dem dazugehörigen Index befinden.

Ein weiterer Interessenskonflikt könnte dahin auch gegeben sein, da die beschriebenen Unternehmen möglicherweise auch Kunden der internationalen Nachrichtenagentur IRW-Press sein könnten, die sich im Eigentum der Herausgeberin (IR-WORLD.com Finanzkommunikation GmbH) befindet.

Der Artikel unterliegt dem geistigen Eigentum des Autors bzw. des Verlages. Die Weitergabe bzw. die Veröffentlichung an Dritte (auch auszugsweise) ist ohne unsere Zustimmung nicht gestattet.

Bitte beachten Sie immer den Risikohinweis unter folgendem Link: http://www.smallcapinvestor.de/index.php?risikohinweis

Weitere Hinweise, die dazu beitragen sollen, sich vor unseriösen Angeboten zu schützen finden Sie in Broschüren der BaFin (Links anbei):

Geldanlage - Wie Sie unseriöse Anbieter erkennen (pdf/113 KB): http://www.bafin.de/vb_geldanlage.pdf

Wertpapiergeschäfte - Was Sie als Anleger beachten sollten (pdf/326 KB):
http://www.bafin.de/vb_wertpapiergeschaeft.pdf

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Am Montag kam es dann anders, denn der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou will ein offizielles Referendum über das Rettungspaket abhalten lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Griechen dem Rettungspaket zustimmen werden, ist dabei gering, denn das Volk hat genug von den Sparmaßnahmen (was man auch irgendwie verstehen kann).

Die Märkte reagierten sofort mit einem massiven Einbruch, denn vorbei ist es mit der Ruhe und die Nervosität ist zurück. Die westlichen Politiker verstehen die Welt nicht mehr und auch die EU-Bevölkerung fragt sich zu Recht, wieso ein Politiker abstimmen lassen will, wenn man ihm gerade mehr als 100 Mrd. Euro Schulden erlassen hat und gleichzeitig noch ein milliardenschweres Hilfspaket mit auf den Weg gibt, um sein Land auf Vordermann zu bringen.

Über die Ursachen, warum dass der griechische Ministerpräsident macht, kann man nur rätseln, aber ich kann den Griechen auch verstehen. Griechenland ist in den letzten Jahrzehnten in Korruption und Bürokratie versumpft. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt vom Staat und muss selbst für einen raschen Arzttermin „Schmiergeld“ bezahlen. Steuerhinterziehung ist ein Volkssport und wird als normal angesehen. So wundert es auch nicht, dass die staatliche Pensionskasse in den letzten Jahren 8 Mrd. Euro Pensionen an Personen ausbezahlt hat, die bereits verstorben sind. Das Geld haben sich die Angehörigen eingesteckt. Bei einem Volk, das rund 10 Mio. Einwohner fasst, ist das eine beträchtliche Summe und so spiegelt sie genau die Situation wieder, die derzeit in Griechenland vorherrscht.

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Eine Möglichkeit ist natürlich, dass er die Nase davon voll hat, immer der „Buhmann“ zu sein, denn das Referendum ist ein politischer Selbstmord. Aber dann kann er immer sagen, er habe das Volk abstimmen lassen und dieses habe „Nein“ gesagt. Er geht dann wahrscheinlich in Pension und verdient sich dabei eine „goldene Nase“.

Eine andere Möglichkeit ist natürlich auch, dass er die EU zu weiteren Zugeständnissen zwingen will. Auch diese Möglichkeit hat seinen Charme, denn so kann er immer noch von den anderen EU-Staaten verlangen, die Bedingungen so abzuändern, dass sein Volk zustimmen wird. Dazu müsste die EU wohl die bereits getätigten Zusagen verdoppeln und die gesamten Schulden der Griechen übernehmen. Ein klassischer Fall von „der Schwanz wedelt mit dem Hund“

Was passiert, wenn Griechenland aber abstimmt und „Nein“ sagt?

Dann wird Griechenland wahrscheinlich den EURO-Raum verlassen und eine eigene Währung einführen, die dann in einer hohen Inflation untergeht! Dass würde zu einer massiven Entschuldung führen, aber auch die Wirtschaft enorm unter Druck bringen. Natürlich würde auch hier die EU mit einen Aufbauprogramm einspringen und wieder rund 50 bis 100 Mrd. Euro verbraten.

Der Tag, an dem Griechenland aus dem EURO austritt, würde für einen massiven Kursanstieg des EURO´s sorgen, was natürlich gerade den Export der Länder des alten DM-Blocks belasten würde und wahrscheinlich in einer Rezession enden würde, außer andere EU-Staaten wie Italien, Frankreich oder Spanien kommen dermaßen in Schwierigkeiten, dass sie das neue Griechenland im EURO-Raum werden (was sehr wahrscheinlich ist).

Kurzfristig können wir mit keiner Lösung rechnen, außer der griechische Ministerpräsident übersteht die Vertrauensfrage am Freitag im Parlament nicht und er ruft Neuwahlen aus. Dann kann alles sehr schnell gehen, denn bei der nächsten Wahl wird sicher kein EU-Befürworter gewinnen und dann wird Griechenland wahrscheinlich früher aus dem EURO austreten, als nach einer Volksbefragung.

Wir können also gespannt abwarten, was sich in den nächsten Tagen beim G20 Gipfel und in Griechenland abspielen wird. Verspielt haben aber die Griechen in jedem Fall, denn jeder EU-Bürger denkt sich wohl zu Recht - „Die Spinnen die Griechen!“

Wir sehen uns dieses Wochenende auf der Edelmetallmesse in München am Stand 1.61! Ich freue mich schon auf Ihr kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Joachim Brunner

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Joachim Brunner ist Berater des First Junior Zertifikates (WKN LS1JEX) und des Fonds PI global one (WKN 0A0636) und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Portfolio Invest in Salzburg. Es ist daher möglich, dass sich die in diesem Artikel beschriebenen Aktien im Fonds/Depot bzw. dem dazugehörigen Index befinden

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Bitte beachten Sie immer den Risikohinweis unter folgendem Link: http://www.smallcapinvestor.de/index.php?risikohinweis

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Geldanlage - Wie Sie unseriöse Anbieter erkennen (pdf/113 KB): http://www.bafin.de/vb_geldanlage.pdf

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