
Der XRP-Kurs liegt derzeit bei rund $1.13 und verzeichnet ein Plus von 2,0% in den letzten 24 Stunden.
Der Anstieg des XRP-Kurses folgt mehreren Tagen Druck am breiteren Markt, wobei XRP über die letzten 30 Tage noch einen Rückgang von 21,6% und fast 49% im vergangenen Jahr zeigt.
Doch trotz der längerfristigen Schwäche richtet die leichte Kursrallye die Aufmerksamkeit wieder darauf, ob die aktuelle Erholung sich zu einer nachhaltigen Wende entwickelt oder lediglich ein kurzlebiger Bounce innerhalb eines breiteren Abwärtstrends ist.
Kurzfristige XRP-Analyse zeigt sich verengende Struktur
Der Anstieg von XRP über $1.13 wurde von einer kurzfristigen Erholungsstruktur gestützt, die sich entwickelt hat, nachdem XRP die Unterstützungszone $1.10–$1.12 verteidigt hat und die mehrfach als Basis für intraday-Rebounds diente.
Im 15-Minuten-Chart komprimiert sich die Kursbewegung um den 60‑Perioden-EMA, wobei Kerzen den Bereich wiederholt testen und darüber halten.
Solche Kompressionen signalisieren häufig, dass sich das Momentum nach einer Richtungsbewegung stabilisiert.
Orderflow-Daten zeigen ebenfalls eine Neigung zu Käufern; die Werte deuten in den letzten Sitzungen auf etwa 56,8% Käuferdominanz hin.
Während kurzfristige Orderbuchdaten sich schnell ändern können, spiegeln sie einen im Vergleich zu Beginn der Woche reduzierten unmittelbaren Verkaufsdruck wider.
Auch im Tageschart liegt der RSI (14) bei rund 30, also genau an der Grenze zum Bereich überverkauft.
Technisch betrachtet bleibt die kurzfristige Struktur intakt, solange der XRP-Kurs oberhalb von $1.12–$1.14 notiert.
Ein Durchbruch unter $1.10 würde jedoch die nächste Unterstützungszone zwischen $1.04 und $1.09 freilegen, in der Käufer zuvor bei Rückgängen eingesprungen sind.
Erweiterte Nutzung und Netzwerkauslastung stützen Erholungsnarrativ
Die jüngste XRP-Kursbewegung fiel auch mit neuen Entwicklungen rund um Ripples Zahlungs-Ökosystem zusammen.
Ripple hat seine Partnerschaft mit Bitso, einer großen lateinamerikanischen Börse, ausgeweitet, um die Ausgabe eines regulierten mexikanischen Peso-Stablecoins namens MXNB auf dem XRP Ledger zu unterstützen.
Diese Entwicklung knüpft direkt an die Rolle von XRP in der grenzüberschreitenden Abwicklungsinfrastruktur an, da der Stablecoin auf dem XRP Ledger betrieben wird und in Ripples Zahlungssysteme integriert wird.
Der Schritt fügt dem Netzwerk eine zusätzliche Ebene realer Nutzung hinzu, insbesondere in regulierten Zahlungskorridoren.
Auch die On-Chain-Aktivität hat sich erholt.
Das Transaktionsvolumen im XRP Ledger ist wieder über die Schwelle von 1 Million täglichen Transaktionen gestiegen, nachdem es zu Monatsbeginn auf niedrigere Niveaus abgeflacht war.
Diese Erholung deutet auf eine gesteigerte Netzwerkauslastung hin und nicht ausschließlich auf spekulativen Handel.
Gleichzeitig zeigen Stimmungsdaten eine starke Verschlechterung der Marktlaune. Laut Santiment ist die Stimmung für XRP auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2025 gefallen.
Historisch gesehen haben ähnliche Phasen extremen Pessimismus oft mit Erholungsphasen zusammengepasst, sie garantieren jedoch keine anhaltenden Trendwenden.
Technische Signale treffen auf Verteilungsaktivität von Walen
Während Kurs und Netzwerkaktivität frühe Erholungssignale zeigen, zeichnet das Verhalten großer Adressen ein anderes Bild.
Analyst Ali Martinez hat darauf hingewiesen, dass der TD-Sequential-Indikator im 3‑Tage-Chart ein Kaufsignal ausgegeben hat, was kurzfristig auf eine mögliche Erschöpfung des Verkaufsdrucks hindeutet.
Solche Signale traten häufig während temporärer Umkehrphasen in Trendmärkten auf.
Die Aktivität der Wale hat sich jedoch deutlich abgeschwächt.
Die Anzahl der Transaktionen über $1 Million sank innerhalb von neun Tagen von 157 auf 67, was einen Rückgang der Großtransfers um 57,3% bedeutet.
Gleichzeitig zeigen Santiment-Daten, dass in der vergangenen Woche etwa 60 Millionen XRP von Wallets großer Adressen verkauft oder umverteilt wurden.
Diese Divergenz zwischen technischen Signalen und dem Verhalten großer Adressen hat eine ungleichmäßige Marktstruktur geschaffen.
Während Indikatoren eine mögliche kurzfristige Erholung nahelegen, führt die Verteilung durch Großanleger zu anhaltendem Angebotsdruck, der nachhaltige Aufwärtsbewegungen begrenzen kann.
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