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News KW 44 - Jetzt griechische Staatsanleihe kaufen - geht Griechenland nur inoffiziell "Pleite"

Mittwoch, 02. November 2011 | 14:44

Bericht vom 24.10.2011

Es passieren Dinge auf dieser Welt, die gibt es eigentlich gar nicht. Besonders viele solcher „unmöglichen“ Entwicklungen betreffen unser Papiergeldsystem, um das viele Politiker weltweit (nicht nur in Europa) verzweifelt, aber wahrscheinlich hoffnungslos kämpfen.

Eine solche Entwicklung sehen wir gerade im „Musterfall“ Griechenland. Hier wird ja heftig um die „Rettung“ dieses Pleitestaates gekämpft und das teilweise mit recht interessanten Mitteln. Mit der Rekapitalisierung der Banken, wurde ein wichtiger und auch großer Schritt in die richtige Richtung für eine mögliche Lösung erzielt. Das Einzige, was mir allerdings nie klar war, ist, wie die Politiker den „Haircut“ oder Schuldenerlass abwickeln wollen.

Man spricht jetzt offen von einem Schuldenschnitt von 60 %, der notwendig ist, um Griechenland bis 2020 wieder kreditwürdig zu machen. Laut Troika benötigt das Land bis dahin 252 Mrd. Euro, das sind 143 Mrd. Euro mehr, als bisher angenommen. Jetzt kommt aber das Beste – der Schuldenschnitt soll nur von den Banken und hier nur freiwillig vorgenommen werden.

Für mich war das immer ein Widerspruch in sich. Wieso soll jemand freiwillig auf 60 % seines Kapitals verzichten. Vor allem stellt sich die Frage: Betrifft es nur das Eigenkapital der Banken oder auch Fonds bzw. Versicherungen? Weiters ist unklar, wie viele Anleihen die Banken überhaupt noch in deren Büchern haben und wie diese abgeschrieben werden? Muss die Abschreibung auf einmal erfolgen oder wird die Abschreibung im Jahr der Fälligkeit durchgeführt. Das würde das Problem der Abschreibung nämlich auf mehrere Jahre bzw. Jahrzehnte strecken.

Ein auch nicht ganz abwegiger Gedanke ist, was passiert wenn die Politik die Banken dazu benutzt, am Markt Griechenland-Anleihen, die jetzt zwischen 30 % und 55 % notieren, aufzukaufen, um sie dann auf 40 % abzuschreiben. Die Differenz holen sie sich dann vom EURO-Rettungsfonds zurück! Damit würde man die bisherigen Gläubiger „schröpfen“ und Griechenland braucht offiziell gar nicht pleitegehen, denn der Schuldenschnitt würde ja auf Kosten der alten Zeichner bzw. Banken ausgetragen.

Ein geniales Detail am Rande ist auch, dass die Politiker eine offizielle Pleite vermeiden wollen, da sonst die Kreditausfallversicherungen oder Credit Default Swap (CDS) fällig werden würden. Dass heißt, bei einer offiziellen Pleite würde man die Banken oder Versicherungen treffen, die diese „Kreditausfallversicherung“ gewährt haben. Des Weiteren will man über diesen Schritt die Spekulation auf den CDS-Markt eindämmen, was meines Erachtens sogar ein sinnvoller Schritt ist, denn damit würde man Hedgefonds eines wichtigen Instrumentes berauben um auf den Konkurs eines Landes zu „wetten“!

Ich glaube, diesen „Denkzettel“ wollen die Politiker den Spekulanten unbedingt mit auf den Weg geben.

Was heißt das aber eigentlich für uns?

Eigentlich kann dass nur eines heißen: Wir sollten auf die 100 %-ige Rückzahlung der Anleihen spekulieren. Denn wenn der Schuldenschnitt über die Banken abgewickelt und damit ein offizieller Staatsbankrott vermieden wird, müssen die Griechenlandanleihen zu 100 % getilgt werden.

Es gibt dazu derzeit drei nennenswerte Kandidaten:

4,3 % Griechenland Anleihe 03/2012 (WKN A0T6US) mit einem Kurs von ca. 55 %

5,25 % Griechenland Anleihe 05/2012 (WKN 830275) mit einem Kurs von ca. 47,9 %

4,1 % Griechenland Anleihe 08/2012 (WKN A0LN5U) mit einem Kurs von ca. 44,2 %

Wir kaufen daher heute für unser Smallcap-Investor Musterdepot die Anleihe A0LN5U. Die diesbezügliche Order lautet:

Kauf von 50.000 Nom. 4,1 % Griechenland Anleihe 08/2012 mit der WKN A0LN5U mit einem Kurs von 44,25 %.

Das ist keine Abkehr von unserer Strategie. Griechenland ist pleite, daran lassen auch die jüngsten Entwicklungen keinen Zweifel. Wir spekulieren hier nur auf eine sehr kreative Art des Konkurses, den unsere Politiker sich hier ausgedacht haben.

Denn offiziell wird ein Konkurs vermieden, aber inoffiziell wird das Land freiwillig entschuldet. Das heißt nicht, dass wir nicht für den Konkurs bezahlen müssen. Denn irgendwer muss ja für die Rekapitalisierung der Banken aufkommen, aber offiziell steht man gut da.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ist eigentlich ganz schön clever, wie man hier von den Politikern hinters Licht geführt wird.

Daher ist es uns auch erlaubt, unseren Profit daraus zu ziehen. Wir müssen sowieso mit höheren Steuern und Inflation dafür bezahlen.

Kurs auf

Ihr
Joachim Brunner

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Achtung: Dieser Börsenbrief stellt nur die persönliche Meinung von Joachim Brunner dar und ist auf keinen Fall mit einer Finanzanalyse gleichzustellen. Bevor Sie irgendwelche Investments tätigen, ist eine professionelle Beratung durch ihre Bank unumgänglich

Joachim Brunner ist Berater des First Junior Zertifikates (WKN LS1JEX) und des Fonds PI global one (WKN 0A0636) und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Portfolio Invest in Salzburg. Es ist daher möglich, dass sich die in diesem Artikel beschriebenen Aktien im Fonds/Depot bzw. dem dazugehörigen Index befinden

Ein weiterer Interessenskonflikt könnte dahin auch gegeben sein, da die beschriebenen Unternehmen möglicherweise auch Kunden der internationalen Nachrichtenagentur IRW-Press sein könnten, die sich im Eigentum der Herausgeberin (IR-WORLD.com Finanzkommunikation GmbH) befindet.

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