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Jetzt anmeldenDienstag, 14. September 2010 | 08:07
Steigt nun das Gold oder fällt es wieder unter die Marke von 1.000 USD zurück? Ist das Gold unter oder überbewertet und lohnt sich jetzt noch der Einstieg. Das sind wohl die interessantesten Fragen, die man zur Zeit in fast jedem Goldforum lesen kann. Sehen wir uns doch die Fakten dazu genauer an. Als Grundlage verwende ich die Zahlen aus dem COT Report. Besonders interessiert mich das Verhalten der Insider der Commercials. Sie zeigen recht gut, ab wann der Goldmarkt fällt oder steigt oder anders gesagt, sie zeigen mir die Übertreibungen in den Rohstoffmärkten an. Dies ist dann der Moment, wo wir über unsere aktuelle oder unsere zukünftige Position nachdenken sollten. Sehen wir uns die aktuellen Zahlen vom Freitag aus dem COT Report an:
Was wir in der ersten Spalte erkennen, die Commercials sind netto short, doch dieser Zustand ist im Goldmarkt immer zu sehen. Wichtig sind hier die Spalten zwei und drei – die Veränderung und der Index (prozentuale Veränderung der letzten drei Jahre). Gerade im Index sehen wir einen sehr nidriegen Wert mit 8,6%. Die Insider sind also extrem bearish ausgerichtet.
Die großen Hedge Funds (large Specs) haben aber noch etwas Luft nach oben, der Index liegt bei 88,6% dies ist hoch, aber noch nicht über 90%. Rein vom Sentiment betrachtet, fängt aber jetzt die Phase an, wo der Goldmarkt überbewertet wird. Hauptsächlich von den privaten Investoren.
Fazit: Der COT Report zeigt im Gold aktuell eine extreme Positionerung der Commercials an, dies kann noch weiter bis auf null gehen. Kommen wir nun zum Chart – ich verwende dazu einen Wochenchart.
Hier haben wir alle Informationen zusammen – die Preisentwicklung und die Positionen der Marktteilnehmer. Achten Sie im Chart auf die gelben Kreise, diese stehen direktin Verbindung mit den extremen Positionen der Commercials – in den roten Kreisen. Immer wenn wir eine Extremposition der Commercials vorfanden, dauerte es nicht lange, für eine Gegenbewegung des Goldmarktes. Ab netto Shortpositionen von über 300.000 Stück der Commercails, ab dann wird es gefährlich, für den Aufwärtstrend.
Saisonalität – was wir noch im Chart sehen, ist die gestrichelte graue Linie. Dies ist der Verlauf der Saisonalität und diese zeigt uns aktuell einen wichtiges Jahrestief im Chart an. Seit 1975 haben wir 22 Septembermonate, die mit einem Plus schlossen und nur 12 Monate lagen im Minus. Der durchschnittliche Gewinn betrug 2,5 Prozent.
Wir haben einen Durchschnittswert von 1:40. Für eine Unze Gold kann man 40 Unzen Silber erwerben. Aktuell liegen dieser bei 1:63. Dies ist natürlich ein wahnsinniger Abstand und sollte sich wieder anpassen. Da Silber ein Industriemetall und ein Edelmetall ist, erwartet man hier, die größte Bewegung und zwar nach oben (ansonsten müsste das Gold nach unten fallen - dies würde ein Goldpreis von rund 800 USD entsprechen). Steigt aber nun nur das Silber an, dann erreicht es in der Tat einen Preis von rund 31 USD aber der Goldpreis bleibt stabil bei 1248 USD.
Mit dem Durchschnittspreis ist dies aber so eine Sache - ich verwende dafür lieber eine Regressionsgerade. Eine was? Es ist ein statistisches Analyseverfahren. Mit dem Ziel, Beziehungen zwischen einer abhängigen und einer oder mehreren unabhängigen variablen festzustellen. Sie wird insbesondere verwendet, wenn Zusammenhänge quantitativ zu beschreiben oder Werte der abhängigen Variablen zu prognostizieren sind.
Gold – Silber Ratio (schwarze Bars) - mit Korrelation (blaue Balken)
Was wir nun sofort erkennen, dieser Kanal hat einen Aufwärtstrend und die Mitte dieses Kanals liegt bei 75,5 - was ein Ratio von 1 : 75,5 ergibt! Wir haben also keinen Mittelwert um die 40 sondern um die 75. Das ist kein kleiner Unterschied mehr – denn dieser Unterschied hebt die obere Analyse komplett auf.
Silber (rote Balken) scheint demzufolge nicht unter sondern überbewertet zum aktuellen Goldpreis zu sein. Wenn wir nun davon ausgehen, dass das Silber bei der 20 USD Marke bleibt, dann sollte Gold bis auf 1497 USD steigen, um ein Gold-Silber-Ratio von 75,5 zu erreichen!
Sehr unwahrscheinlich – da beide Werte eine sehr hohe Korrelation zu einander aufweisen. Entweder steigen beide oder beide Werte fallen.
Gold hat den intakten Aufwärtstrend, ist aktuell zum Silber leicht unterbewertet und hat somit noch das Potential weiter zu steigen. Das Kursziel sehe ich bei 1.271 USD.
Doch die Gefahr einer starken Kurskorrektur steigt von Woche zu Woche. Aktuell haben die Commercials noch etwas Luft von über 12.000 netto Shortpositionen. Diese werden aber im Oktober aber erreicht sein. Der Oktober selber ist im Gold einer der schwächsten Monate. Nur ganze 14 von 34 Monaten lagen im Plus.
Stimmen wir uns darauf ein!
Mike C. Kock
www.Mike-Kock.de