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HUGIN IRW Press

Schaffen die Bullen neue Allzeithochs?

Dienstag, 07. Februar 2012 | 13:10

von Jochen Steffens

Die Märkte warten offensichtlich darauf, wie sich die Situation in Griechenland weiterentwickelt. Es macht jedoch nach wie vor keinen Sinn, die sich ständig widersprechenden Wasserstandsmeldungen zu kommentieren. Also nutzen wir die Zeit und wenden uns den US-Indizes zu, beginnend mit dem Dow Jones, denn beim bekanntesten der US-Indizes wird es nun sehr spannend! Wir befinden uns am letzten wichtigen Widerstandsbereich vor dem Allzeithoch.

Allzeithoch?

Es ist angesichts der gefühlt kritischen Lage eigentlich kaum zu glauben, aber im Dow Jones geht es bald um das Allzeithoch! Dieses wurde am 11.10. 2007 also kurz vor der Immobilien- und Finanzkrise bei 14.198 Punkten erreicht. Vom aktuellen Kursniveau (12.815 Punkte) aus muss der Dow Jones demnach nur noch etwas mehr als 10 Prozent steigen, um dieses Niveau wieder zu erreichen. Sollte er diese Marke überwinden, wäre auch aus Sicht des Dow Jones die Finanzkrise zu Ende.

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Im Chart erkennen Sie, dass sich der Dow Jones gerade in den letzten wichtigen Widerstandsbereich (grün) vor diesem Allzeithoch hinein arbeitet. Es geht bei dieser Spanne eigentlich um die psychologisch wichtige 13.000er Marke. Danach wartet tatsächlich nur noch das Hoch. Aufgrund der bisherigen Entwicklung würde ich jedoch vermuten, dass er selbst dann, wenn er dieses Hoch überwinden sollte, noch einige Monate bis Jahre benötigt, bis er sich davon endgültig lösen kann.

S&P500 noch knapp 18 % vom Allzeithoch entfernt

Etwas anders sieht es beim S&P500 aus, er bildete ebenfalls sein Hoch am 11.10.2007 aus, und zwar bei 1.576 Punkten. Da jedoch Finanzwerte in diesem Index weitaus stärker vertreten sind, wurde er auch von der Finanzkrise härter getroffen. Im S&P500 fehlen daher noch knapp 18 % bis zum Hoch. Wenn aber sogar der finanzlastige S&P500 ein neues Allzeithoch ausbilden würde, wäre dies schon ein eindeutiges Zeichen.

Die Nasdaq100-Blase

Lediglich der Nasdaq100 ist noch sehr weit von seinem Allzeithoch entfernt. Er konnte zwar sein Hoch aus dem Jahr 2007 (am 31.10.2007 bei 2.239 Punkten) bereits Anfang 2011 überwinden, allerdings war das nicht sein Allzeithoch. Dieses wurde gegen Ende der Technologie- und Internetblase bereits am 24.03.2000 bei 4.816 Punkten ausgebildet und damit weit vor dem Finanzcrash. Damit der Nasdaq100 diese Zone erneut erreicht, müsste er vom aktuellen Niveau aus um mehr als 90 % (!) ansteigen – da hilft auch die Apple-Rally nicht viel.

Nimmt die Börse das Ende der Finanzkrise vorweg?

Doch bleiben wir dabei, die verbleibenden beiden US-Indizes sind nicht mehr weit von ihren Hochs vor dem Finanzcrash und damit ihren Allzeithochs entfernt. Da Charttechnik immer auch einen gewissen fundamentalen Bezug hat, würde das im Umkehrschluss bedeuten, die Anleger haben mit der Finanzkrise abgeschlossen.

Dabei ist es überhaupt kein Problem, dass die Finanzkrise eigentlich immer noch nicht zu Ende ist. Börsen nehmen Entwicklungen immer um ein halbes bis zu zwei Jahren vorweg. Neue Hochs würden somit darauf hinweisen, dass die Finanzkrise in den USA spätestens in zwei Jahren ihr Ende findet.

Das große „Aber“ – die Asset-Inflation

Einen wichtigen Einwand kann man allerdings anbringen. Und dieser ist geeignet, das sehr optimistische Bild tatsächlich einzutrüben. Wir haben seit dem Beginn der Finanzkrise 2008 eine dramatische Lockerung der US-Geldpolitik erlebt. Dieses billige Geld sollte eigentlich zu einer Inflation führen. Da jedoch in den USA mit der Immobilien- und Finanzkrise auch eine sehr hohe Zahl an Arbeitsplätzen verloren gegangen ist, war es den Unternehmen nicht möglich, höhere Preise durchzusetzen. Doch irgendwo muss sich die Inflation zeigen, und die Aktien-Indizes sind neben den Preisen der Rohstoffe ein mögliches Medium für Inflation. Wir sehen also wahrscheinlich auch eine sogenannte Asset-Inflation in den Indizes, und das könnte das bullishe Bild drastisch verzerren.

Welchen Anteil aber die Asset-Inflation und welchen Anteil tatsächlich die Spekulation auf das Ende der Krise an diesem Anstieg der Indizes hat, ist schwer zu beurteilen. Hier ist dann dem ewigen Kampf der Bullen und Bären ein gigantisches Schlachtfeld gegeben. Wir als Trader haben es da einfacher, wir traden, was wir sehen und neue Hochs wären einfach bullish. Aber ich denke, wie schon erwähnt, nicht, dass diese so einfach genommen werden.

Viele Grüße

Jochen Steffens

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Für den Inhalt dieses Börsenbriefes ist der Redakteuer Jochn Steffens verantwortlich! www.stockstreet.de

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