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Unsichere Trompeten

Dienstag, 13. März 2012 | 13:10

von Jochen Steffens

Am Dienstag ist wieder Zinssitzung der Fed, doch wir sehen kaum Kursbewegungen. Der Markt verharrt in Lauerstellung. Und wie so oft kann es sein, dass der Markt erst im Anschluss an diese Sitzung die nächste nachhaltigere Bewegung startet.

Zeichen der Unsicherheit

Insgesamt zeigen sich im Markt deutliche Anzeichen einer erhöhten Unsicherheit. So kann man zum Beispiel im Euro-Stoxx-Future eine Broadening-Formation erkennen. Das ist ein nach rechts geöffnetes Dreieck, von uns auch Trompete genannt:

120312_FESX_1

Trompeten sind die klassischen Unsicherheits-Formationen schlechthin. Die Amplituden werden immer größer, ein Zeichen für die wachsende Nervosität der Anleger – aber noch kann keine Seite den Kampf für sich entscheiden.

Und eben aus diesem Grund, dass es ein Zeichen der Unsicherheit ist, ergibt sich daraus auch keine weitere Prognosequalität. Im Backtesting ergibt sich nur ein minimaler, aus tradingtechnischer Sicht jedoch nicht relevanter, Vorteil für die Bären. Dieser liegt allein darin begründet, dass Unsicherheit den Börsianern grundsätzlich nicht gefällt. Im Prinzip ist sogar die Fake-SKS (siehe Steffens Daily vom Donnerstag, den 08.März 2012) im DAX auch eine Art Broadening-Formation.

Auch der Nasdaq100 behält sich noch beide Optionen offen

Wenn die Unsicherheit groß ist, hilft vielleicht ein Blick auf die amerikanischen Indizes. Eventuell ergibt sich hier ein klareres Bild. Dazu der Nasdaq100:

120312_NDX_2

Der Nasdaq100 (wie auch der S&P500) kämpft mit dem Bewegungshoch von Anfang März. Und wahrscheinlich wird auch hier die Entscheidung mit der Fed-Sitzung fallen: Gelingt der nachhaltige Ausbruch über das Hoch, wäre dies ein bullishes Zeichen. Scheitert der Index, ergäbe sich eine Art kleines Doppeltop, das erst einmal eine Konsolidierung einleitet.

Was erwarten die Anleger?

Die Frage ist, was die Anleger von der Sitzung bzw., um es genauer zu formulieren, von dem Statement der Fed im Anschluss an die Sitzung, erwarten. Die Zinsen in den USA werden natürlich unverändert bleiben, schließlich hat die Fed bis 2014 niedrige Zinsen versprochen. Eine weitere geldpolitische Lockerung (QE3) ist zum einen aufgrund der sich verbessernden wirtschaftlichen Lage in den USA, aber auch aufgrund der bisherigen Signale der Fed, nicht zu erwarten.

Auch andere, weitergehende geldpolitische Maßnahmen oder Tricks sind im Moment wenig wahrscheinlich. Eine Ankündigung dieser sollte angesichts des, wie gesagt, besseren wirtschaftlichen Umfelds nicht erfolgen. Allerdings gab es hierzu eine Meldung, nach der die Fed sogenannte sterilisierte Anleihekäufe prüfe. Das sind geldpolitisch neutrale Käufe langfristiger Anleihen, wobei die Fed die zur Verfügung gestellte Liquidität direkt wieder im kurzfristigen Bereich einzieht. So soll der Inflationsdruck gesenkt werden. Aber es ist nicht anzunehmen, dass die Fed in der aktuellen Situation zu diesem Mittel greift. Ebenso unwahrscheinlich ist, dass die Fed bereits jetzt näher festlegt, bis wann genau im Jahr 2014 die Zinsen niedrig bleiben werden.

Fazit: Vor der Zinssitzung herrscht Unsicherheit, auch wenn keine relevanten Veränderungen in der Geldpolitik oder dem Statement der Fed zu erwarten sind. Normalerweise ist jedoch aufgrund der charttechnischen Lage in den USA eine Entscheidung der weiteren Kursrichtung noch in dieser Woche wahrscheinlich. Wobei der am Freitag stattfindende Verfallstag das Bild ein wenig verzerren wird.

Rechnen Sie aber nach der Fed-Sitzung ab Mittwoch mit einem Anstieg der Volatilität. Gleichzeitig steigt damit auch die Gefahr von Fehlsignalen. Und erst nach dem Verfall werden wir wohl die genauere Marschrichtung erkennen können…

Viele Grüße

Jochen Steffens

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Für den Inhalt dieses Börsenbriefes ist der Redakteuer Jochn Steffens verantwortlich! www.stockstreet.de

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