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Jetzt anmeldenMontag, 28. November 2011 | 09:00
Die Schuldenkrise eskaliert von Woche zu Woche und man fragt sich: Wohin soll das führen? Eine mögliche Antwort: Krieg, und zwar im Nahen und Mittleren Osten!
Es ist unter Historikern hinlänglich bekannt, dass im Scheitern begriffene Regierungen um des eigenen politischen Überlebens willen mitunter die Kriegsmaschinerie anwerfen. Dann richtet sich der Unmut der eigenen Bevölkerung nicht auf die politische Elite, sondern auf einen äußeren Feind. Die Geschichte der Kriege ist auch eine Geschichte von Ablenkungsversuchen, weiß auch Marc Faber. „Dr. Doom“ hat seit Jahren die laufende Schuldenkrise vorhergesagt. Wo er kann malt er den Niedergang des "Amerikanischen Imperiums" an die Wand und blickt in die Zukunft: „Die USA werden Geld drucken müssen, das wird zu einer Inflation mit einer Rezession führen. Das Endresultat wird üblicherweise sein, dass man sich in einen Krieg einmischt, und die Amerikaner sind ja sehr gut darin, Feinde zu finden in der Welt“, weissagt die Börsenlegende. Vor dem Ende der Krise werde die Welt erst einmal Kriege und Unruhen erleiden müssen, prognostizierte Faber schon vor Jahren!
Schauen wir uns um: Marc Faber hat vollkommen recht!
Die Brandherde werden keineswegs weniger. Afghanistan, Irak und nun verscherzen es sich die Amerikaner womöglich auch noch mit Pakistan. Doch auch am anderen Ende der arabischen Welt brennt die Luft. Tunesien und Ägypten folgte Libyen, wo die NATO beim Sturz des einst gern gesehenen Muammar Gaddafi „behilflich“ war.
Nachdenklich stimmen sollte nun insbesondere die Gemengelage um Syrien. Hier brodelt eine Kriegsküche, die in einen flächendeckenden Konflikt münden und den Ölpreis explodieren lassen könnte. Sie können getrost davon ausgehen, dass der Westen bei den Aufständen in Nordafrika und Syrien seine Finger im Spiel hat. Es geht hier schlichtweg um geostrategische Interessen und Rohstoffe: Hier wird nichts dem Zufall und schon gar nichts wild zusammengewürfelten Rebellengruppen in Turnschuhen überlassen.
Erst Libyen, bald Syrien?
Erst am Wochenende hat sich die Arabische Liga zu harten Strafmaßnahmen gegen Syrien entschlossen: Man friert Finanzhilfen ein, erteilt hochrangigen Vertretern der syrischen Regierung ein Reiseverbot und setzt Flugverbindungen aus. Interessant sind in diesem Zusammenhang die Beweggründe der Araber: Man wolle einer westlichen Einmischung in den Konflikt, wie im Falle Libyens, zuvorzukommen, hieß es aus der Runde. Man ist sich sehr wohl der zweifelhaften Rolle westlicher Militärs beim Umsturz in Libyen bewusst. Zur Erinnerung: Das nordafrikanische Land ist der achtgrößte Ölförderer unter den OPEC-Ländern, weshalb insbesondere Frankreich und Italien nun im befreiten Libyen gute Geschäfte winken.
Sollten die jüngsten Sanktionen nicht zum Ende der Kämpfe in Syrien führen, wovon wir ausgehen, dürfte als nächste Eskalationsstufe eine Flugverbotszone drohen. Mit einer solchen „No-Fly-Zone zum Schutz der Zivilbevölkerung“ wurde einst auch das Ende der lybischen Machthaber eingeläutet, denn die NATO-Jets bombten letztlich alles aus dem Weg was den lybischen Rebellen im Weg stand.
Unser Eindruck: Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass im Winter/Frühjahr die Schablone des Libyen-Feldzuges für Syrien genutzt wird.
Jüngste Meldungen aus den USA lassen die Alarmglocken läuten
Erst am vergangenen Mittwoch zitierte der renommierte US-Sender CBS die US-Botschaft in Damaskus, die US-Bürger zum umgehenden Verlassen des Landes aufrief. NATO-Partner Türkei rät derweil seinen aus Saudi-Arabien heimkehrenden Pilgern von Routen durch Syrien dringend ab. Diese Warnungen allein können noch als Vorsichtsmaßnahme gewertet werden, wäre da nicht die Verlegung eines kampferprobten US-Flugzeugträgerverbandes ins östliche Mittelmeer - in unmittelbare Schlagdistanz zu Syrien.
Das große ABER – Iran und der Ölpreis!
Syrien ist enger Verbündeter des Irans und der Hisbollah im Libanon. Syriens Gegenspieler vor Ort sind neben Israel sunnitische Staaten, allen voran das NATO-Land Türkei und Saudi-Arabien. Der wichtigste Öllieferant des Westens liegt wiederum mit seinem Nachbarn Israel über Kreuz und ist ein vom Westen hochgerüsteter Feind des schiitischen Iran. Hier schließt sich der Kreis!
Ergo könnte ein Konflikt in Syrien die gesamte Region und damit die Ölmärkte ins Chaos stürzen, was wiederum vortrefflich von den Problemen der westlichen Welt ablenken würde. Mit diesem Wissen im Hinterkopf gilt es den Ölpreis im Auge zu behalten!
Explodierende Ölpreise würden die Konjunktur abwürgen. Als Anleger könnte man hiervon immerhin mit Investments in die sehr günstigen Öl- und Gaswerte profitieren. Auch das Chartbild der Ölsorte Brent sieht im mittelfristigen Kontext verlockend aus: Seit Mai konsolidiert Brent in einer bullischen Flagge, die für eine Trendfortsetzung gen Norden spricht! Wir rechnen deshalb in den kommenden Wochen/Monaten mit einer Rallye - zunächst bis 130 USD, später womöglich deutlich mehr.
Mit den besten Grüßen
Ihr Frank Szillat und die Redaktion von www.capital-manager.net
THEMEN der Woche:
- Marktgeschehen: Ölpreis: Kurs auf 200 Dollar? Eskalation der Syrien/Iran-Frage!
- Iamgold legt Niobec-IPO auf Eis
- Rückblick / Ausblick: Midway Gold, RMP Energy, First Bauxit & DRD Gold
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