Abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter! Somit entgehen Ihnen keine Nachrichten von den 4 wichtigsten Agenturen und von über 20 Börsenbriefen.
Jetzt anmeldenMontag, 27. Juni 2011 | 15:42
Bericht vom 24.06.2011
Gestern war wieder ein Tag an der Börse, den es so eigentlich nicht geben dürfte!
Am Mittwoch hat der FED-Chef Ben Bernanke die Wachstumsprognose für 2011 der USA von 3,1 bis 3,3 % auf 2,7 bis 2,9 % gesenkt, zusätzlich waren auch dann noch die Erstanträge für die Arbeitslosenhilfe stärker angestiegen als erwartet. Ein viel schwerer Schlag für die Börsen ist, dass Bernanke derzeit ein weiteres Stimulationsprogramm durch Anleihenkäufe ausgeschlossen hat (wie in den letzten Monaten immer betont). Das aktuelle QE2 Paket läuft Ende dieses Monats aus und hatte ein Volumen von 600 Mrd. US$. Im Prinzip hat die FED in den letzten Monaten über 1.000 Mrd. US$ neues Geld (wenn auch großteils nur virtuell auf Bankkonten) gedruckt um den Markt und vor allem die USA zu stützen. Die USA stand damit in „Verdacht“ ihre Währung inflationieren zu wollen, um so ihrer Schuldenproblematik zu entkommen.
In Summe ist die FED mit rund 1.400 Mrd. US$ in Anleihen zum größten Gläubiger der USA aufgestiegen und hat China mit rund 1.000 Mrd. US$ in US-Anleihen schon lange hinter sich gelassen.
Der Markt reagierte eigentlich so wie er reagieren sollte – er ist gefallen. Die Aktienindizes sind gefallen – klar, denn die Gewinnaussichten der Unternehmen sind durch die schlechteren Konjunkturaussichten, die wahrscheinlich höhere Arbeitslosenrate und das auflaufende Stimulationsprogramm für Anleihen, natürlich deutlich schlechter. Auch die Rohstoffe fallen – das ist auch wiederum logisch, denn es ist bei einer schlechteren Konjunktur auch zu erwarten, dass die Nachfrage nach Rohstoffen sinken wird.
So die normale Reaktion – aber – warum steigen die Anleihen und warum sinken gerade die Renditen der US-Anleihen?
Wenn die deutsche Sekundärrendite fällt, kann ich das noch verstehen, da „Deutschland“ wohl noch das stabilste Land von allen westlichen Ländern ist und daher als sicherer Hafen für das Geld der Investoren angesehen wird. Aber warum fällt die Rendite in den USA?
Eigentlich führen alle diese Gründe (schwache Konjunktur, höhere Anträge für die Arbeitslosenhilfe, usw...) zu einer sinkenden Bonität der USA und sollten daher für steigende Renditen sorgen, vor allem wenn man bedenkt, dass die FED die Zinsen nicht mehr senken kann um die Konjunktur zu stimulieren. Noch viel schwerwiegender ist aber das Auslaufen des Stimulationsprogramms der FED, denn die FED war in den letzten 18 Monaten der größte Käufer am US-Anleihenmarkt. Wenn wir aber wissen, dass der größte Käufer nächste Woche aufhören will am Markt zu kaufen, was würden Sie als Anleger von diesen Wertpapieren machen?
Wahrscheinlich würden Sie verkaufen und sicher nicht zukaufen, denn die Bonität hat gerade in Hinblick auf die aktuelle Diskussion der „Schuldenobergrenze in den USA“ sicher nicht zugenommen.
Auch das der US$ in diesen Tagen steigt, widerspricht eigentlich jeglicher Logik. Die einzige Begründung die mir eingefallen ist, ist dass die FED die letzten Tage seines QE2 Programms ausnutzt, um aus allen Rohren zu feuern. Das heißt, Sie kaufen noch alle Bonds am Markt auf, um die Rendite noch einmal massiv zu drücken.
Über die Sommermonate, in denen generell weniger Handel ist, sollte dann die US-Rendite nicht all zu hoch steigen, um dann im September oder Oktober, wenn die Konjunkturzahlen noch schlechter sind, ein weiteres Stabilisierungsprogramm auflegen zu können. Damit würden Sie nicht als „Lügner“ dastehen (da die FED schon seit Monaten davon spricht kein QE-Programm mehr aufzulegen – das mit Gelddrucken gleichgesetzt werden kann).
Ob ich richtig liege mit dieser Theorie werden wir möglicherweise schon Anfang Juli sehen – wenn die US-Rendite vielleicht wieder anfängt zu steigen.
IEA wirft 60 Mio. Barrel Öl aus den strategischen Reserven auf den Markt!
Ganz überraschend wurde gestern bekannt gegeben, dass die IEA-Staaten in den nächsten Tagen 60 Mio. Barrel aus den strategischen Ölreserven der Staaten auf den Markt werfen. Sie wollen damit die Weltkonjunktur stützen. Die Hälfte dieser 60 Mio. Barrel soll von den USA kommen.
Interessant ist das vor allem, da dies erst die dritte Aktion dieser Art ist. Sehr komisch ist aber auch der Zeitpunkt, da der Ölpreis sich nicht auf einem Hoch befindet und auch seit ein paar Wochen konsolidiert.
Vielleicht ist aber die Angebot/Nachfrage Situation viel knapper als uns immer erklärt wird? Wir werden es sehen, aber wie Sie wissen bin ich ein großer Fan von Ölaktien und diese „Aktion“ bestärkt mich in meinem Denken. Zum Thema noch ein Artikel aus der Financial Times Deutschland: http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/rohstoffe/:iea-reserven-strategisches-oel-soll-weltkonjunktur-stuetzen/60068680.html
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Kurs auf
Ihr
Joachim Brunner
Damit Sie den Smallcap Investor auf jeden Fall erhalten, tragen Sie unbedingt "Redaktion Smallcap-Investor" mit der E-Mail-Adresse "redaktion@smallcap-investor.de" als Kontakt in Ihr Adressbuch ein!
|