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Jetzt anmeldenMontag, 05. Dezember 2011 | 09:17
Erst vor zwei Wochen schrieben wir an dieser Stelle: In einer vollends aus dem Ruder laufenden Schuldenkrise muss die EZB eher früher als später die Druckerpresse anwerfen und dem Vorbild der US-Notenbank FED folgen. „Die Frage ist, wann diese BOMBE zündet?“ – so unser Fazit damals.
Und heute? Nun klingeln uns von der Detonation die Ohren: Am vergangenen Mittwoch fluteten nämlich Japan, die Schweiz, Kanada, Großbritannien und natürlich auch EZB und FED den Markt mit Dollarnoten. Genauer: Die „Währungshüter“ vereinbarten, Geschäftsbanken mit einem vergünstigten Kreditzins aus der Klemme zu helfen – in unbegrenztem Volumen!
Wie steht es um unsere Banken wirklich?
Sicher ist: Wir waren erneut Zeuge einer absoluten Notmaßnahme, wie sie auch nach der Lehman-Pleite oder nach der Fukushima-Atomkatastrophe zu beobachten war. Ein Finanzhaus oder gleich mehrere Banken standen am Abgrund. War es die Société Générale, die Credit Agricole oder doch die BNP Paribas? Keiner weiß genau, welche Bankenschieflage die jüngste Notenbankenaktion auslöste. Ein Blick auf den jüngsten Abstufungsreigen der Rating-Agentur Standard & Poor's zeigt noch mehr Kandidaten. S&P überprüfte zuletzt die Bonität von 37 internationalen Großbanken: Bei 15 dieser Instituten ging schließlich der Daumen runter, das Rating in der Regel eine Stufe zurück. Von den betroffenen Banken kommen drei aus der Euro-Zone: die Banco Bilbao, die belgische Dexia und die Rabobank - allesamt bekannte Problemkinder. Die Liste der Abstufungen dominierten diverse Großbanken aus Amerika, Großbritannien und die Schweizer UBS. Uns würde es deshalb nicht wundern, wenn es um die J.P. Morgan, Barclays & Co. ähnlich schlecht stünde wie um ihre Konkurrenten aus dem Euroraum. Noch herrscht gemeinhin die folgende Meinung vor: EU-Banken schwächeln, US-Banken schwimmen im Geld.
Verstehen Sie uns bitte nicht falsch!
Das soll keine Kaufempfehlung für zerbombte Banktitel sein. Wir raten seit langem von Bank- und Versicherungsaktien ab und lagen damit bislang goldrichtig. Das dürfte auch längerfristig so bleiben, denn der Ausverkauf bei diesen Titeln hat handfeste Gründe: Wir rechnen in den kommenden Monaten in der Branche mit einer ganzen Reihe von Verstaatlichungen und Zwangsehen – mit einem Ziel: Die Politik muss ein Lehman-Debakel 2.0 unter allen Umständen vermeiden und die Druckerpressen auf Hochtouren laufen lassen – das Stichwort für Gold- und Silberinvestments!
Zerbricht der Euro? Alles ist möglich!
Dahingehende Planspiele werden bereits in Politik und Wirtschaft hinter verschlossenen Türen durchgespielt. Alles andere wäre auch unverantwortlich, schließlich hätte ein Ende der Währungsunion weitreichende Folgen. Sicher erscheint uns: Mittelfristig wird die Eurozone ihr Gesicht verändern – mit welchen Konsequenzen? Eine skurrile Notiz am Rande: Das griechische Magazin "Epikaira" berichtet von einer FED-Studie. Demnach sollen die Helenen nach dem Euro-Ausstieg für eine Übergangszeit den US-Dollar als Landeswährung einführen. Ein Scherz oder ernsthaftes Planspiel?
Nach Berechnungen des „Wall Street Journal“ würde ein Austritt einzelner Länder nur geringe Auswirkungen haben. Anderes droht bei einem wenig wahrscheinlichen kompletten Auseinanderbrechen des Euro: Im schlimmsten Falle würde den Prognosen zufolge die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar wohl um ein Drittel abwerten. Ein solcher Absturz würde zwar europäische Exporte verbilligen, aber zugleich die Margen im Auslandsgeschäft kräftig schmälern. Ein solches Ausnahmeszenario ist freilich in den hiesigen Kursen nicht eingepreist.
Kursfeuerwerk an den Börsen
An den Märkten ist der derweil ein Kaufrausch ausgebrochen: Selten hat man eine derart starke Dax-Rallye gesehen: 11% Zuwachs binnen einer Woche ist ein großer Schluck aus der Pulle, der, wenn erst einmal verdaut, mehr verspricht. Allerdings verdichten sich die Anzeichen für eine Rezession in Europa zusehends: Die europäische Industrie steckt im Abschwung, die US-Wirtschaft lahmt und nun droht auch China ein herber Rückschlag. Erstmals seit knapp drei Jahren schrumpfte im November die dortige Industrieproduktion. Gerät nun auch der „Weltenretter“ von 2008/09 ins Stottern? Die Welt braucht aber gerade in den kommenden Monaten China, um aus der Krise herauszuwachsen, falls dies überhaupt noch möglich ist. Achten Sie deshalb auch auf die Signallage aus Fernost!
Mit den besten Grüßen
Ihr Frank Szillat und die Redaktion von www.capital-manager.net
THEMEN der Woche:
- Marktgeschehen: Banken und Versicherer – jetzt wieder ein Kauf?
- European Goldfields: Neuer Schub nach Sonder-HV?
- Midway Gold: Hürde bei 2,45 Dollar voraus
- Rückblick / Ausblick: New Gold & Revett Minerals
- Capital-Manager-Portfolio
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