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Jetzt anmeldenMittwoch, 02. Mai 2012 | 11:54
von Sven Weisenhaus ...der Dow Jones Index ist gestern auf den höchsten Stand seit Ende 2007 gestiegen. An der Stelle einen lieben Gruß an all diejenigen Analysten und Schreiberlinge, die immer noch nur von einer Gegenbewegung im Abwärtstrend ausgehen.
US-Daten hiefen Dow Jones auf Viereinhalb-Jahres-Hoch
Grund für den Kursanstieg waren die neuesten Zahlen zum US-amerikanischen ISM Index. Dieser kletterte im April auf 54,8 Punkte und damit auf ein 10-Monats-Hoch. Erwartet wurde hingegen ein leichter Rückgang in den Bereich von 52,5 bis 53,0. Im Vormonat hatte der Index der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe bei 53,4 notiert.
(Quelle: Markt-Daten.de) Index des Institute for Supply Management
US-Daten lösen massive Kursbewegungen aus
Sicherlich erinnern Sie sich noch an meinen derzeitigen Leitspruch "Die US-Daten werden über Wohl und Wehe entscheiden". Und erneut zeigt sich, dass Konjunkturdaten derzeit in der Lage sind, massive Kursbewegungen an den Börsen auszulösen. Denn als der Index des Institute for Supply Management (ISM) gestern um 16 Uhr veröffentlicht wurde, hatte der Dow Jones gerade sein Tagestief erreicht, drehte wohl wegen dem ISM-Index prompt nach oben und sprintete auf ein Viereinhalb-Jahres-Hoch.
(Quelle: CFX-Broker) Dow Jones, Candlestick-Chart, 1-Minuten-Kerzen
Die übrigen Daten bleiben überwiegend schlecht
Gleichzeitig wurden die Zahlen zu den US-amerikanischen Bauausgaben ("Construction Spending") für März 2012 veröffentlicht. Sie sind im März um 0,1% geklettert. Im Vormonat waren die Bauausgaben um 1,4% zurückgegangen (revidiert von -1,1%).
(Quelle: Markt-Daten.de) US-Bauausgaben
Bereits am Montag wurde der Chicagoer Einkaufsmanagerindex ("Chicago PMI, NAPM Chicago") für April bekannt gegeben. Er notiert im April bei 56,2.
(Quelle: Markt-Daten.de)
Im Vormonat hatte der Index noch bei 62,2 gestanden.
Im vergangenen Monat kamen viele schlechte US-Daten rein, was mich dazu veranlasste, Sie vor einer eventuellen Trendwende in den Daten zu warnen. Auch in der vergangenen Woche, der letzten April-Woche, kamen noch Zahlen rein. Diese möchte ich hier noch kurz besprechen.
Am Dienstag wurden die Zahlen zum Verbrauchervertrauen ("Consumer Confidence") des Conference Boards für April 2012 veröffentlicht. Der Index kam zum zweiten Mal leicht zurück von 69,5 auf 69,2 Punkte.
(Quelle: Markt-Daten.de) Verbrauchervertrauen des Conference Board
Am gleichen Tag gab es Zahlen zum US-amerikanischen Hauspreisindex der Federal Housing Finance Agency ("FHFA Housing Price Index") für Februar 2012. Hier konnte ein Anstieg um 0,3% zum Vormonat verzeichnet werden.
Am Mittwoch dann wurde bekannt, dass die USA im März ein Minus von 4,2% bei den Auftragseingängen langlebiger Güter verzeichneten. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Januar 2009. Experten hatten lediglich ein Minus von 1,7% erwartet, nachdem es im Februar noch zu einem Plus von 1,9% gereicht hatte.
(Quelle: Markt-Daten.de) Auftragseingänge langlebiger Güter
Am Donnerstag folgte noch der Chicago Fed National Activity Index, der ebenfalls einen Rückgang hinnehmen musste. Er notiert für März bei -0,29. Im Monat zuvor hatte er noch bei 0,07 (revidiert von -0,09) gestanden.
(Quelle: Markt-Daten.de) Chicago Fed National Activity Index (CFNAI)
Nach der Mitteilung der nationalen Maklervereinigung, ebenfalls vom Donnerstag, waren die Hausverkäufe im März auf den höchsten Stand seit zweit Jahren gestiegen. Der Index zu den anstehenden Hausverkäufen ist um 4,1% gestiegen. Erwartet wurde hingegen ein Anstieg um rund 0,5%. Im Vormonat hatte der Index revidiert bei 0,4% gestanden.
(Quelle: Markt-Daten.de) Index zu den anstehenden Hausverkäufen
Am Freitag wurde dann mitgeteilt, dass sinkende Investitionen der Unternehmen das Wachstum in den USA auf eine Jahresrate von 2,2% drückten. Analysten hatten nur einen Rückgang auf 2,5% erwartet. Die Unternehmen investierten demnach erstmals seit dem Krisenjahr 2009 weniger.
(Quelle: Markt-Daten.de) reales BIP der USA
Dass es zu einem Rückgang des BIP im ersten Quartal kommen würde, war aus den hier im Wave Daily veröffentlichten und analysierten Daten bereits abzulesen.
Am Freitag wurde zu guter Letzt noch bekannt, dass der endgültige Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan im April bei 76,4 notiert, statt der gemeldeten 75,7 in der vorläufigen Fassung.
(Quelle: Markt-Daten.de) Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan
Damit setzte sich die Reihe der Anstiege fort, statt dem ursprünglich gemeldeten Rücksetzer, den ich hier am 16. April behandelt hatte.
Interessant an allen Daten im zweiten Teil der heutigen Ausgabe ist, dass sich der Großteil der Zahlen nahtlos in die Reihe negativer Daten einreiht. Lediglich die Verbraucher und der US-Immobilienmarkt können sich dem entziehen, allerdings nur mit einzelnen Daten.
Kursanstieg passt nicht zu den Daten
Vor diesem Hintergrund ist es schon erstaunlich, auf welches Niveau sich die US-Indizes hocharbeiten. Meine Warnung muss ich also einfach aufrechterhalten. Der Kursanstieg passt nicht so recht zu den Daten.
Börse läuft 6 bis 9 Monate voraus
Allerdings muss man berücksichtigen, dass die Börse die Zukunft vorweg nimmt. Das macht die Sache so schwierig. Man spricht hier von einem Vorlauf von 6 bis 9 Monaten.
Die heftigen Kursrückgänge im letzten Jahr (August-Crash bis Oktober) liegen nun ca. 7 bis 9 Monate zurück. Wurden die aktuellen Daten also tatsächlich bereits im Herbst letzten Jahres eingepreist?
Daten frühzeitig eingepreist?
Der derzeitige Kursanstieg seit Oktober könnte also dann zu den Daten passen, wenn sich die Daten nun wieder bessern. Im ersten Teil des heutigen Beitrags könnten wir einen Vorgeschmack hierauf bekommen haben.
Ich wünsche Ihnen gute Gewinne
Sven Weisenhaus
Dieser Bericht wurde nicht geprüft. Für Richtigkeit der Angaben übernimmt Silbernews keine Haftung.
Quelle: http://www.investor-verlag.de