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Wie weiter Schweizer Franken

Samstag, 30. Juli 2011 | 16:52

Vor drei Jahren stand der Schweizer Franken zum Euro noch bei 1,70 und 2006 stand der USD über der Marke von 1,30. Die Zeiten sind vorbei - für weniger als 80 Rappen erhalte ich heute einen USD und für den Euro muss ich auch schon weniger als 1,15 CHF auf den Tisch legen. Die Schweiz galt schon immer als ein sicherer Hafen in unruhigen Zeiten, allen Anfeindungen zum Trotz. Nur diese Frankenstärke ist auch für die Schweiz ein großes Problem. Gerade hat die Schweizer Notenbank für die ersten sechs Monate einen Verlust von über 10 Mrd. CHF melden müssen. Geld was nun in den einzelnen Kantonen fehlt. Es stellt sich die Frage - wie geht es nun weiter. Bevor wir versuchen, hier eine Antwort zu geben, sehen wir uns ersteinmal die letzten Wochen und Monate an.

Wochenrückblick KW 30

Allein in der letzten Woche hat der Franken gegenüber dem EUR, GBP und dem USD über drei Prozent an Wert zugelegt. Beim JPY waren es "nur" 1,99 Prozent. Ich bleibe dabei, das sind keine normalen Bewegungen mehr, das ist PANIK! Doch wo herrscht die größte Angst und von wo kommt der größte Druck auf den Franken? Um dies zuveranschaulichen, macht es Sinn, das Momentum der letzten sechs Monate zu betrachten.

Momentum

Wir sehen nun fünf Übersichten, welche alle die Entwicklungen in den letzten sechs Monaten deutlich machen. Anfangen tun wir mit dem CHF gegen den EUR, dann gegen das GBP und danach gegen den USD. Die letzten zwei Übersichten zeigen uns dann, wie der Euro und das GBP sich gegenüber dem USD verhalten haben.

Der Franken hat den größten Wertgewinn - über 23 Prozent gegen den USD erzielen können, danach folgt das GBP und erst dann der Euro. Das beruhigt einigermaßen für den Euro, doch diese zweistelligen Verlust wurden allein in 24 Wochen erzielt. Wer hier richtig lag, der konnte viel Gewinne machen, doch die andere Seite ist viel dramatischer. Ich denke da nur an die Immobilienbesitzer, die vor Jahren unbedingt ihre Finanzierung im Euroraum mit den billigen Franken machen wollten - OHNE eine Absicherung. Viele stehen nun vor den Ruin.

Der größte Verlierer ist aber der USD! Er verlor gegenüber dem Euro über 5,6 Prozent und gegenüber dem GBP immer noch 2,48 Prozent. Die Probleme haben also die USA, wir bekommen es nur nicht so richtig mit, da durch den EU-Rettungsschirm gutes Geld, schlechtem Geld hinterher geworfen wird. Die Politiker sollten lieber in einer Spielbank ihr eigenes Geld verzocken und nicht einen ganzen Kontinent in den Abgrund stoßen. Doch da wir es nicht ändern können, müssen wir sehen, wie wir das Beste daraus machen.

Wie geht es nun weiter?

Ehrlich gesagt, keine Ahnung! Die fundamentalen Rahmendaten sind arg verschoben und keine Region ist in der Lage, kurzfristig ihre Schulden abzubauen. Wird aber mehr Geld gedruckt, dann hält diese Panik weiter an. Was wir aber verwenden können, ist die Saisonalität. Sie zeigt uns, wie der Verlauf in den letzten 10 Jahren war. Zugegeben, das ist kein sicheres Mittel, doch wenn der aktuelle Trend mit dem Verlauf der Saisonalität übereinstimmt, dann sollte man auch auf dieser Seite seine Positionen aufbauen! Sehen wir uns die nächsten 50 Tage an.

Ausblick - 50 Tage

In der linken Spalte sehen wir den Franken gegen die anderen drei Währungen und in der rechte Spalte den EUR und das GBP gegen den USD.

Auch wenn wir es nicht unbedingt glauben wollen, der Franken wird in den nächsten 50 Tagen noch stärker werden. Er hat seine starke saisonale Phase. So ist jede Kurskorrektur eine reale Chance für einen Neueinstieg in diesen Trend. Wer also nun in der Schweiz ein Investment in Rohstoffen sucht, welcher in USD notiert, der sollte sich über eine Währungsabsicherung unbedingt Gedanken machen!

Ansonsten hat nur noch der Euro gegenüber dem USD bullishe Aussichten. Das GBP verläuft mehr seitwärts, scheint aber nicht unbedingt in die Verlustzone zu rutschen.

Fazit: Der Trend des Schweizer Franken ist vielleicht überhitzt und auf gar keinen Fall fundamental gesund, doch für die nächsten Wochen, wird dieser Trend noch anhalten. So sind Rücksetzer im Chart eindeutige Signale für einen Einstieg.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche neue Woche!

Mike C. Kock

www.Mike-Kock.de

P.S.: Alle Grafiken sind mit dem ForexBull entstanden.

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Kürzlich von 'Mike C. Kock' veröffentlicht