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Benzinpreise auf Durchschnittsniveau

Mittwoch, 25. April 2012 | 13:10

von Jochen Steffens

Leider hatte ich über den Tag massive Internetprobleme und aus diesem Grund gibt es heute nur einen kurzen Artikel, den ich schon in der vergangenen Woche anrecherchiert hatte:

Vor einigen Tagen habe ich einen interessanten Artikel in der „Zeit“ gelesen. In diesem wurde das Verhältnis Arbeitsminuten je Liter Benzin besprochen. Angesichts der aktuell hohen Benzinpreise und der Wut viele Autofahrer ein interessanter Ansatz. Laut „Zeit“ musste im Jahr 2011 ein deutscher Arbeitnehmer rund 4 Minuten für einen Liter Benzin im Wert von 1,55 Euro arbeiten.

Die Arbeitsminuten je Liter Benzin im historischen Vergleich

Nun denken wir gemeinhin, dass der Preis für Benzin heute viel teurer ist, als vor 30, 40 oder gar 50 Jahren. Ich habe weiter recherchiert und bin beim Statistischen Bundesamt fündig geworden: Demnach sieht das Bild umgerechnet auf die Arbeitszeit je Liter ganz anders aus: 1980 musste man bei einem Benzinpreis von 0,60 Euro 5,3 Minuten für einen Liter Benzin arbeiten. Im Jahr 1970 noch 5,7 Minuten bei damals 0,30 Euro. 1960 waren es sogar 13,7 Minuten, und das ebenfalls bei einem Spritpreis von 0,30 Euro. Lediglich in den 90er Jahren sank die notwendige Arbeitszeit mit 3,5 Minuten unter die 4-Minuten-Grenze.

Wir liegen also selbst bei den im Jahr 2012 mittlerweile weiter gestiegenen Preisen umgerechnet auf die Arbeitsminuten eher im Mittelfeld der vergangenen 50 Jahre und damit auf Durchschnittsniveau – wer hätte das gedacht!

Große, wenig sparsame Autos

Und so verwundert es auch nicht, dass laut „Zeit“ im vergangenen Jahr 300.000 Geländewagen zugelassen wurden. Das sind rund 10 Prozent der zugelassenen PKW. 2010 waren es nur 7 %. Angesichts der Kosten je Arbeitsminute können wir uns das durchaus leisten – zumal natürlich heute die PKW generell weniger verbrauchen als noch in den 1960er bis 1990er Jahre. Eine verblüffende Betrachtung, die so manches erklärt. Ich habe mich nämlich in den vergangenen Wochen gerade hier in Köln des Öfteren gefragt, warum trotz der hohen Benzinpreise die Straßen immer voller und voller und die Staus immer länger werden...

Eine Sache der Sichtweise

Es ist wieder mal ein Beleg dafür, wie genau man bei den Recherchen und seinen Überzeugungen sein muss, wie sehr man die verschiedensten Bezugssysteme und Analysemethoden in seine Betrachtungen einbeziehen muss. Es zeigt aber auch, wie einfach es ist, anhand des Offensichtlichen die falschen Schlüsse zu ziehen.

Es ist damit aber auch ein sehr schönes Beispiel dafür, warum an den Börsen so viele verschiedene Ansichten und Meinungen vertreten werden. Beim Benzinpreis ist es noch vergleichsweise einfach, solche Anhaltspunkte zu finden. Aber um wie viel komplizierter sind die globalen wirtschaftlichen Gesamtzusammenhänge, welche die Börse beeinflussen. Hier immer die „richtigen“ Analyseansätze und die funktionierenden Bezugssysteme zu finden, ist alles andere als einfach und die Vielzahl der Betrachtungsmöglichkeiten sicherlich verwirrend.

Der einzige Weg, sich hier der Wahrheit zu nähern, ist immer und immer wieder die Ansätze zu nutzen, die funktionieren. So logisch das ist, so selten wird genau das angewendet. Der Mensch lässt sich da lieber von seinen vorgefassten Überzeugungen leiten.

Wäre das jedoch nicht so, gäbe es allerdings auch keine Börsen…

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

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Für den Inhalt dieses Börsenbriefes ist der Redakteuer Jochn Steffens verantwortlich! www.stockstreet.de

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