
Der Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, bezeichnete jüngst die globale Energiesituation als „die größte Energiekrise der Geschichte“.
Im Gespräch mit CNBC betonte Birol, dass diese Volatilität einen bedeutenden Katalysator für die Kernenergie darstellt und einen sektorenweiten Aufschwung wahrscheinlicher macht, da Länder die Energiesicherheit priorisieren.
Die Wende zeigt sich bereits in Südkorea, das sich nach schweren Unterbrechungen der Öl- und Gaslieferungen im Zusammenhang mit Konflikten im Iran wieder zur Kernenergie bekannt hat.
Da die Abhängigkeit von importierter Energie zunehmend zur strategischen Schwachstelle wird, erweist sich die Kernenergie als unverzichtbarer Bestandteil der künftigen Grundlastinfrastruktur.
Die strukturelle Begründung für ein Engagement in Uran
Das Anlageargument für Uran beruht in erster Linie auf einem ausgeprägten strukturellen Defizit, bei dem die Nachfrage beständig das Angebot übertrifft.
Jahrelang war der Markt von einem Ungleichgewicht geprägt, das durch chronische Unterinvestition in neue Bergbauprojekte und Exploration angetrieben wird.
Mit dem Spotpreis, der derzeit nahe der Marke von 85 US-Dollar pro Pfund notiert, sehen Wall-Street-Analysten eine Zukunft, in der der Verbrauch die aktuelle Produktionskapazität deutlich übertrifft.
Diese Spannung wird durch eine geopolitische Wende verschärft, da westliche Energieversorger aktiv Ausstiege bei russischen Produzenten vornehmen und das verfügbare Angebot weiter verknappen.
Vor diesem Hintergrund folgen zwei „Must‑Own“-Aktien, mit denen Ihr Portfolio von diesem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage profitieren kann.
Kazatomprom: Kostengünstige Marktdominanz ausspielen
Als weltweit größter Uranproduzent dient Kazatomprom als zentraler Zugang für Anleger, die am Brennstoffzyklus der Kernenergie partizipieren möchten.
Mit Sitz in Kasachstan und an der London Stock Exchange (LSE) notiert, hielt das Unternehmen 2025 etwa 22 % Marktanteil.
Seine dominante Stellung hat es ihm ermöglicht, stark vom aktuellen strukturellen Defizit zu profitieren; die Aktie hat sich in den vergangenen 12 Monaten verdreifacht und liegt seit Jahresbeginn über 60 % im Plus.
Rohstoffstrategen an der Wall Street verweisen auf das starke Free‑Cashflow‑Potenzial und den hohen operativen Hebeleffekt, solange die Spotpreise erhöht bleiben.
Trotz geografischer Bedenken bleibt die Kazatomprom‑Aktie das klassische Instrument, um von Größe und direkter Rohpreis‑Exponierung zu profitieren.
Cameco: strategisch wichtige Blue‑Chip‑Aktie
Das kanadische Unternehmen Cameco gilt bei Analysten weithin als „Must‑Own“ für langfristiges Engagement in der Kernenergie.
Mit einem Anteil von 17 % an der weltweiten Produktion ist es die größte Einzelposition im Global X Uranium ETF.
Ben Kumar, Leiter Strategie bei Seven Investment Management, meint, etablierte Akteure wie Cameco, die derzeit über eine Marktkapitalisierung von rund 53 Mrd. US‑Dollar verfügen, werden mit der Beschleunigung der Atomrenaissance zunehmend gefragt sein.
Obwohl die Aktie mit einem hohen Forward‑KGV von nahezu 85x gehandelt wird, argumentieren Bullen, dass diese Bewertung durch erwartetes dreistelliges EPS‑Wachstum und die hohen regulatorischen Hürden für neue Explorationsunternehmen gestützt wird.
Analysten an der Wall Street heben Camecos integrierte Raffinierungsaktivitäten und das langfristige Vertragsbuch als überzeugende, risikoärmere Einstiegsoption in den Sektor hervor.
Eine geringe Dividendenrendite von 0,14 % macht die Cameco‑Aktie zusätzlich attraktiv für langfristige Anleger.
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