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Jetzt anmeldenDienstag, 06. Dezember 2011 | 17:13
wieder einmal ist es soweit: Die Politik wird nächste Woche einen weiteren, endgültigen und total sicheren, neuen Plan für den Ausweg aus der Schuldenkrise vorstellen. Am Montag will Merkozy (für Merkel und Sarkozy) einen französisch-deutschen Gemeinschaftsplan für die EU vorlegen, der das Problem angehen soll.
Auch wenn es jetzt wahrscheinlich schon der 50ste neue, endgültige und letzte Plan zur Rettung des Euro´s sein wird, gehe ich davon aus, dass wir wirklich kurz vor dem Durchbruch stehen. Der Grund für meinen Optimismus liegt vor allen daran, dass die Möglichkeiten, welche derzeit noch offen stehen, begrenzt sind und daher lassen sich auch die Auswirkungen besser berechnen.
Im Prinzip gibt es drei Möglichkeiten und eine Mischung davon.
1. Die EZB kauft alles auf und druckt Geld ohne Ende: Auch wenn viele das für den blanken Horror halten und wahrscheinlich langfristig eine sehr hohe Inflation auslösen würde, so wäre diese eine endgültige Lösung für die Schuldenkrise, denn gegen die EZB kann man nicht spekulieren. Das ist das gleich, wie gegen die FED zu spekulieren. Die Notenbanken haben unbegrenzte Mittel und können Geld einfach aus dem „Nichts“ schaffen und damit ist jede Spekulation gegen die EZB sinnlos. Ich habe ein sehr gutes Interview gelesen, das es genau auf dem Punkt brachte. Es ging darum, warum Investoren in US-Staatsanleihen investieren. Die Antwort (sinngemäß) ist simpel, aber gut: Die USA kann nicht pleite gehen, weil die FED sonst einfach die Staatsfinanzierung übernimmt. Daher weiß ich jetzt genau, wenn ich in US-Staatsanleihen investiere, bekomme ich auch mein Geld zurück. Vielleicht ist es weniger Wert als vorher, aber ich bekomme es zu 100 %-ig zurück. Das ist in Europa nicht der Fall, würde die EZB aber genau so handeln wie die FED oder britische Notenbank, dann wäre die Spekulation um die Schuldenkrise beendet. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen.
2. Eurobonds: Ein weiterer Lösungsansatz wären gemeinsame Anleihen, sogenannte Eurobonds. Es wird derzeit über eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten gesprochen. Sollten sie aber kommen, wird die Krise aufgrund der Bonität aller Länder noch einmal um mindestens 10 Jahre hinausgezögert. Erst dann wird man wieder vor einem ähnlichen Problem wie jetzt stehen, das dann wahrscheinlich wieder nur die EZB lösen könnte.
3.Tilgungsfonds: Da Eurobonds bei uns einen sehr schlechten Ruf haben und Merkel auch nicht ihren letzten Funken Autorität verlieren will, wird es immer wahrscheinlicher eine Mischvariante werden. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Tilgungsfond, der schon für die DDR-Schulden angewendet wurde. Dabei sollen Schulden ab einer gewissen BIP-Höhe in diesem Tilgungsfonds ausgelagert werden. Dieser soll sich teilweise selber finanzieren (zb. über eine Finanztransaktionssteuer). Damit hätte man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Erstens wären die Schulden ausgelagert und damit wäre die Schuldenkrise maßgeblich entschärft. Zweitens würde sich durch die Finanztransaktionssteuer auch der Fonds selber finanzieren können. Drittens wäre der Druck auf die einzelnen Staaten, ihren Staatshaushalt zu sanieren, nach wie vor groß und viertens wäre Merkel bei den Eurobonds nicht umgefallen.
Wahrscheinlich wird es eine Mischung aus den oben genannten Punkten, aber die Lösung steht unmittelbar bevor. Ich bin mir auch sehr sicher, dass die Rolle der EZB maßgeblich erweitert wird, denn nur sie kann flexibel genug auf den Markt reagieren und hat darüber hinaus auch noch die Mittel, es zu tun. Was natürlich für den Aktienmarkt spricht. Das heißt, die Zeit des Investierens an der Börse ist gekommen.
Im Prinzip ist es wahrscheinlich egal, was Sie kaufen – es wird wahrscheinlich alles steigen, am meisten die Banken und die Versicherungen.
Link zur Webkonferenz!
Hier noch der Link zur Webkonferenz von letzter Woche mit Helmut Pollinger vom bullVestor, Michael Adams von Stock-Telegraph und Chris Cooper von Aroway Energy.
http://www.media.dr-reuter.eu/2011_11_24_SmallCap_bullVestor_StarIR.wmv
Kurs auf
Ihr
Joachim Brunner
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