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09.05.12 Zu viel Staat macht krank

Mittwoch, 09. Mai 2012 | 03:55

von Miriam Kraus ...Ach ja - ich hab' mich ja schon lange nicht mehr um das Treiben der Häuptlinge im Euroland gekümmert. Ist ja auf Dauer auch nicht gut für die Nerven. Aber, jetzt wo Nic die Angie verlässt und die jetzt mit dem Francie rumbandelt und man ja auch nicht ewig die Spanier ignorieren kann...was soll's...plaudern wir heute doch mal wieder ein wenig über die weiten Auen des Eurolandes.

Angie und Francie

Ich glaube wir können uns alle einig sein, dass der bald auch offiziell neue Häuptling der Franzosen keinen Blödsinn machen wird. Soll heißen, wer im Wahlkamp gackert, legt noch lange kein Ei. Oder anders: aus Angie und Nic, wird jetzt eben Angie und Francie.

Und das aus ganz pragmatischen Gründen: Europas Staaten tanzen auf dem Eis des Marktes und der Markt mag momentan eben die nüchternen, pragmatischen und doch leicht verbissenen Deutschen. Fiskalpakt? Der Nic hat's unterschrieben, also gilt der Pakt sowieso auch für den Francie. Haushaltskonsolidierung? Welcher Staat würde denn ernsthaft erklären, man habe nicht das Ziel die Maastricht-Kriterien erreichen zu wollen? Gemeinsame Wirtschaftspolitik? Ohne das Zusammenspiel von Berlin und Paris doch undenkbar. Genereller Widerstand gegen das europäische Gemeinschaftsgefühl? Mit einer gemeinsamen Währung, die gerade Paris und Berlin forciert haben, sollte man wirklich nicht spaßen.

Also können wir wohl davon ausgehen, dass Angie und Francie auf lange Sicht auch ein gutes Pärchen abgeben werden - Startschwierigkeiten würde ich zwar nicht ausschließen, aber hey, auch Angie und Nic mussten sich erst einmal kennen lernen und eine echte Beziehung aufbauen. Und auch bei Angie und Nic hat's zwischendurch mal im Karton gerappelt - soll ja in den besten Beziehungen vorkommen.

Sparen?

Also, das neue Celebrity-Traumpaar haben wir abgehakt. Somit waren auch die letzten Häuptlings-Wahlen in Frankreich für mich ein langweiliger Non-Event.

Sprechen wir doch lieber darüber, warum Frankreich sparen muss. Oder besser gesagt, woran Frankreich sparen muss.

Halten wir zunächst einmal ein paar Fakten fest:

  • In Frankreich sind die Lohnstückkosten seit dem Jahr 2000 fast um 25% gestiegen, in Deutschland nur um 6%
  • Das führt zu sinkenden Margen bei den französischen Konzernen
  • Ein Grund dafür, dass Frankreichs Anteil an den Exporten der Zone im gleichen Zeitraum um 3,5 Prozentpunkte gesunken ist
  • Dafür haben die Nachbarn mehr Freizeit bei einer 35-Stunden-Woche
  • Allerdings liegt die Arbeitslosenquote bei 10% (die Jugendarbeitslosigkeit sogar bei 23%)
  • Frankreich ist genauso wie Deutschland ein Hochsteuerland (allerdings werden in Deutschland Privatleute schneller als "zu reich" eingestuft, denn der Spitzensteuersatz greift früher - dagegen schröpfen die Franzosen eher ihre Industrie)
  • Frankreich hat allerdings eine deutlich höhere Geburtenrate als Deutschland, diese ist sogar höher als die Sterberate
  • Leider sinken allerdings seit Jahren die Investitionen im Bildungssektor, was auch den Nachbarn nicht immer die besten Pisa-Ergebnisse beschert

Aber richtig sparen...

Ok, ich habe hier nun also eine Reihe an Fakten aufgeführt und wenn ich diese zusammen fasse, dann erkennen wir, dass Frankreichs strukturelle Probleme eigentlich nur einen Grund haben: Gevatter Staat!

...und zwar am Staat

Denn der Anstieg der Lohnstückkosten und die 35-Stunden-Woche, sowie die steuerlich sogar stärkere Belastung der Unternehmen, als in Deutschland, sind die Faktoren, die Frankreichs Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit gekostet hat und damit Frankreichs Staat, dank steigender Sozialausgaben, den Haushalt verhagelt.

Und der Anstieg der Lohnstückkosten, die 35-Stunden-Woche, sowie die steuerliche Hochbelastung der Unternehmen sind nicht etwa einfach aus dem Nichts entstanden, sondern ganz gewollte Entscheidungen früherer Häuptlings-Gremien (umgangssprachlich auch Regierungen genannt).

Und so bleibt leider auch Frankreich (na ja zugegeben, wie fast alle Staaten um die Erdkugel) ein weiteres trauriges Beispiel dafür, wie nicht durchdachte Entscheidungen der Häuptlinge in der Vergangenheit, sich in der Gegenwart rächen.

Aber hey, ganz unter uns liebe Mit-Deutsche, nur weil wir in der Vergangenheit bessere Entscheidungen getroffen haben, heißt das noch lange nicht, dass wir das auch gegenwärtig tun. Nur mal so nebenbei...

So long liebe Leser....und liebe Nachbarn im schönen Frankreich: grämt euch nicht, ihr könnt es immer besser machen...aber macht es auch...und damit verabschiede ich mich für heute, bevor mir das Nachdenken über Staaten, Häuptlinge und ihre Fehler noch den Abend verderben...

Ihre Miriam Kraus

Dieser Bericht wurde nicht geprüft. Für Richtigkeit der Angaben übernimmt Silbernews keine Haftung.
Quelle: http://www.investor-verlag.de

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