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Europa versagt erneut; Bail-out Griechenland trotz geltendem “No-bail-out”; Nutznießer Banken, nicht Griechen; Gewinnmitnahmen in Japan

Dienstag, 21. Februar 2012 | 13:15

21.02.2012
 
 
 

An der Wall Street herrschte gestern angesichts des Feiertags Washington Day Ruhe.

In Frankfurt war bereits die Vorfreude für das leider nicht mehr aufzuhaltende sog. „Rettungs“-paket Griechenlands zu spüren. Wenngleich 130 Mrd. Euro die Finanzmärkte, vor allem die maroden europäischen Banken im Sinne eines Banken-Rettungspakets, erst einmal ordentlich befeuern werden, so ist diese Entscheidung selbst für Griechenland nur kurzfristig von Nutzen. Dem Land selbst und seinen Bürgern ist damit jedenfalls nicht geholfen. Flankierend kam die wieder expansivere Geldpolitik Chinas dazu. Dax, Tec Dax und C Dax nahmen demzufolge mit +1,46% (6.948), +1,81% (792,49) und +1,41% (611,98) einen kräftigen Schluck aus der Pulle. Wie zu erwarten setzte sich die Commerzbank AG mit +4,27% an die Spitze des Dax. ThyssenKrupp folgte mit +3,83%, Merck und Fresenius gaben erneut um -1,25% und -0,79% nach. Im Tec Dax schoss Süss Microtec mit +7,21% den Vogel ab. Centrotherm Photovoltaics folgte mit +5,99%. BB Biotech und Solarworld wurden mit -1,82% und -1,08% abgestraft.

In Tokyo schoss der Nikkei kurzfristig bis auf über 9.510 Punkte nach oben. Es folgten Gewinnmitnahmen, die den Nikkei um -0,23% auf 9.463 Punkte drückten. Das war den zuletzt stark gestiegenen Aktienkursen geschuldet. So kam der Nikkei seit 01.01.2012 immerhin bereits auf ein Plus von -12,3%. Größte Verliererbranchen waren dabei Immobilien, Elektrizität und Gas und Minen. Gewinner waren Seetransport, Nichteisenmetalle und Gummiprodukte. Die Reeder Nippon Yusen, Mitsui O.S.K. Lines und Kawaski Kishen Kaisha profitierten von der Ankündigung, die Flotten zu „streamlinen“, also die Flotten zu verkleinern und zu verjüngen. Bei den Unternehmen gab es z. B. mit Olympus auch Gewinner. +2,6% war die Belohnung dafür, dass der Präsident Shuichi Takayama zurücktritt und damit die Verantwortung für die Geschehnisse samt Verlusten übernimmt. Aber auch der Onlinespielehersteller Gree, der gestern kräftig nach unten geprügelt wurde, erholte sich mit +5,2% wieder. Murata Manufacturing, die Geschäftsbeziehungen mit Apple haben, legten ebenfalls um +1,4% zu. Versorger gaben insgesamt nach. Das war der Tatsache geschuldet, dass Kansai Electric Power Co. seinen Reaktor für einen Checkup abschaltete. Kansai und Tepco gaben um -2,8% bzw. -3,6% nach. Am Ende standen 795 fallende Aktien 659 steigenden Aktien gegenüber. 208 waren unverändert. Zum Schluss noch der Hinweis, dass die Regierung sogenannte zehnjährige, mit 0,05% verzinsliche Erdbebenanleihen begibt. Wie stark die Japaner zusammenhalten, zeigt sich daran, dass 1.043 Finanzinstitutionen sich bereit erklärt haben, diese Anleihen zu zeichnen. Bauwerte profitierten davon. Dass deutsche Finanzinstitutionen für die Folgen aus dem Finanzkrisendesaster eine Anleihe aufgelegt bzw. gesponsert hätten, entspricht übrigens nicht der Realität.

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Kürzlich von 'Globalyze' veröffentlicht