
Die Zuflüsse in indische Aktien‑Mutual‑Funds stiegen im März im Vergleich zum Vormonat um 56 % auf ein Acht‑Monats‑Hoch von 404,5 Milliarden Rupien (4,36 Milliarden $), da Privatanleger weiterhin Geld in Aktien pumpten, obwohl Unsicherheit rund um den Iran‑Krieg die Stimmung drückte, wie Daten der Association of Mutual Funds in India am Freitag zeigten.
Da der Monat aufgrund des Konflikts im Nahen Osten starke Schwankungen an den Aktienmärkten brachte, deutet die Datenauswertung darauf hin, dass Privatanleger Markt‑Dips zunehmend als Gelegenheit nutzen, um Aktien aufzustocken, was den strukturellen Wandel hin zu inländischen Kapitalzuflüssen in den indischen Märkten untermauert.
SIP‑Beiträge und Teilnahme erreichen Rekordwerte
Systematic Investment Plans (SIPs) blieben ein zentraler Pfeiler der Zuflüsse: Die Zahl der beitragenden Konten stieg im März von 94,4 Millionen im Februar auf 97,2 Millionen.
Die monatlichen Beiträge über SIPs kletterten auf ein Rekordniveau von nahezu 321 Milliarden Rupien (3,46 Milliarden $) und spiegeln eine stetige und disziplinierte Beteiligung der Privatanleger wider.
„Der Anstieg der Zuflüsse spiegelt anhaltendes Engagement der Privatanleger, Jahresend‑Portfolioallokationen und die Nutzung jüngster Marktkorrekturen durch Investoren wider, um zusätzliches Kapital in Aktien zu investieren“, sagte Himanshu Srivastava von Morningstar Investment Research India in einem Reuters‑Bericht.
Mid‑ und Small‑Cap‑Fonds ziehen starkes Interesse an
Unter den Fondskategorien zogen Mid‑Cap‑ und Small‑Cap‑Fonds weiter robuste Zuflüsse an.
Die Zuflüsse in Mid‑Cap‑Fonds stiegen auf ein Rekordniveau von 60,64 Milliarden Rupien, während Small‑Cap‑Fonds Zuflüsse um 61 % auf 62,64 Milliarden Rupien verzeichneten.
Auch Large‑Cap‑Fonds verzeichneten gesunde Zuflüsse und stiegen um 42 % auf 29,98 Milliarden Rupien.
Analysten erklärten, die jüngste Korrektur bei Mid‑ und Small‑Caps habe Bewertungsbedenken verringert und diese Segmente für Investoren attraktiver gemacht.
Inländische Zuflüsse kompensieren Ausverkäufe aus dem Ausland
Die Widerstandskraft der inländischen Zuflüsse steht im Kontrast zum anhaltenden Verkauf durch ausländische Portfolioinvestoren.
FPIs verkauften im März einen Rekordwert von 12,7 Milliarden $ an indischen Aktien, was die Sorgen über steigende Rohölpreise und die potenziellen Auswirkungen geopolitischer Spannungen auf Wachstum und Gewinnentwicklung widerspiegelt.
Die Leitindizes Nifty 50 und Sensex fielen im Monatsverlauf um 11,3 % bzw. 11,5 % und verzeichneten damit ihre schlechteste Monatsperformance seit sechs Jahren, was eine technische Korrektur bestätigte.
Auch die breiten Märkte gaben nach: Small‑Cap‑ und Mid‑Cap‑Indizes sanken um 10,2 % bzw. 10,9 %.
Trotzdem griffen inländische Investoren massiv ein, milderten die Auswirkungen der ausländischen Abflüsse ab und stabilisierten die Märkte.
Geldmarktfonds verzeichnen deutliche Abflüsse, Goldnachfrage kühlt ab
Debt‑Mutual‑Funds verzeichneten im März erhebliche Abflüsse in Höhe von 2.940 Milliarden Rupien, gegenüber Zuflüssen von 421 Milliarden Rupien im Februar.
Unterdessen gingen die Zuflüsse in Gold‑Exchange‑Traded‑Funds deutlich zurück.
Nachdem Gold‑ETF‑Zuflüsse im Januar mit 240,4 Milliarden Rupien einen Rekord erreicht hatten, fielen sie im März auf 23 Milliarden Rupien und deuteten auf eine Rückverlagerung hin in Richtung Aktien.
Analysten von ASK Investment Managers erklärten, die jüngste Korrektur habe den mittelfristigen Ausblick für Aktien verbessert und weisen darauf hin, dass sich Märkte nach geopolitischen Schocks in der Regel schnell erholen, sobald sich die Lage stabilisiert.
Märkte erholen sich dank Hoffnungen auf Waffenruhe
Gegen Ende des Berichtszeitraums zeigten indische Aktien Anzeichen einer Erholung, gestützt durch nachlassende geopolitische Spannungen.
Der Nifty 50 stieg um 1,16 %, und der Sensex legte in der Sitzung am Freitag um 1,2 % zu, womit die Wochengewinne auf rund 6,5 % ausgedehnt wurden.
Die Erholung half den Benchmarks, eine sechs Wochen andauernde Verlustserie zu beenden, was darauf hindeutet, dass sich die Anlegerstimmung stabilisieren könnte.
Für die weitere Richtung der Märkte dürften globale Entwicklungen entscheidend sein, insbesondere die Ölpreise und geopolitische Risiken, auch wenn starke inländische Zuflüsse weiterhin einen Puffer gegen externe Schocks bieten.
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