
Die XPeng-Aktien fielen am Dienstag deutlich, nachdem der chinesische Elektroautohersteller eine schwächer als erwartete Prognose für das dritte Quartal veröffentlicht hatte, was neue Zweifel an seiner Fähigkeit aufkommen lässt, starke Nachfrage in Auslieferungen umzuwandeln.
Die Aktie fiel im Handel in Hongkong um 9,5 % und steuert damit auf den größten Tagesrückgang seit November des Vorjahres zu.
Seine in den USA notierten Aktien waren am Montag bereits um 9 % gefallen.
XPeng hat in diesem Jahr sowohl im Handel in Hongkong als auch in den USA mehr als 45 % seines Wertes eingebüßt, was die wachsenden Anlegerbedenken hinsichtlich des Auslieferungstempos, der Profitabilität und der Fähigkeit des Unternehmens, seine neuesten Modelle hochzufahren, widerspiegelt.
Auslöser war unmittelbar die Prognose für das dritte Quartal.
XPeng erwartet einen Umsatz von RMB21,7 Mrd. bis RMB23,4 Mrd., deutlich unter dem FactSet-Konsens von RMB26,69 Mrd.
Das Unternehmen rechnet außerdem mit Auslieferungen zwischen 115.000 und 121.000 Fahrzeugen im Quartal, was einen Mittelwert von etwa 118.000 Einheiten impliziert.
Diese Prognose stellt ein sequenzielles Wachstum dar, würde jedoch bestenfalls nur ein moderates Jahr‑für‑Jahr‑Wachstum bedeuten.
Kapazitätsengpässe überlagern die L03-Nachfrage
Die schwache Prognose ist besonders bemerkenswert, da XPeng auf sein neues Massenmodell L03 gesetzt hat, um die Stückzahlen in der zweiten Jahreshälfte zu beschleunigen.
Das Modell hat seit seiner Markteinführung im Juli viele Bestellungen angezogen, die Produktion befindet sich jedoch noch im Hochlauf.
Analysten von Citi erklärten, dass der Auslieferungsausblick wahrscheinlich hauptsächlich durch Störungen beim Hochlauf des L03 infolge von Lieferkettenengpässen beeinträchtigt wurde.
Das Problem scheint daher weniger an mangelndem Verbraucherinteresse zu liegen als vielmehr an XPengs Fähigkeit, ausreichend Fahrzeuge zu produzieren, um diese Nachfrage zu bedienen.
Analysten von Nomura sagten, die Umsatzprognose deute auf einen relativ stabilen durchschnittlichen Verkaufspreis von rund RMB165.000 pro Fahrzeug hin.
Sie erwarten eine deutlichere Erholung im vierten Quartal, falls XPeng seine Kapazitätsengpässe beheben kann.
Das macht die kommenden Monate für Anleger besonders wichtig.
Ein erfolgreicher Produktionshochlauf könnte dem Unternehmen ermöglichen, die Nachfrage nach dem L03 zu nutzen, während anhaltende Engpässe die Erholung weiter in die Zukunft verschieben könnten.
Ergebnisse verstärken Anlegerbedenken
Die Ergebnisse von XPeng für das zweite Quartal boten kaum Entlastung.
Das Unternehmen lieferte im Quartal 103.295 Fahrzeuge aus, ein Anstieg von 64,8 % gegenüber dem Vorquartal, jedoch nur 0,1 % mehr als ein Jahr zuvor.
Der Umsatz aus Fahrzeugverkäufen stieg auf Jahresbasis nur um 1 % auf RMB17,05 Mrd.
Besorgniserregender war die Verschlechterung der Fahrzeugprofitabilität.
Die Fahrzeugmarge sank auf 12,1 % von 14,3 % im Vorjahr, obwohl die Bruttomarge insgesamt zunahm.
Das Management führte den Margendruck teilweise auf den Übergang zwischen Produktgenerationen zurück.
Der Nettoverlust von XPeng weitete sich auf RMB1,34 Mrd. aus gegenüber RMB480 Mio. ein Jahr zuvor.
Der bereinigte Verlust je American Depositary Share belief sich auf RMB1,29 gegenüber dem FactSet-Konsens von RMB0,91.
Die Auslieferungsleistung der ersten Jahreshälfte setzt auch die Jahresziele unter Druck.
In den ersten sechs Monaten beliefen sich die Auslieferungen auf etwa 166.000 Fahrzeuge, ein Rückgang von 15,8 % gegenüber dem Vorjahr, was bedeutet, dass XPeng in der zweiten Jahreshälfte eine deutliche Beschleunigung benötigt, um sein Jahresziel zu erreichen.
Analysten werden vorsichtiger
Die jüngsten Ergebnisse haben einige Analysten veranlasst, ihre Erwartungen an die Aktie zu senken.
Tiger Securities senkte sein Kursziel für XPeng von 20 auf 15 US-Dollar und beließ die Einstufung auf Hold, mit Verweis auf gemischte Ergebnisse im zweiten Quartal und den schwächeren kurzfristigen Auslieferungsausblick.
Macquarie behielt unterdessen die Einstufung Outperform bei, senkte jedoch das Kursziel auf 18 US-Dollar und verwies auf niedrigere Bewertungen unter den Peers.
Xpang wird derzeit in den USA zu 11,15 US-Dollar gehandelt.
Das Unternehmen senkte sein für Hongkong gelistetes Kursziel um 4 % und sein US-ADR-Kursziel um 5 %.
Macquarie erklärte, das Volumenmomentum baue sich wieder auf, was darauf hindeute, dass der längerfristige Investmentcase trotz der kurzfristigen Herausforderungen nicht aufgegeben worden sei.
Auch Bernstein SocGen Group senkte sein Kursziel für XPeng von 20 auf 18 US-Dollar und beließ die Einstufung auf Market Perform.
Für XPeng besteht die unmittelbare Prüfung jedoch darin, ob es die starke Resonanz auf den L03 in tatsächliche Auslieferungen umwandeln kann.
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