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Der große Wurf - für den Goldpreis, die Banken oder beide?

Montag, 12. Dezember 2011 | 09:10

Nun ist auch der X-te EU-Gipfel Geschichte. Wie Sie der Presse entnehmen können, haben sich die Teilnehmer auf die Gründung einer Fiskalunion verständigt, soll heißen: eine EU-Finanzpolitik aus einem Guss. Von Schuldenbremsen, automatischen Sanktionen für säumige Schuldnerländer und Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof ist außerdem die Rede. Unter dem Strich ein großartiges Ergebnis zum Wohle des Euro, jubelt die Mainstream-Presse, vergisst dabei aber ganz und gar, dass Deutschland nunmehr auf bestem Wege ist seine politische und finanzielle Selbständigkeit einzubüßen.
Der EU-Gipfel - ein großer Wurf? Wohl kaum!
Einmal mehr übt sich die Politik in Optimismus und - abgesehen von den „störrischen“ Briten - in Einigkeit. Schmerzhafte Einschnitte oder gar Reformen des maroden Finanzsystems lassen aber auf sich warten. Die Politik braucht Zeit, viel Zeit. Wenn überhaupt, ist derzeit nur von Absichtserklärungen und Planspielen zu hören. Zusehends verfestigt sich unser Eindruck, dass die EU-Gipfelorgie nur einen Zweck hat: Zeit gewinnen und den Zusammenbruch hinauszögern. In diese Reihe passen auch die jüngsten Schritte der EZB: Erwartungsgemäß lockerten die „Währungshüter“ den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf das Rekordtief von 1 Prozent. Die Bankenwelt jubelte: Das könne zur Beruhigung der Märkte beitragen, hieß es unisono.
Wieder ein Free-Lunch für die Banken?
Tatsächlich dürfte die Banker ein weitaus wichtigerer Schritt der EZB hoch erfreut haben, der aber leider vielfach in der Berichterstattung unter ging : Geschäftsbanken können sich nämlich künftig für einen extrem langen Zeitraum von drei Jahren frisches Geld von der Notenbank leihen. Bislang waren derartige Geschäfte nur für ein Jahr möglich. Doch es kommt noch „besser“, denn parallel zu ihrem Zinsschritt weichte die EZB die Kriterien für Sicherheiten kräftig auf, die Banken hinterlegen müssen, um an frische Gelder zu kommen. Das solle das Austrocknen der Geldmärkte verhindern, war zu hören.
Wir sehen hierin vielmehr eine Einladung an Deutsche Bank, Commerzbank & Co. ihre Bilanzen nach US-Vorbild zu bereinigen und ihren toxischen Müll bei der EZB gegen frische Euro abzuladen. Den Rest regelt der Steuerzahler, denn wo holt sich die EZB letztlich über kurz oder lang die fehlenden Gelder? Natürlich bei den Steuerzahlern der einzelnen EU-Länder. Deutschland drohen somit sinkender Wohlstand, schleichende Inflation und höhere Steuern – in homöopathischen Dosen versteht sich. Somit werden wir in den kommenden Jahren wohl lernen, was harte Einschnitte bedeuten - nicht etwa für die Finanzwirtschaft sondern vor allem für den eigenen Geldbeutel!
Goldpreis – die aktuelle Lage
Wen wundert vor diesem Hintergrund die Stärke der Edelmetalle? Vor allem der Goldpreis erwies sich zuletzt als äußerst robust. Von einer großen Korrektur ist bislang kaum etwas zu sehen: Dem Hoch bei 1.920 US-Dollar folgte noch im September ein Absturz um 20 Prozent auf 1.540 US-Dollar. Heute kostet das Gelbe Metall bereits wieder mehr als 1.700 Dollar.
Wie Sie sehen, hat sich zwischen 1.600 und 1.680 Dollar eine starke Unterstützungszone entwickelt. Darunter wäre die Region um 1.500 Dollar eine ideale Zielmarke.
Notenbanken schlagen beim Gold zu
Die in den vergangenen Monaten gesehene Erholung wurde auch von Käufen diverser Hedgefunds und potenter Notenbanken getragen: So erwarb etwa Südkorea allein im November 15 Tonnen und baute seine Goldposition auf 54,4 Tonnen aus. Bemerkenswert: Erst im Juni und Juli hatten die Südkoreaner erstmals seit 13 Jahren wieder am Goldmarkt zugeschlagen und 25 Tonnen erworben. Die Asiaten sind beileibe nicht allein: Mexiko kaufte im laufenden Jahr bereits 98 Tonnen, gefolgt von Russland und Thailand, die 63 respektive 53 Tonnen sicherten. Soweit die offiziellen Zahlen.
Eric Sprott mahnt
Zusätzlich wird das Angebot von den Edelmetallproduzenten selbst verknappt – ja, Sie haben richtig gelesen! Der kanadische Milliardär Eric Sprott, Chef des bekannten Vermögensverwalters Sprott Asset Management, forderte zuletzt in einem Schreiben gar 17 Silberproduzenten zum Umdenken auf: Die immer besser verdienenden Firmen sollten doch bitte einen Teil ihrer Cashbestände in physischem Silber horten, anstatt ihre Gelder vollends auf den Konten gehebelter Finanzhäuser der Abwertung und den Risiken des taumelnden Finanzsystems auszusetzen. Ein sehr weiser Rat, den sich auch Privatanleger zu Herzen nehmen sollten, denn im Gegensatz zu den Papiergeldwährungen konnten Gold & Silber ihren inneren Wert über Jahrhunderte hinweg bewahren.
Mit den besten Grüßen
Ihr Frank Szillat und die Redaktion von www.capital-manager.net
THEMEN der Woche:
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Seite 5 Midway Gold: Neue Tradingchance voraus?
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Seite 8 Capital-Manager-Portfolio
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